Das Cannes Lions Festival of Creativity ist längst nicht mehr nur ein Treffen von Werbern aus aller Welt, die eine Woche lang die Besten ihrer Zunft küren. Nein, die Cannes Lions sind längst auch ein Treffen von Marketern aller Herren Länder. Natürlich haben die Kreativen noch immer die Überhand, aber auch die Marketer haben mitbekommen, dass man in Cannes in einer Woche mehr für seine tagtägliche Arbeit lernt, als in hunderten Meetings zu Hause.
Längst findet man die Marketer nicht nur im Publikum des größten singulären Kreativevents der Welt, sondern immer öfter auch auf den Bühnen. Und das ist gut so. Denn dieses Heraustreten aus dem Alltag, dieses Besinnen auf das, was man tagtäglich tut, die Reflexion über die richtigen Schlüsse, die man zieht und die Irrwege, die man beschreitet, ist für jeden Marketer hilfreich.
Und so ist auch ein ganz zentrales Statement zu verstehen, für das David Sandström, seines Zeichens Chief Marketing Officer von Klarna, verantwortlich zeichnet. Sandström plädierte nämlich am ersten Tag der Cannes Lions im Rahmen einer Podiumsdiskussion dafür, sich als Marketer seine Zielgruppe immer wieder einmal ganz aus der Nähe anzusehen. Ja, Personas zu erstellen und ihnen dann geläufige Vornamen zu geben, ist natürlich auch weiterhin ein Ansatz, aber die teilnehmende Beobachtung, wie man sie noch von der Uni kennt, ist mindestens genauso wichtig. „Ich begebe immer wieder mal irgendwo in einen Außenbezirk und setze mich dann dort auf eine Parkbank und überlege mir, ob dieser oder jener ein Klarna-Kunde wäre und welche Bedürfnisse er oder sie hätte”, meint Sandström.
Klingt einfach. Ist es auch. Wird aber viel zu selten gemacht. Also: Wann fährst du mal in die Seestadt Aspern, nach Ottakring oder nach Liesing und setzt dich dort eine Stunde lang auf eine Parkbank und betreibst „People watching”? Es könnte dein Marketing-Leben verändern.












