Im Rahmen des zweiten Veranstaltungstags des JETZT SUMMIT diskutierten Daniel Frühberger (Falstaff), Doris Christina Steiner (neongreen), Jenny Phillipek (OMD Austria), Panel-Moderator Joachim Feher (Feherpur), Jochen Schneeberger (willhaben) und Thomas Gigl (Ehrenwort Gewürze) über die Rolle globaler Plattformen im digitalen Ökosystem.
Im Mittelpunkt standen Unternehmen wie Meta Platforms, Amazon, Google, TikTok und Temu, die in ihren jeweiligen Märkten dominierende Positionen aufgebaut haben. Die Diskussion bewegte sich dabei zwischen kritischer Distanz und analytischer Annäherung.
Erfolgsfaktoren der Plattformökonomie
Einigkeit herrschte darüber, dass die großen Tech-Konzerne vor allem durch konsequente Nutzer:innenzentrierung, datengetriebene Geschäftsmodelle und hohe Innovationsgeschwindigkeit erfolgreich geworden sind. Sie hätten früh verstanden, wie sich Skaleneffekte, Personalisierung und Plattformlogiken kombinieren lassen.
Gleichzeitig wurde betont, dass viele dieser Unternehmen klein begonnen haben und ihre heutige Marktstellung das Ergebnis langfristiger strategischer Entscheidungen ist. Dieser Aspekt wurde als wichtiger Lernpunkt für heimische Player hervorgehoben.
Zum Thema Daten sagte Phillipek: „Daten sind der größte Schatz der Tech-Giganten.”
Regulierung versus Wettbewerbsfähigkeit
Die Diskussion zeigte auch die Spannungsfelder im Umgang mit Big Tech. Während in Europa häufig Forderungen nach stärkerer Regulierung oder Einschränkungen laut werden, wurde im Panel die Frage aufgeworfen, ob dies allein ausreiche, um die Wettbewerbsfähigkeit lokaler Unternehmen zu sichern.
Vielmehr brauche es ergänzend eigene Lösungsansätze, die Innovation fördern und gleichzeitig unabhängige digitale Infrastrukturen stärken.
Schneeberger: „Wir entwickeln uns mit der Technik, nicht gegen sie. Wichtig ist, einen Nutzen daraus zu ziehen und in weiterer Folge auch, dass User:innen einen Nutzen daraus ziehen können. Stichwort: User Centration.”
Ableitungen für heimische Unternehmen
Frühberger: „Für uns als Falstaff ist Meta essentiell, um unsere zentralen Messages in die Welt zu tragen. So bieten wir auch unseren Partnern eine zentrale Plattform, um in einem sicheren Umfeld sichtbar zu sein.”
Steiner: „Die meisten meiner Kund:innen wollen die großen Plattformen nutzen. Ich war vergangenen Woche bei einer KI-Messe in den USA und da ging es nur darum, dass alle wieder ins ‚echte’ Leben zurück wollen. Bei den großen Plattformen ist es aber so, dass man mit geringem Aufwand viel erreichen kann und es einfach bei der Messung im Nachhinein hat. Aber wenn jemand nur auf Big Tech setzen will, würde ich dringend davon abraten.”
Als zentrales Ergebnis wurde festgehalten, dass österreichische Unternehmen nicht nur auf regulatorische Maßnahmen setzen sollten. Ebenso wichtig sei es, gezielt von den Erfolgsprinzipien der internationalen Plattformen zu lernen und diese auf den eigenen Kontext zu übertragen.
Dazu zählen insbesondere ein stärkerer Fokus auf Nutzer:innenbedürfnisse, die intelligente Nutzung von Daten sowie der Aufbau skalierbarer digitaler Geschäftsmodelle.
Gigl: „Mich fasziniert derzeit TikTok Shop. Das ist außergewöhnlich, weil man kauft sich Traffic ein, setzt auf Push- oder Pull-Strategie und setzt es ein. Impulskäufe passieren also flott, nur Produkte dort zu listen, macht allerdings keinen Sinn. Zum Thema Brand Safety: da vertraue ich Mark Zuckerberg genauso wenig wie den chinesischen Anbietern.”
Die Podiumsdiskussion machte deutlich, dass der Blick auf Big Tech zwischen Kritik und Inspiration oszilliert. Für heimische Player liegt die Herausforderung darin, aus beiden Perspektiven konkrete Strategien abzuleiten und so langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.














