Uber Technologies und Delivery Hero haben eine Zusammenschlussvereinbarung geschlossen. Uber bietet den Delivery-Hero-Aktionär 41,50 Euro je Aktie in bar. Delivery Hero bewertet das Angebot mit 13,0 Milliarden Euro auf vollständig verwässerter Basis. Vorstand und Aufsichtsrat unterstützen die Transaktion und wollen die Annahme empfehlen, sobald die Angebotsunterlage geprüft ist.
Für Österreich ist die Struktur des Deals entscheidend: foodora Österreich soll nicht zu Uber wechseln. Das Geschäft ist Teil eines separaten Pakets, das an die New Yorker Investmentgesellschaft SSW Partners verkauft werden soll. Dieses Paket umfasst 14 Märkte, in denen Uber Eats und Delivery Hero bereits miteinander konkurrieren.
foodora Österreich wird Teil des SSW-Pakets
SSW Partners soll Delivery-Hero-Aktivitäten in 14 Märkten übernehmen. Dazu zählen neben foodora Österreich auch foodora in Tschechien, Norwegen und Schweden, efood in Griechenland, foody in Zypern, Glovo in Polen, Portugal, Rumänien, Moldau und Spanien, PedidosYa in Chile und Ecuador sowie Yemeksepeti in der Türkei. Die Gegenleistung liegt laut Delivery Hero bei rund 1,4 Milliarden Euro.
Die übernommenen Landesgesellschaften sollen zunächst weiter auf technologische und operative Plattformen von Delivery Hero zugreifen können. SSW Partners will parallel nach langfristigen Eigentümern für diese Geschäfte suchen. Für foodora Österreich würde sich damit nicht Uber, sondern ein Zwischeneigentümer an die Stelle von Delivery Hero setzen.
Uber übernimmt Delivery-Hero-Geschäfte in 50 Märkten
Der größere Teil von Delivery Hero soll zu Uber wechseln. Uber übernimmt nach Unternehmensangaben Aktivitäten in 50 Märkten, die 2025 auf Gross Bookings von 42 Milliarden US-Dollar kamen. Dazu zählen unter anderem Baedal Minjok in Südkorea, foodpanda in mehreren asiatischen Märkten, foodora in Ungarn, Glovo in mehreren Ländern, HungerStation in Saudi-Arabien, PedidosYa in Teilen Lateinamerikas und talabat im Nahen Osten.
Gemeinsam würden Uber und Delivery Hero in 99 Ländern aktiv sein. Für 2025 nennen die Unternehmen auf Pro-forma-Basis einen kombinierten Bruttowarenwert von 236 Milliarden US-Dollar. Der Vollzug des Übernahmeangebots wird in der zweiten Jahreshälfte 2027 erwartet. Voraussetzung sind unter anderem eine Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent der Delivery-Hero-Aktien zuzüglich einer Aktie sowie regulatorische Freigaben.
Von Mjam zu foodora: Österreichs Lieferdienst-Geschichte
Der geplante Verkauf ist das nächste Kapitel in einer wechselvollen Markengeschichte. Mjam wurde 2008 in Österreich gegründet und kam früh zu Delivery Hero. Foodora war ab 2015 ebenfalls in Österreich aktiv, allerdings vor allem in Wien. 2019 führte Delivery Hero die beiden Marken zusammen und setzte am österreichischen Markt auf Mjam.
2023 folgte die Rolle rückwärts: Aus Mjam wurde wieder foodora. Delivery Hero bündelte Österreich damals mit weiteren europäischen Märkten unter einer gemeinsamen Marke. Parallel wurde der Wettbewerb dichter: Wolt startete im Mai 2023 in Wien, Uber Eats kündigte im Februar 2026 die Rückkehr nach Österreich an. Uber Eats war bereits von Ende 2016 bis März 2019 in Wien aktiv gewesen.
Durch den nun geplanten Verkauf an SSW Partners würde foodora Österreich erneut aus einer größeren Konzernlogik herausgelöst. Ob und an wen das Österreich-Geschäft langfristig weiterverkauft wird, ist offen.














