v.l.n.r.: Robert Rappold (Styria), Maresa Wolkenstein (COPE), Markus Lauscher (COPE), Svenja Damzog (Adnami), Pierre Greber (COPE), Thomas Falkenhagen (Equativ), Nadeem Qureshi (BCN), Marion Stelzer-Zöchbauer (COPE), Eugen Schmidt (Agenda 2050), Isabella Zündel (Styria)
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v.l.n.r.: Robert Rappold (Styria), Maresa Wolkenstein (COPE), Markus Lauscher (COPE), Svenja Damzog (Adnami), Pierre Greber (COPE), Thomas Falkenhagen (Equativ), Nadeem Qureshi (BCN), Marion Stelzer-Zöchbauer (COPE), Eugen Schmidt (Agenda 2050), Isabella Zündel (Styria)

COPE Publisher Day: KI verändert Medien- und Werbemarkt

Beim Publisher Day der COPE Group diskutierten Expert:innen über KI, First-Party-Daten, Attention Measurement und neue Marktregeln für Publisher und Werbetreibende.

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Beim dritten Publisher Day der COPE Group standen zentrale Entwicklungen im digitalen Medien- und Werbemarkt im Fokus. Publisher aus Österreichs größtem Onlinemedien-Netzwerk diskutierten in Wien und Graz über Künstliche Intelligenz, neue Formen der Werbewirkung, regulatorische Herausforderungen und den Umgang mit der Marktmacht internationaler Digitalkonzerne.

First-Party-Daten als Antwort auf Marktveränderungen

COPE-Geschäftsführerin Marion Stelzer-Zöchbauer eröffnete die Veranstaltung mit einem Überblick über den österreichischen Werbemarkt und das COPE-Netzwerk. Pierre Greber, Chief Client Officer bei COPE, ordnete aktuelle Marketingtrends ein.

Ein Schwerpunkt lag auf der schwieriger werdenden Adressierbarkeit digitaler Zielgruppen. Maresa Wolkenstein, Head of Research & Development, und Markus Lauscher, Head of Ad Tech & Strategy, präsentierten dazu die COPE-Lösung „Ocean“. Diese setzt auf First-Party-Daten und europäische Technologiepartner.

„Wir haben mit unserer Lösung ‚Ocean‘ heute das größte Netz an adressierbaren First-Party-Daten, und das mit rein europäischen Technologien“, sagte Lauscher. Erste Kampagnen hätten laut COPE einen bis zu dreifach höheren Kampagnenerfolg gezeigt.

Aufmerksamkeit wird zur zentralen Kennzahl

Auch Attention Measurement war ein zentrales Thema. Wolkenstein betonte, dass reine Impressions und Sichtbarkeit nicht mehr ausreichen würden. „In der Outcome Era ist es notwendig, mehr als nur Impressions und Sichtbarkeit zu zählen“, sagte sie.

Svenja Damzog, Global Publishing Director bei Adnami, bezeichnete Aufmerksamkeit als „neue Währung“. Mit der Lösung „Sonar“ sollen Attention-KPI messbar gemacht und für Kampagnen nutzbar werden.

KI erhöht den Druck auf Publisher

Breiten Raum nahm die Frage ein, wie Medien mit KI-Systemen umgehen sollen. KI-Bots greifen Inhalte ab, während AI Summaries zu mehr No-Click-Search führen. Sebastian Krause, Head of Digital der Kleinen Zeitung, sieht darin dennoch Chancen: „Wir werden AI nicht bekämpfen, sondern machen mit. Und zwar, weil wir hier eine Riesenchance sehen.“

Rob Beeler, Gründer von Beeler.Tech, nannte Vertrauen, eine klare redaktionelle Stimme und Communitys als entscheidende Faktoren für Publisher. „Der Publisher der Zukunft ist nicht der Größte und auch nicht der Schnellste, sondern der, dem am meisten vertraut wird“, sagte Beeler.

Nadeem Qureshi, Head of Data bei BCN und Co-Founder von Content Bridge, verwies auf die Notwendigkeit einer Bot Governance. Zudem müsse sich der Wert journalistischer Inhalte künftig stärker über Lizenzmodelle für KI-Zugriffe abbilden.

KI-Agenten rücken in den Werbemarkt vor

Im Werbemarkt gewinnen KI-Agenten an Bedeutung. Thomas Falkenhagen, Director Supply Partnerships DACH bei Equativ, verwies auf große Datenmengen, die ohne KI kaum effizient bearbeitbar seien. Künftig soll Equativs Agentic AI Suite Mediapläne erstellen und Abwicklungsprozesse übernehmen.

Ben Williams und Jovanni Sterling von Kiln präsentierten erste Erfahrungen mit Kampagnenumsetzungen durch KI-Agenten. COPE-Expert:innen ordneten die Entwicklung als realistisch, aber noch nicht marktreif ein. „Die Produktentwicklung ist noch am Anfang – das Protokoll wurde erst im Oktober 2025 veröffentlicht“, sagte Lauscher.

Regulierung und Fairness im digitalen Markt

Isabella Zündel und Robert Rapold von der Styria Media Group beleuchteten rechtliche Fragen rund um Digitalisierung und neue Regelungen. Ein Beispiel waren Vorgaben zu politischer Werbung. „Die Grauzonen beginnen oft schon bei den Basics: Was ist politische Werbung? Und wer ist ein:e politischer Akteur:in?“, sagte Zündel.

Zum Abschluss stellte Eugen Schmidt, Geschäftsführer von AboutMedia und Obmann der Agenda 2050, die Initiative für mehr Transparenz und Fairness im digitalen Medienmarkt vor. Ziel sei es, der Marktmacht internationaler Digitalkonzerne entgegenzuwirken. „Wir wollen Werbegelder zurück nach Österreich holen und auf Augenhöhe mit den Big Techs auftreten“, sagte Schmidt.

Der nächste Publisher Day ist für Frühjahr 2027 geplant.

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