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ChatGPT: OpenAI plant Werbung in kostenloser Version

OpenAI testet Anzeigen in ChatGPT, um zusätzliche Erlöse zu erzielen. Werbung soll zunächst nur in den USA erscheinen und auf kostenlose sowie günstige Tarife beschränkt bleiben. Bezahl-Abos sollen weiterhin werbefrei bleiben.

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OpenAI wird sein KI-Produkt ChatGPT künftig auch über Werbung finanzieren. Das Unternehmen aus San Francisco kündigte an, in den USA erste Tests mit Anzeigen zu starten. Betroffen sind die kostenlose Version von ChatGPT sowie der neue Einsteigertarif ChatGPT Go. Höherpreisige Abonnements bleiben nach Angaben des Unternehmens weiterhin ohne Werbung.

Werbung nur in Gratis- und Einsteigertarifen

Die geplanten Anzeigen sollen ausschließlich in der kostenfreien Nutzung von ChatGPT sowie im neuen Tarif ChatGPT Go eingeblendet werden. Dieser kostet monatlich acht US-Dollar und richtet sich an Nutzer:innen mit geringeren Anforderungen. Abos wie Plus, Pro, Business und Enterprise sollen auch künftig vollständig werbefrei bleiben.

Derzeit beläuft sich der Preis für ChatGPT Plus auf mindestens 20 US-Dollar pro Monat. Wer keine Werbung sehen möchte, muss somit weiterhin zu einem kostenpflichtigen Tarif greifen.

OpenAI veröffentlicht Werbeprinzipien

Parallel zum Start der Tests veröffentlichte OpenAI Grundsätze für den Umgang mit Werbung. In einem Blogeintrag betont das Unternehmen, dass Anzeigen keinen Einfluss auf die Antworten von ChatGPT haben sollen. Die Inhalte würden weiterhin ausschließlich danach optimiert, Nutzer:innen bestmöglich zu unterstützen. Werbung werde klar gekennzeichnet und strikt von den generierten Antworten getrennt.

Datenschutz soll gewahrt bleiben

OpenAI versichert zudem, keine Nutzerdaten an Werbetreibende weiterzugeben. Unterhaltungen mit ChatGPT würden nicht für Anzeigenkunden zugänglich gemacht und auch nicht verkauft. Nutzer:innen könnten selbst entscheiden, ob und in welchem Umfang ihre Daten für personalisierte Werbung verwendet werden. Diese Personalisierung lasse sich deaktivieren, außerdem könnten verwendete Daten jederzeit gelöscht werden.

Strategiewechsel angesichts hoher Kosten

Mit der Einführung von Werbung vollzieht OpenAI einen strategischen Kurswechsel. Unternehmenschef Sam Altman hatte sich in der Vergangenheit klar gegen Werbefinanzierung ausgesprochen. In jüngeren Interviews zeigte er sich jedoch offener und verwies unter anderem auf Instagram als Beispiel für sinnvoll integrierte Werbung.

Hintergrund der Entscheidung sind die hohen Betriebskosten für große KI-Modelle. Schätzungen zufolge nutzen mehr als 90 Prozent der Anwender:innen ChatGPT kostenlos. Diese Gruppe verursacht Kosten, trägt bislang jedoch kaum zum Umsatz bei. Werbung soll helfen, dieses Ungleichgewicht auszugleichen.

Europa-Start noch offen

Die Werbetests sollen zunächst ausschließlich in den USA stattfinden. Wann Anzeigen auch in Deutschland oder anderen europäischen Ländern eingeführt werden, ist derzeit noch unklar. OpenAI äußerte sich dazu bislang nicht konkret.

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