
DMEXCO
Die DMEXCO 2019 ist mittlerweile – zumindest für die Besucher – vorbei. Wie würden Sie Ihr Stresslevel nach der diesjährigen Messe, auf einer Skala von eins bis zehn bewerten? Gibt es Zeit zum Durchatmen oder befinden Sie sich schon mitten in der Planung für 2020?
Christoph Menke: Ich glaube ich bin auf einer Skala von eins bis zehn bei sechs angekommen, also noch ein bisschen über dem Durchschnitt. Allerdings wird es in nächster Zeit wieder etwas ruhiger: Die Aussteller und Besucher gehen jetzt in das sogenannte „Nachreporting“ und dabei unterstützen wir sie mit unseren Zahlen und Daten. Danach schnaufen wir vielleicht zwei Wochen durch. Ein Urlaub oder einfach ein bisschen Zeit zum Abschalten soll dafür sorgen, dass das Team danach wieder mit voller Energie und vielen neuen Ideen in die Vorbereitungen für die Veranstaltung im nächsten Jahr starten kann. Spätestens ab Oktober geht es dann wieder richtig zur Sache.
Wie wurden Sie eigentlich Director Sales & Operations bei der DMEXCO?
Christoph Menke: Die koelnmesse hat mir vor sieben Jahren die Chance gegeben in der In-House-Beratung tätig zu werden. Im Zuge der neuen Tätigkeit habe ich festgestellt, dass mir das Operative im Messemanagement sehr liegt und auch Freude bereiten könnte. Für zwei Jahre habe ich die photokina organisiert und bin dieses Jahr bei der DMEXCO angelangt.
Wie würden Sie Ihre genauen Aufgabenbereiche im Rahmen der DMEXCO beschreiben?
Christoph Menke: Mein Team und ich verantworten den kompletten Flächenbetrieb, also alles was Quadratmeter und Austellerflächen betrifft. Zusätzlich sind wir für die gesamte operative Abwicklung der Messe zuständig: Dabei planen wir, welche Räume bespielt werden, wie sie bespielt werden, wann der Aufbau beginnt, wann wir aufwendige Bühnen anfangen zu gestalten sowie die Planung des Ticketing-Prozesses und der App. Zusammenfassend fällt also die Zusammenarbeit mit den Ausstellern gepaart mit der operativen Umsetzung der Messeveranstaltung in meinen Aufgabenbereich.
Wie sehen die von Ihnen gesetzten Sales-Maßnahmen der DMEXCO aus? Was passiert alles In-House und fällt ein Teil der Arbeit auch in den Aufgabenbereich von Agenturen?
Christoph Menke: Wir haben bereits auf der DMEXCO 2019 Vertriebsgespräche für das nächste Jahr geführt. Wir trennen hier immer ein bisschen zwischen Bestandskunden und Potenzialkunden, im Prinzip sind das zwei parallel verlaufende Stränge. Ab Oktober werden wir diesbezüglich unsere Aktivitäten hochfahren, das bedeutet, wir gehen zu persönlichen Kundenbesuchen, sprechen mit Marktteilnehmern und sind auf diversen Veranstaltungen unterwegs. Wir haben zwar freie Mitarbeiter, aber der Großteil wird von unserem Team erledigt, da uns ein langfristiges persönliches Verhältnis zu den Kunden wichtig ist.
Auf der DMEXCO 2019 zählten unter anderem Programmatic Advertising und Consumer Experience Design zu den wichtigsten Trends der digitalen Welt. Werden diese Themen –Ihrer Meinung nach – auch bei der DMEXCO 2022 zu den Trendthemen gehören?
Christoph Menke: Gute Frage! Wir haben unsere Augen und Ohren immer am Markt, nicht zuletzt über unseren Chief Advisor Dominik Matyka, der ein Kind der Digitalwirtschaft ist. Aber auch über unseren Verband, den BVDW (Bundesverband Digitale Wirtschaft). Ich glaube wenn man jetzt darüber nachdenkt, ob Virtual Reality im Marketing durchschlägt, dann wird diese Frage niemand so richtig beantworten können. Für mich steht aber fest, dass die DMEXCO die entsprechenden Antworten für diese brandaktuellen Themen bereithalten muss.
Wie stellen Sie sich die DMEXCO in 10 Jahren vor? Gibt es in Zukunft überhaupt noch Messen, so wie wir sie kennen?
Christoph Menke: Ich bin davon überzeugt, dass es Messen geben wird, weil der Mensch gerne den persönlichen Kontakt pflegt. Dennoch glaube ich, dass wir in digitaler Hinsicht einiges tun können, damit dieser Austausch noch besser gelingt. Und selbst wenn vieles digitalisiert, automatisiert und damit immer besser verbreitet wird, ist es unsere Aufgabe auch weiterhin für Überraschungen zu sorgen, denn auch das gehört zu einer Messe.
Internet World Austria berichtete in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Marketing und Kommunikation der FH St. Pölten live von der DMEXCO. Dieses Interview wurde im Zuge der Kooperation von Magdalena Muck und Anna Lisa Neuhauser geführt.














