Nach dem Ausscheiden von Elisalex Henckel Donnersmarck sucht das Medienprojekt "Jetzt" noch vor dem Start ein zweites Mal eine Chefredaktion.
© Philipp Horak/JETZT

Nach dem Ausscheiden von Elisalex Henckel Donnersmarck sucht das Medienprojekt "Jetzt" noch vor dem Start ein zweites Mal eine Chefredaktion.

Chefredakteurin Elisalex Henckel-Donnersmarck verlässt das Medienprojekt „Jetzt“ vor dem Start

Kurz vor dem geplanten Start im Herbst kommt es beim Medienprojekt „Jetzt“ zu einer zentralen Veränderung: Chefredakteurin Elisalex Henckel-Donnersmarck verlässt das Team nach unterschiedlichen Vorstellungen über die künftige Ausrichtung.

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Das Medienprojekt „Jetzt“, initiiert von Florian Novak, steht wenige Monate vor dem geplanten Start im Herbst vor einer personellen Zäsur. Die Chefredakteurin Elisalex Henckel-Donnersmarck verlässt das Projekt, wie sie am Montag auf der Plattform Bluesky sowie über andere Kanäle bestätigte. Als Grund für den Rückzug nennt sie unterschiedliche Einschätzungen über die für den weiteren Aufbau notwendigen Rahmenbedingungen.

Nach intensiven Monaten des Aufbaus von @jetzt.at haben Florian @novak.at u ich gemeinsam beschlossen, die Zusammenarbeit im gegenseitigen Einvernehmen zu beenden. Unsere Entscheidung basiert auf unterschiedlichen Einschätzungen über die für den weiteren Aufbau v JETZT notwendigen Rahmenbedingungen.

Elisalex Henckel (@elisalexhenckel.bsky.social) 2025–07-21T07:00:04.423Z

Henckel-Donnersmarck, zuvor Chefredakteurin des Magazins „Datum“, war eine der zentralen Figuren der erfolgreichen Finanzierungskampagne. Gemeinsam mit dem ehemaligen „Profil“-Chefredakteur Christian Seiler und dem Investigativjournalisten Christo Grozev war sie wesentlich am Aufbau der inhaltlichen Ausrichtung beteiligt. Ihr Abgang erfolgt kurz nach Abschluss der Crowdfunding-Phase, in der über 5.600 zahlende Mitglieder gewonnen wurden.

In einem Newsletter an die Unterstützerinnen und Unterstützer des Projekts räumt Herausgeber Florian Novak ein, dass der Aufbau intensiver und fordernder war als zunächst angenommen. Man habe den Aufwand, die notwendige Überzeugungsarbeit und den damit verbundenen Druck unterschätzt. Auch interne Reibungen hätten zum personellen Umbruch beigetragen.

Trotz des Führungswechsels hält das Team an der geplanten Herbst-Lancierung fest. Neben Grozev arbeitet ein wachsendes Redaktionsteam am inhaltlichen Start. Ziel ist ein journalistisches Angebot, das sich durch Tiefe, Lösungsorientierung und neue Perspektiven auszeichnet – sowohl in schriftlicher Form als auch zum Hören. Die technische Infrastruktur basiert auf dem Modell des dänischen Vorbilds Zetland.

Langfristig wird das Erreichen von rund 10.000 Mitgliedern als wirtschaftlicher Wendepunkt für das Projekt genannt. Ob und wie sich der Abgang der bisherigen Chefredakteurin auf den weiteren Aufbau auswirkt, bleibt abzuwarten. Die Suche nach einer neuen Chefredaktion läuft bereits. Gesucht wird laut Ausschreibung eine Führungspersönlichkeit mit ausgeprägtem journalistischem Gespür, Innovationskraft und Erfahrung in der Leitung von Redaktionen.

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