Emily Kate Genatowski hat ein einjähriges Experiment gestartet – sie lebt dauerhaft mit einem humanoiden Roboter zusammen. Die Robotics-Forscherin, lehrt und forscht an der Universität Wien. In der Nachmittags-Keynote am Finaltag des JETZT SUMMIT 2026 schilderte sie ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus diesem Mensch-Maschine-Experiment. Das Zusammenleben mit „Tova” zeigt Defizite in Recht, Gesellschaft und Politik, schilderte Genatowski. „Wir glauben zwar alle, dass wir auf das Robotics-Zeitalter vorbereitet sind, das ist jedoch keineswegs so”, lautet eine ihrer zentralen Erkenntnisse.
Die Fragen zur Welt der Roboter beginnt für die Amerikanerin mit ganz banalen Alltagsfragen, wie beispielsweise, ob ein Roboter eine Jahreskarte für die Verkehrsmittel der Wiener Linien braucht. „Ich bin Historiker und fasziniert von den Faktoren, die den technologischen Fortschritt prägen. Von der Dampfkraft über das Telefon bis zum Internet lässt sich die enge Verflechtung von Gesellschaft und Technologie bei jedem neuen Innovationssprung nachvollziehen. Der technologische Fortschritt unserer Generation ist die Künstliche Intelligenz.”, erklärte Genatowski zur Motivation hinter ihrem Experiment mit „Tova”. Und weiter: „Die Analyse, wie KI sich in unsere Welt einfügen und sie prägen wird, ist ein faszinierendes Thema, das allzu oft mit überzogenen Versprechungen oder Katastrophenszenarien dramatisiert wird.”
Wenn die Polizei einen Roboter kontrollieren will
Nicht nur der philosophische Diskurs unserer Zeit werde davon bestimmt, wie unsere Zukunft mit KI und Robotik aussieht, so die Wissenschaftlerin, „sondern auch durch die praktische Anwendung und die Beantwortung tausender praktischer Fragen, die sich aus den Details des Alltags ergeben”.
Am Beginn des Zusammenlebens mit einem Roboter stellen sich ganz simple Alltagsfragen, schilderte die diplomierte Historikerin, ob das eigene Haus oder die eigenenWohnung überhaupt für den Alltag eines Robotes geeignet sei. Daraus ergeben sich weitere Themen, beispielsweise ob und welche Versicherung ein Roboter brauche. Genatowski schilderte aber auch, wie sich dank „Tuva” zahlreiche lustige Situationen in ihrem Alltag und Leben ergeben. Sei es auch nur bei einer Begegnung mit einer Polizeistreife. Und noch etwas: Im Haushalt ist er keine große Hilfe!
Bei „Tova” handelt es sich um einen humanoiden Roboter der Firma Unitree, konkret um ein Modell Unitree G1.














