Eine zentrale Erkenntnis der Studie zeigt, wie Künstliche Intelligenz immer raffiniertere Betrugsmaschen begünstigt, wobei sich Betrugsschemata im Zusammenhang mit Connected TV (CTV) weltweit häufen. So verzeichnete DV im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum ersten Quartal 2025 140 Prozent mehr CTV-Betrugsschemata und deren Varianten. Das macht deutlich, wie Betrüger fortschrittliche Technologien einsetzen, um ihre Aktivitäten zu skalieren und komplexere Vorgehensweisen zu entwickeln.
„CTV zieht Premium-Werbebudgets an und damit auch betrügerische Akteure“, sagt Gilit Saporta, Vice President des Fraud Lab bei DoubleVerify. „Unsere Untersuchungen zeigen, dass Betrüger Schwachstellen im Ökosystem schnell ausnutzen, indem sie auf KI und mangelnde Transparenz setzen, um Werbebudgets abzuzweigen – mit Taktiken, die je nach Markt variieren. Marken müssen dem zuvorkommen, indem sie minderwertige Impressionen eliminieren und ihre Investitionen auf Inventar mit echtem Leistungspotenzial konzentrieren.“
Weitere Ergebnisse des DV-Reports zeigen, wie schnell Betrug im CTV-Bereich zunimmt:
- Anhaltende Bot-Aktivität: DV identifizierte allein im Jahr 2025 mehr als 50 unterschiedliche CTV-Bot-Angriffe und deren Varianten.
- Explosives Wachstum betrügerischer Apps: DV deckte 2025 im Vergleich zu 2024 zehnmal mehr betrügerische CTV-Apps auf.
- Erhebliche finanzielle Auswirkungen: Bei ungeschützten Kampagnen kann Betrug – selbst bei konservativen Schätzungen – Werbetreibende etwa 1,8 Millionen US-Dollar pro einer Milliarde ausgelieferter CTV-Impressionen kosten. Bei Billionen von CTV-Impressionen pro Jahr summieren sich diese Verluste schnell.
Bemerkenswert ist, dass CTV-Betrug je nach Markt unterschiedlich ausgeprägt ist. Bot-Betrug nutzt Software, um reale Nutzer zu imitieren, während Data-Center-Betrug von zentralisierten Servern ausgeht, die große Mengen nicht-menschlichen Traffics generieren. In Nordamerika machten Bot-Angriffe 82 Prozent der Verstöße aus, während Data-Center-Traffic in APAC (98 Prozent), EMEA (66 Prozent) und LATAM (91 Prozent) dominierte. Diese regionalen Unterschiede zeigen, dass Betrüger ihre Taktiken anpassen – und unterstreichen die Notwendigkeit maßgeschneiderter Strategien.
Die DV-Studie stellt zudem eine weit verbreitete Annahme infrage: dass der Einkauf von CTV-Inventar über Direktdeals oder Private Marketplaces (PMPs) das Betrugsrisiko grundsätzlich reduziert. DV identifizierte Bot-Aktivität in mehreren direkten CTV-Käufen großer globaler Werbetreibender. In einer Kampagne im Bereich Consumer Healthcare entfielen 34 Prozent der Impressionen auf Bots, verglichen mit 25 Prozent in einer großen FMCG-Kampagne – beide über Direktdeals abgewickelt.
„Es herrscht die Auffassung, dass Direktdeals im CTV-Bereich betrugsfrei sind, doch das ist nicht der Fall. Betrug findet immer einen Weg“, ergänzt Saporta. „Er kann überall dort auftreten, wo Inventar gekauft und verkauft wird. Ohne eine unabhängige Verifizierung und proaktive Schutzmaßnahmen riskieren Werbetreibende, Premiumpreise für Impressionen zu zahlen, die keinen realen Wert liefern.“
Die Analyse von DV zeigt eine deutliche Kluft zwischen geschützten (mit Verifizierungsmechanismen) und ungeschützten Umgebungen. Bei DV-geschützten CTV-Kampagnen lagen die Betrugsraten unter 1 Prozent, verglichen mit nahezu 9 Prozent in ungeschützten Kampagnen. Mit zunehmender Komplexität der Betrugsformen ist effektiver Schutz keine Option mehr, sondern eine Grundvoraussetzung für Performance.
Darüber hinaus stellte DV fest, dass weniger als ein Viertel (21 Prozent) der Werbetreibenden die CTV-Performance anhand von Invalid Traffic (IVT) oder Betrugserkennung als KPI messen. Obwohl Betrugsprävention kein direkter Leistungsindikator ist, spielt sie eine entscheidende Rolle für den Kampagnenerfolg. Betrügerische Impressionen können keine Ergebnisse erzielen, und die Ausspielung in minderwertigen Umfeldern reduziert die Effektivität von Kampagnen. Durch die Identifikation und Vermeidung von ungültigem Traffic können Werbetreibende ihre Investitionen auf hochwertige Impressionen mit echtem Leistungspotenzial verlagern – und so sowohl die Mediaeffizienz als auch die Kampagnenergebnisse verbessern.
DV hat im Januar DV Authentic Streaming TV eingeführt, eine Lösung, die Verifizierung und Optimierung kombiniert und granulare Pre-Bid-Analysen, KI-gestützte Aktivierung sowie eine einheitliche Messung über Streaming TV und CTV hinweg ermöglicht. Die Lösung hilft Marken, minderwertige Impressionen zu vermeiden, Budgets auf leistungsstarkes und kontextuell relevantes Inventar zu fokussieren und messbare Ergebnisse zu erzielen.














