Alexandra Hofer, Goldbach
© Florence Stoiber/Goldbach

Alexandra Hofer, Head of Heute.at & Crossmedia Sales bei Goldbach Austria: „Das User-Verhalten ist generell digitaler geworden.“

Alexandra Hofer, Goldbach: „Zuhören, zuschauen und aufpassen, wo es hingeht.”

Alexandra Hofer ist nach jahrelanger Erfahrung als Vermarkterin seit Juni 2022 als Head of Heute.at und Crossmedia bei Goldbach Austria tätig. Im Interview plaudert sie über Aktuelles und verrät Tipps im Bereich des Digitalmarketings.

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Ein momentan sehr aktuelles Thema ist die hohe Inflation, die ja nicht nur Privatpersonen, sondern auch viele Unternehmen betrifft. Merken auch Sie in Ihrer Arbeit Veränderungen durch diese aktuell hohen Preisanstiege?

Alexandra Hofer: Ja natürlich. Wir beobachten auf der einen Seite, dass sich wegen der Lockdowns und der unsicheren Wirtschaftslage einzelne Kunden zurückgezogen oder weniger geworben haben. Aufgrund der Ukraine-Krise und damit verbundenen Lieferschwierigkeiten, war beispielsweise in der Automobilbranche ein Rückgang an Werbeausgaben erkennbar. Auf der anderen Seite gab es aber auch mehr Kampagnenbuchungen, etwa im Handel, weil gerade vor den Lockdowns vermehrt eingekauft wurde. Hier war dann auch mehr Budget für Werbeausgaben vorhanden. Wir selbst spüren die Inflation vor allem bei „Heute” im Printbereich durch die steigenden Papierpreise.

Ein weiteres Thema, das in der Branche sehr wichtig ist, ist das Thema Trends. Haben Sie Tipps, wie man aufkommende Trends möglichst früh erkennen kann?

Hofer: Bis zu einem gewissen Grad versuchen wir bei Goldbach nicht nur Trends aufzugreifen, sondern die Medienbranche hier in Österreich aktiv mitzugestalten. Um selbst Trend zu setzen muss man als Unternehmen innovativ sein und immer wieder den Mut haben, Neues auszuprobieren. Zugleich muss man genau zuhören, zuschauen, aufmerksam sein, was die jungen Leute machen und wohin ihre Interessen gehen. Insgesamt sehe ich hier eine Beschleunigung, Trends werden immer kurzlebiger. Gerade junge Menschen gehen sehr schnell mit der Zeit und ich denke, eben die Jungen geben schlussendlich auch neue Trends vor. Daher sollte man speziell hier hinschauen: was sind aktuelle Apps, welche Social Media Channels sind cool, was ist in. Insgesamt geht es um eine Kombination aus Aufmerksamkeit gegenüber der jungen Zielgruppe und Innovationswille im Unternehmen.

Häufig wird die Werbung zwar gesehen, doch die gewünschten Aktionen bleiben aus, das heißt, die Conversion Rate ist eher niedrig. Haben Sie Tipps wie man die Conversion Rate erhöhen könnte?

Hofer: Ich habe einen Tipp, und zwar an die Kreation: Nur wenn das Werbemittel wirklich gut gestaltet ist, wenn die Kampagne auch wirklich so interessant aufbereitet wird, dass die End-Use quasi darauf „anspringen“ müssen, werden sich die Conversions erhöhen.

Welche Rolle spielen Sie als Vermarkter dabei?

Hofer: Wir als Vermarkter oder Medium werden oft für die Performance der Kampagne verantwortlich gemacht. Wir können zwar hochwertige Umfelder, gute Visibility garantieren und ein passendes Angebot machen, das dem Preis-Leistungs-Verhältnis entspricht – die Werbemittel-Kreation können wir in den allermeisten Fällen aber nicht beeinflussen. Wir können allerdings unsere Erfahrung weitergeben: Ein Faktor, auf den beispielsweise Wert gelegt werden sollte, ist die Ladezeit der Werbemittel. Oftmals wird ein Banner mit so vielen verschiedenen Elementen versehen, dass er, sobald er auf der Seite erscheint, mehrere Sekunden braucht, bis er überhaupt geladen wird. Dies sollte vermieden werden. Enorm wichtig ist auch, dass Werbekunden ihre Zielgruppen genau kennen. Man muss sich vorher ganz genau zu überlegen, wen man überhaupt ansprechen möchte. Es bringt natürlich nicht viel, ein breites Publikum anzusprechen, wenn mein Produkt nur für eine relativ kleine Zielgruppe interessant ist. Genau um die Zielgruppe bestmöglich zu erreichen, gibt es heute im digitalen Bereich viele unterschiedliche Möglichkeiten.

Eine abschließende Frage: Sie sind auch für die Erweiterung des Content Angebots bei Heute.at zuständig. Wie sieht für Sie gutes Content Marketing aus?

Hofer: Die Umfelder müssen für die LeserInnen auf jeden Fall interessant sein und es sollte klar gekennzeichnet sein, welche Inhalte Werbung sind und welche zum redaktionellen Bereich gehören. Kreative Ideen spielen dabei eine große Rolle. Ich sehe mich bei Kampagnen, die wir von Werbekunden bekommen gerne als Beraterin für oder Schnittstelle zu diesen kreativen, neuartigen Ideen, da ich unser Medium sehr gut kenne und somit genau weiß, was die LeserInnen auf heute.at interessiert und wie auch die werblichen Inhalte bestmöglich aufbereitet werden sollten. Am besten funktioniert Content Marketing natürlich, wenn die Geschichte auf die LeserInnen des jeweiligen Mediums abgestimmt ist und von der Idee bis zur Werbemittelkreation aus einer Hand kommt. Aus genau diesem Grund bauen wir unser Angebot in diesem Bereich aus um unseren Werbepartnern künftig noch besser maßgeschneiderte Lösungen anbieten zu können.

Internet World Austria berichtet in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Marketing und Kommunikation der FH St. Pölten. Dieses Interview wurde im Zuge der Kooperation von Sabrina Bioc und Sebastian List geführt.

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