© Elisabeth Kessler/MOMENTUM Wien

Georg Prischl (Radatz Wurstwaren) und Tobias Krammer (Digiknall)

JETZT Social Media: Radatz und Digiknall zeigen Social-Media-Strategie für mehr Aufmerksamkeit

Beim JETZT Social Media Conference Day am 6. Mai erklärten Georg Prischl von Radatz Wurstwaren und Tobias Krammer von Digiknall, wie Radatz mit Reels, Charakteren und Community-Arbeit Reichweite aufbaut.

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Beim ersten Vortrag des JETZT Social Media Conference Day am 6. Mai standen Aufmerksamkeit, Kurzvideo-Formate und Markenaufbau im Mittelpunkt. Georg Prischl von Radatz Wurstwaren und Tobias Krammer von Digiknall zeigten anhand der Radatz-Kampagne, wie Social Media für eine traditionelle Lebensmittelmarke strategisch eingesetzt werden kann.

Ausgangspunkt des Vortrags war die These, dass Aufmerksamkeit zur härtesten Währung im Marketing geworden ist. Der Kurzvideo-Markt sei stark übersättigt, weshalb Marken nicht nur regelmäßig Inhalte veröffentlichen, sondern vor allem schnell verständliche, unterhaltsame und wiedererkennbare Formate entwickeln müssten.

Von Social Media zu Interest Media

Ein zentraler Gedanke des Vortrags war der Wandel von Social Media zu Interest Media. Plattformen wie TikTok oder Instagram Reels würden Inhalte zunehmend nach Interessen und Relevanz ausspielen, nicht primär nach der bestehenden Zahl an Follower:innen. Entscheidend seien laut Vortrag Faktoren wie Watch-Time, Like-to-View-Rate und Share-to-View-Rate.

Für Radatz bedeutet das, nicht nur Produkte wie Wurst, Käsekrainer oder Frankfurter zu zeigen, sondern größere Themenfelder zu besetzen. Dazu zählen Wiener Küche, Würstelstände, Grillen, Kochen, Kulinarik, Sprache, Mentalität und Orte in Wien. Die Marke soll damit über mehrere thematische Touchpoints neue Zielgruppen erreichen.

Charaktere statt Produktfotos

Besonders betont wurde die Rolle von wiedererkennbaren Persönlichkeiten. Unter dem Leitgedanken „Character is everything“ erklärten Prischl und Krammer, dass erfolgreiche Social-Media-Formate nicht nur von Produkten leben, sondern von Menschen, die vor der Kamera funktionieren.

Als relevante Faktoren wurden Humor, Schmäh, Charisma, Lust am Videodreh, auffallendes Auftreten und Authentizität genannt. Radatz setzt dafür auf sogenannte Faces aus dem Unternehmensumfeld und entwickelt Formate rund um Rollen wie den „Würstelingenieur“. Dadurch soll die Marke nahbarer und unterhaltsamer werden.

Reels als Skalierungsinstrument

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der systematischen Produktion von Kurzvideos. Die Vortragenden beschrieben eine „Reels-Machine“, mit der Inhalte regelmäßig getestet, weiterentwickelt und skaliert werden. Statt einzelne Trends kurzfristig mitzunehmen, gehe es um wiederholbare Formate, die langfristig funktionieren.

Für die Radatz-Kampagne wurden für den Zeitraum April 2025 bis April 2026 mehr als 25 Millionen Video Views, über 400.000 Interaktionen, mehr als 20.000 Kommentare, über 30.000 neue Follower:innen, eine durchschnittliche monatliche Reichweite von mehr als einer Million und über 900 Postings genannt.

Fünf Learnings aus der Kampagne

Aus der Radatz-Kampagne leiteten Prischl und Krammer fünf zentrale Learnings ab. Erstens schlagen echte Geschichten klassische Produktfotos. Zweitens machen starke Charaktere eine Marke nahbarer. Drittens sind TikTok und Reels als Vertical-First-Kanäle wesentliche Reichweitentreiber. Viertens verbessert kontinuierliches Testen die Performance. Fünftens ist aktives Community Management kein Zusatz, sondern ein Vertrauensfaktor.

Zum Abschluss wurde deutlich, dass Social-Media-Erfolg aus Sicht der Vortragenden nicht allein durch hohe Posting-Frequenz entsteht. Entscheidend seien ein klares Themenfeld, passende Persönlichkeiten, wiedererkennbare Formate und eine authentische Haltung. Für Radatz gehe es auf Social Media damit nicht nur um Produktkommunikation, sondern um den Aufbau einer eigenständigen Markenwelt rund um Wurst, Wien und Community.

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