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ORF-Generaldirektion: Diese Kandidat:innen bewerben sich

Für die ORF-Generaldirektion ab 2027 haben Lisa Totzauer, Markus Breitenecker und Eva Schütz ihre Kandidaturen angekündigt. Die Wahl im Stiftungsrat ist für 11. Juni angesetzt.

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Die Suche nach der künftigen Führung des ORF nimmt weiter Fahrt auf. Nach dem vorzeitigen Wechsel an der Spitze des öffentlich-rechtlichen Rundfunks haben inzwischen mehrere Kandidat:innen ihre Bewerbung für die Generaldirektion ab 1. Jänner 2027 angekündigt. Offiziell im Rennen sind nach aktuellem Stand Lisa Totzauer, Markus Breitenecker und Eva Schütz. Weitere Namen werden in der Branche gehandelt, darunter APA-CEO Clemens Pig, dessen Bewerbung zuletzt jedoch noch nicht offiziell bestätigt war.

Lisa Totzauer tritt erneut an

Lisa Totzauer war die erste offiziell bekannte Bewerberin für den ORF-Chefsessel. Die aktuelle ORF-TV-Magazinchefin bestätigte ihre Kandidatur. Sie hatte sich bereits 2021 um die Generaldirektion beworben und war damals dem später bestellten Roland Weißmann unterlegen.

Totzauer ist seit fast 30 Jahren im ORF tätig. Zu ihren bisherigen Stationen zählen unter anderem die Leitung von ORF eins, Funktionen in der „Zeit im Bild“-Redaktion sowie die Verantwortung für TV-Magazine und Servicesendungen. In ihrer Laufbahn stand sie damit sowohl für Informationsformate als auch für Programmentwicklung im linearen Fernsehen.

Markus Breitenecker setzt auf einen „souveränen ORF“

Mit Markus Breitenecker bewirbt sich ein langjähriger privater Medienmanager um die ORF-Generaldirektion. Der frühere Vorstand der ProSiebenSat.1 Media SE und langjährige Chef von ProSiebenSat.1 PULS 4 stellte seine Kandidatur unter das Motto „Ein souveräner ORF. Vom Marktführer zum Marktmotor“.

Breitenecker argumentiert mit der wirtschaftlich angespannten Lage vieler Medienhäuser und sieht den ORF in einer Schlüsselrolle für den österreichischen Medienstandort. Sein Konzept zielt auf mehr Kooperation innerhalb der Branche, eine stärkere technologische Rolle des ORF und einen klaren Fokus auf Public Value. Der Medienmanager verweist auf mehr als 30 Jahre TV-Erfahrung sowie auf seine Rolle bei Projekten wie PULS 4, PULS 24, 4GAMECHANGERS und JOYN.

Eva Schütz kündigt Reformagenda an

Auch Eva Schütz hat ihre Bewerbung um die ORF-Generaldirektion angekündigt. Die Medienunternehmerin, Juristin und Herausgeberin von eXXpress will mit einer Reformagenda unter dem Titel „ORF 2030“ antreten. Als Leitlinien nennt sie einen ORF für die Gebührenzahler:innen, einen „sauberen ORF“ und einen wirtschaftlich geführten ORF.

Schütz positioniert ihre Kandidatur als unabhängig von Regierung, Koalition, Freundeskreisen und einzelnen Gremien. Inhaltlich stellt sie unter anderem die Gremienstruktur, Sonderverträge, Transparenz bei Spitzengehältern und die wirtschaftliche Ausrichtung des ORF in den Mittelpunkt. Zudem betont sie den digitalen Wandel, den Wettbewerb mit internationalen Plattformen und die Notwendigkeit, junge Zielgruppen stärker zu erreichen.

Weitere Namen bleiben im Gespräch

Neben den offiziell angekündigten Kandidaturen wird APA-CEO Clemens Pig seit Wochen als möglicher Favorit gehandelt. Mehrere Medienberichte verweisen auf seine mutmaßlich guten Chancen, eine offizielle Bewerbung war zuletzt aber noch nicht bestätigt. Auch weitere mögliche Interessent:innen wurden in der Branche genannt, wobei bis zum Ende der Bewerbungsfrist noch Veränderungen im Feld möglich sind.

Auch der ehemalige Henkel-Kommunikationschef Ernst Primosch bewirbt sich als unabhängiger Kandidat um die ORF-Generaldirektion und präsentiert dazu ein 32-seitiges Konzept namens „ORF 2050“. Der frühere PR-Manager betont seine parteipolitische Unabhängigkeit und sieht sich als Transformationsmanager für den ORF, obwohl ihm klassische Medienmanagement-Erfahrung fehlt.

Die Entscheidung über die neue ORF-Generaldirektion soll am 11. Juni im ORF-Stiftungsrat fallen. Das Gremium umfasst 35 Mitglieder und bestellt die Führung für die Funktionsperiode ab 2027. Damit wird die Wahl nicht nur zur Personalentscheidung, sondern auch zu einer Weichenstellung für die strategische Ausrichtung des größten Medienhauses des Landes.

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