In der Disruption Keynote reloaded haben die drei Diskutanten, nach eigener Definition „menschliche Avatare”, eine klare Meinung, die sich an Louis de Funes und seiner Filmfigur des Gendarmen von St. Tropez orientiert: „Yes! No! Oh!” Während Marcus Hantschel, Partnern bei der adbalancer Werbeagentur GmbH, und Peter Rosenkranz, Gründer, CEO und Inhaber von media4more, die beiden Konterparts einnahmen, fungierte Armin Rogl, Gründer und CEO der Social Media Agentur Media Brothers, als „Ringrichter in diesem Schlagabtausch”.
„Das Online-Werbung verliert, das ist defintiv so”, stieg Rosenkranz in das Thema ein. „Die Glaubwürdigkeit von Online-Werbung verliert sogar extrem.” Und sie wird immer mehr verlieren, wenn wir nichts dagegen tun, so der media4more-Chef. Hantschel hielt entgegen, dass mit zunehmender Vielfalt und Kanäle die KonsumentInnen noch empfänglicher für Online-Werbung werden.
In dem kontroversiellen Duell holte Rogl dann rasch Meinungen aus dem Publikum ein, auf die wiederum Rosenkranz und Hantschel reflektierten. Das Spektrum der Themen reichte von der DSGVO über Digital Marketing, die Verteilung der Mediabudgets, Marketingausgaben und Umweltschutz bis hin zu KI und Influencern. Auf das letzte Stichwort reagierte Rosenkranz mit: „Katastrophe!” KI führt bei den Konsumenten zu mehr Vertrauen, so Hantschel. Rosenkranz: „Warum soll das Vertrauen steigen, wenn die KI immer besser wird, und es schwerer wird, zwischen echt und fake zu unterscheiden.”
Wenn das Ausspielen von Werbebotschaften zu sehr der KI überlassen werde, könnte das für die Brand Safety ziemlich problematisch werden, meinte Hantschel. „Ich glaube das Problem der Glaubwürdigkeit ist ein riesiges Problem in der digitalen Kommunikation”, so Rosenkranz. „Wenn es ein Problem mit der Glaubwürdigkeit gibt, dann ist das vielleicht ein Zeichen dafür, dass der Marketingmix nicht mehr passt”, ergänzte Hantschel.
Dann wechselte das Podium noch zum Thema Pro oder Kontra Agenturen. Rosenkranz hielt ein Pladoyer dafür, sich für Kommunikationsaufgaben Know-how ins Haus zu holden. Hantschel hielt mit dem Kostenargument dagegen, sprach sich aber auch für die „Sicht von außen” aus, um einer Betriebsblindheit zu begegnen. Es gelte allerdings, Know-how im Haus aufzubauen, argumentiert Rosenkranz. Das Für und Wider vermischten sich schließlich im Laufe der gegenseitigen und gegensätzlichen Argumentationslinien zum Schluss hin ein bisschen.














