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Walter Berthold, Social Media Specialist bei Tchibo/Eduscho

Walter Berthold, Tchibo: „Es ist wichtig, KI bewusst zu nutzen und selbst zu steuern, statt sich komplett von ihr bedienen oder leiten zu lassen.”

Am 22. April fand der MCÖ Digital Marketing Experts Talk zum Thema "Video und KI - Kreations-Boost oder Kostenfalle?" statt. Einer der Vortragenden war Walter Berthold von Tchibo. Im Interview liefert er spannende Insights.

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Wie ordnest du als Experte den Stellenwert von KI in Verbindung mit Video-Marketing in Österreich im internationalen Vergleich ein?

Walter Berthold: Österreich ist im Vergleich dazu kleiner und zurückhaltender, aber durchaus relevant, besonders in Marketing-Agenturen, E‑Commerce, Medien und Kommunikation. Vor allem wenn es darum geht, effizienter zu arbeiten, beginnen wir in Österreich, KI einzusetzen. Ich merke aber auch, dass manche Personen noch keine KI benutzen oder sich zu 100 Prozent auf KI verlassen. Aus meiner Sicht ist es deshalb wichtig, KI bewusst zu nutzen und selbst zu steuern, statt sich komplett von ihr bedienen oder leiten zu lassen. Generell gilt, wie bei vielen Dingen in Österreich: Wir sind hinten nach und müssen noch einiges verstehen und den Umgang damit lernen. Daher ist der Stellenwert in Österreich deutlich niedriger als beispielsweise in den USA oder China.

Welche Entwicklungen und Trends fallen dir als Experte besonders auf? 

Berthold: KI wird immer mehr in Arbeitsprozesse integriert, der Umgang damit ist aber sehr unterschiedlich und damit auch die KI wird immer mehr in Arbeitsprozesse integriert, der Umgang damit ist aber sehr unterschiedlich und damit auch die Erwartungen an die Ergebnisse. Es reicht heute nicht mehr, KI nur anzuwenden, denn sie muss bewusst gesteuert werden. Dadurch wird KI immer mehr zu einer Kompetenzfrage. Gerade in den letzten zwei Jahren sind viele “KI Video Agenturen” von sehr jungen Leuten aufgetaucht, die noch nicht viel Ahnung von Wirtschaft, Marketing oder Branding haben, sich aber intensiv mit KI und Videobearbeitung auseinandergesetzt haben. Ich hätte auch mehr Potenzial bei CGI Videos gesehen. Diese haben den Peak, den ich erwartet hätte, meiner Meinung nach noch nicht erreicht oder verschwinden zumindest auf meinem Feed wieder. Aus anfänglicher Begeisterung und Neugierde wird mit den immer mehr werdenden Zugängen und Tools zunehmend auch Sorge und Vorsicht. Es wird zwar immer mehr zugänglich gemacht, aber um die rechtlichen Grundlagen kümmert sich aus meiner Sicht kaum jemand.

Welches heimische Unternehmen betrachtest du als Vorzeigebeispiel für Video-Marketing in Verbindung mit KI? 

Berthold: Ich kann kein konkretes Vorbild in Österreich nennen. In Erinnerung geblieben ist mir jedoch eine gelungene Kampagne von McDonald’s zur Bewerbung einer Käsesauce. In einem CGI-Video ist die Käsesauce vom Dach der Filiale am Schwarzenbergplatz heruntergeronnen. In diesem Fall fand ich den Einsatz von KI passend und gelungen.

Welches internationale Unternehmen ist dir in den vergangenen Monaten aufgefallen?

Berthold: Mir ist die Werbung von Alexa+ mit Chris Hemsworth aufgefallen. Hemsworth ist darin besorgt, dass KI ihm etwas antun könnte, und sie spielen mit dem Thema Unsicherheit und Angst vor KI. Das ist relativ unterhaltsam gemacht, aber auch wenn KI schon einen großen Sprung gemacht hat, erkennt man noch deutlich, wann KI zum Einsatz kommt.

Welchen schnell umsetzbaren Tipp kannst du empfehlen? 

Berthold: Starten, ausprobieren und seinen eigenen Umgang finden und verbessern. 

Dieses Interview ist Teil einer Interviewserie mit Mitgliedern des MCÖ Digital Marketing Experts Pool in Kooperation mit der Internet World Austria Redaktion. Stephan Kreissler, Gründer der Digital Agenturen AdsThatWork und Digitalisten, ist Initiator und Leiter des Pools der Digital Marketing Expertinnen und Experten. Er wird unterstützt von Harald Rametsteiner, Lehrgangsleitung für den MBA General Management an der FH des BFI Wien.

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