Zahlreiche Gäste aus Marketing, Kommunikation und Wirtschaft folgten der Einladung des Marketing Club Österreich und nutzten den Clubabend für fachlichen Austausch, neue Perspektiven und Networking. Eröffnet wurde der Abend von MCÖ-Präsident Andreas Ladich.
Zwischen Krisenstimmung und Kaufzurückhaltung
Im anschließenden Impulsvortrag widmete sich Oliver Heyden, Chief Strategy Officer bei pressrelations, dem Thema „Polykrise: Womit erreiche ich Konsument:innen im Rückzugsmodus?“. Dabei analysierte er aktuelle gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen sowie deren Auswirkungen auf Konsumverhalten, Markenkommunikation und Kaufentscheidungen. Im Fokus standen dabei unter anderem die veränderten Erwartungen von Konsument:innen sowie die Frage, welche Ansätze heute tatsächlich greifen.
„Für mich die entscheidende Frage: wie hole ich die Menschen aus dem Krisen-getriebenen Kontroll- und Introspektions-Modus? Die Dubai-Schokolade und der Hype um Labubus zeigen mir jedenfalls, dass die Neugier auf Neues und die Lust auf Ungewöhnliches nicht gänzlich verschwunden sind“, so Oliver Heyden.
Von Daten, Emotionen und Mehrwerten
Im anschließenden Panel-Talk diskutierte Moderatorin Christina Happel, Head of Marketing & Communications bei pressrelations, mit Nicole Schlögl-Slavik, VP Marketing & Produktmanagement Brief & Werbepost bei der Österreichischen Post, Martin Kernthaler, Head of Marketing bei Payback Österreich, Mario Pecile, Co-Founder von hello again, und Hannes Glavanovits, Leiter Werbung & Information bei Spar Österreich, über die Zukunft von Loyalitätsprogrammen.
Die Expert:innen beleuchteten dabei unterschiedliche Perspektiven auf Kund:innenbindung – von datengetriebenen Loyalty-Strategien über emotionale Markenbindung bis hin zu Personalisierung und Mehrwerten entlang der Customer Journey. Diskutiert wurde außerdem, wie sich Loyalitätsprogramme angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten und steigender Kund:innenerwartungen weiterentwickeln lassen und welche Rolle Preis und Vertrauen spielen.
„Loyalität entsteht heute nicht mehr durch Programme allein, sondern durch konsequent positive Kund:innenerlebnisse. Entscheidend sind daher Maßnahmen, die auffallen, relevant sind und echten Mehrwert bieten – etwa Micro-Moments in Form von personalisierten, physischen Touchpoints, die eine besondere Aufmerksamkeit und emotionale Bindung schaffen“, betont Nicole Schlögl-Slavik.
„Loyalty entsteht nicht durch Rabatte, sondern durch relevante Erlebnisse und echte Beziehungen zu den Kund:innen. Digitale Loyalty geht dabei weit über das reine Punktesammeln hinaus: Sie schafft emotionale Bindung, stärkt die Kund:innenbeziehung langfristig und wird zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil – künftig noch stärker hyperpersonalisiert, KI-unterstützt und automatisiert“, ist Mario Pecile überzeugt.
„Es gibt vier Aspekte, die für die Qualität eines Kundenbindungsprogramms zentral sind: die Relevanz des Angebots, eine gute Usability, das Vertrauen hinsichtlich Datenschutz sowie im Bedarfsfall ein guter Service. Mit diesen vier ‚Zutaten‘ gelingt es uns bei PAYBACK, aus Kund:innen treue Fans zu machen“, sagt Martin Kernthaler.
„Pfandbon, Kassazettel, 25-Prozent-Joker und relevante Infos direkt in der App, aber ohne persönliche Daten. Genau dafür steht die SPAR-App: mehr Nutzen statt mehr Datensammlung“, so Hannes Glavanovits.
Wissensaustausch trifft Networking
Beim abschließenden Networking bei Food und Drinks nutzten die Teilnehmer:innen die Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zur Vertiefung der Themen mit den Speaker:innen.














