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Mobilitäts-Aktivitäts-Index 2026: (D)OOH als Brücke zwischen den Welten

Der Alltag ist hybrid: Mobile Nutzung und Out of Home verschmelzen zu einem gemeinsamen Nutzungsmoment. Der Mobilitäts-Aktivitäts-Index von WallDecaux zeigt, wie stark (D)OOH digitale Interaktionen unterwegs auslöst.

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Der Zugang zur digitalen Welt ist heute permanent verfügbar. Mobile Endgeräte und Social Media fungieren nicht mehr als bewusst gewählte Kanäle, sondern als kontinuierliche Erweiterung des Blickfelds. Parallel dazu bleibt der physische Raum ein zentraler Kontaktpunkt für Markenbotschaften. Diese Gleichzeitigkeit stellt klassische Planungslogiken zunehmend infrage.

Starre Kanaldenke trifft auf hybriden Alltag

Trotz der Verschmelzung von analoger und digitaler Nutzung orientieren sich viele Kampagnen weiterhin an klar getrennten Kanälen. Budgets werden nach „online“ und „offline“ strukturiert, Strategien folgen Labels wie „social first“. Diese Einteilung basiert häufig auf einer vereinfachten KPI-Logik, in der Out of Home primär für Reichweite und Markenaufbau steht, während digitale Kanäle auf Performance-Ziele ausgerichtet sind.

Diese Trennung wird der Realität jedoch immer weniger gerecht. Nutzungssituationen überschneiden sich, und Touchpoints wirken nicht isoliert, sondern als Teil einer vernetzten Customer Journey.

Unterwegs und permanent online

Aktuelle Daten zeigen, wie stark digitale Nutzung in den mobilen Alltag integriert ist. Ein Großteil der Menschen verlässt das Haus nicht ohne Smartphone, und nahezu alle nutzen unterwegs das Internet. Auch Social Media und mobile Shopping-Aktivitäten sind fester Bestandteil dieser Situationen.

Der öffentliche Raum wird damit zum Ausgangspunkt digitaler Interaktionen. Wege zur Arbeit, Freizeitaktivitäten oder kurze Erledigungen sind gleichzeitig Momente, in denen gesucht, gescrollt und gekauft wird. Für Marken verschiebt sich damit der Fokus: Entscheidend ist nicht nur die Präsenz im richtigen Kanal, sondern im richtigen Moment.

(D)OOH als Auslöser digitaler Aktionen

Der Mobilitäts-Aktivitäts-Index zeigt, dass Out of Home weit über reine Sichtbarkeit hinausgeht. Ein erheblicher Teil der Befragten gibt an, Impulse aus (D)OOH unmittelbar in digitale Handlungen zu übersetzen. Dazu zählen Suchanfragen, Website-Besuche, Interaktionen in sozialen Netzwerken oder direkte Käufe.

Auffällig ist zudem die Dynamik: Im Vergleich zu früheren Erhebungen ist die Bereitschaft gestiegen, sofort zu reagieren. Eindrücke werden seltener gespeichert und später verarbeitet, sondern direkt in Aktionen überführt. Damit fungiert (D)OOH zunehmend als Trigger innerhalb der mobilen Customer Journey.

Unterschiedliche Reaktionen je nach Generation

Obwohl das Smartphone generationsübergreifend genutzt wird, zeigen sich deutliche Unterschiede im Verhalten unterwegs. Jüngere Zielgruppen bewegen sich stärker in sozialen Netzwerken, entdecken Marken in Feeds und reagieren auf Trends. Für sie kann ein Kontakt im Stadtraum der Einstieg in eine Interaktion mit Inhalten oder Communities sein.

Ältere Zielgruppen hingegen nutzen mobile Endgeräte unterwegs stärker für konkrete Transaktionen. Hier stehen Effizienz und Zielorientierung im Vordergrund. Ein Impuls im öffentlichen Raum führt eher zu Preisvergleichen, Buchungen oder Käufen.

Diese Differenzierung macht deutlich, dass einheitliche Kampagnenansätze an Wirkung verlieren. Die Reaktion auf denselben Kontaktpunkt variiert je nach Zielgruppe erheblich.

Konsequenzen für die Mediaplanung

Aus der zunehmenden Verzahnung von (D)OOH und mobiler Nutzung ergeben sich klare Anforderungen an die strategische Planung. Out of Home sollte nicht mehr isoliert betrachtet werden, sondern als integraler Bestandteil der digitalen Customer Journey.

Entscheidend ist dabei das Zusammenspiel der Kanäle. Inhalte, Botschaften und Timing müssen so aufeinander abgestimmt sein, dass sie die unmittelbare Reaktion auf mobile Endgeräten unterstützen. Gleichzeitig gewinnt die Optimierung für Nutzungssituationen unterwegs an Bedeutung, etwa durch mobilfreundliche Landingpages oder klar erkennbare Handlungsoptionen.

Darüber hinaus rückt die zielgruppenspezifische Aussteuerung stärker in den Fokus. Während bei jüngeren Nutzer:innen die Verbindung zu Social Media und Content im Vordergrund steht, profitieren ältere Zielgruppen von klaren Angeboten und schnellen Wegen zum Abschluss.

Die Ergebnisse des Mobilitäts-Aktivitäts-Index verdeutlichen einen grundlegenden Wandel: Der öffentliche Raum und digitale Kanäle sind keine getrennten Sphären mehr, sondern greifen ineinander. (D)OOH entwickelt sich vom reinen Awareness-Medium zum aktiven Impulsgeber für digitale Interaktionen. Für Marken und Agenturen bedeutet das, Kampagnen ganzheitlicher zu denken. Wer weiterhin in isolierten Kanälen plant, läuft Gefahr, zentrale Nutzungsmomente zu verpassen. Die Zukunft der Mediaplanung liegt in der Integration von physischer Präsenz und digitaler Reaktion.

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