Dörte Spengler-Ahrens ist neue Präsidentin des ADC of Europe (ADCE). Die Non-Executive Chairwoman von Jung von Matt folgt auf Alexander Schill, Global Chief Creative Officer der Serviceplan Group, der den Verband seit 2021 geführt hatte. Zuvor war Spengler-Ahrens bereits Präsidentin des ADC Deutschland, ihre Amtszeit dort endete im Herbst 2024.
Mit ihrer Ernennung rückt eine der profiliertesten deutschen Kreativen an die Spitze des europäischen Kreativclubs. Spengler-Ahrens will den ADCE stärker als zentrale Plattform für europäische Kreativleistungen positionieren und die Zusammenarbeit der nationalen Clubs vertiefen.
Neue Wettbewerbsstruktur zum Jubiläum
Die Personalie fällt in eine Phase der Neuausrichtung. Der ADCE Award feiert sein 35-jähriges Bestehen und führt zugleich eine neue Wettbewerbsstruktur ein. Ziel ist es, die Zahl der Einreichungen zu erhöhen und die Vielfalt der europäischen Kreativlandschaft stärker abzubilden.
Bislang war die Teilnahme am ADCE-Wettbewerb Gewinner:innen und Nominierten der nationalen Kreativclubs vorbehalten. Künftig können auch Arbeiten eingereicht werden, die bei einem der 25 nationalen Mitgliedsclubs oder ausgewählten weiteren Wettbewerben teilgenommen haben.
„Wir wollen der renommierteste, respektierteste und relevanteste europäische Award sein – der ADC der europäischen ADCs, mit einer neuen Dimension der Zusammenarbeit und gemeinsamen Vertretung“, sagt Spengler-Ahrens.
Kreativwettbewerbe unter Druck
Die Öffnung des Wettbewerbs erfolgt in einem herausfordernden Marktumfeld. Viele Award-Veranstalter stehen angesichts der wirtschaftlichen Lage unter Druck. Insbesondere internationale Agenturen prüfen ihre Investitionen in Kreativwettbewerbe zunehmend kritisch.
Auch in Deutschland verändert sich die Bedeutung einzelner Awards. HORIZONT und W&V haben sich auf ein gemeinsames Kreativranking verständigt, in das künftig nur noch sechs Wettbewerbe einfließen. Für europäische Awards steigt damit der Druck, ihre Relevanz für Agenturen, Auftraggeber:innen und Kreative klarer zu belegen.
Spengler-Ahrens sieht Kreativwettbewerbe dennoch weiterhin als wichtigen Orientierungspunkt. „Kreativwettbewerbe bieten Auftraggebern eine Orientierung im Markt und Kreativen eine Möglichkeit der Profilierung. Diese Effekte sind nach wie vor gefragt. Der ADC of Europe muss die Benchmark für europäische Auftragskommunikation bleiben“, sagt sie.
Mehr Sichtbarkeit für den ADCE
Als Präsidentin dürfte Spengler-Ahrens auch daran gemessen werden, wie sichtbar der Verband künftig in der europäischen Kreativszene auftritt. Ihr Vorgänger Alexander Schill führte den ADCE seit 2021, setzte öffentlich jedoch vergleichsweise wenige Akzente.
Spengler-Ahrens bringt dafür ein starkes internationales Profil mit. Neben zahlreichen Auszeichnungen für ihre kreative Arbeit wurde sie unter anderem 2018 mit dem HORIZONT Award ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr erhielt sie zudem den LIA Legend Award. Seit 2024 ist sie Non-Executive Chairwoman der inhabergeführten Hamburger Agenturgruppe Jung von Matt.
Für den ADCE steht damit eine Phase der Öffnung und Profilierung bevor. Die neue Präsidentin will den Verband nicht nur als Award-Plattform, sondern auch als gemeinsame Stimme der europäischen Kreativclubs stärken.














