Meta plant, den Messaging-Dienst WhatsApp verstärkt als Werbeplattform zu nutzen. Künftig sollen Unternehmen über den Bereich „Updates“ Werbeplätze buchen und Kanäle gegen Zahlung prominent platzieren können. Ergänzend dazu sollen Kanalbetreiber künftig kostenpflichtige Inhalte über ein Abo-Modell anbieten dürfen.
Für die personalisierte Ausspielung von Anzeigen wertet Meta bestimmte Verhaltensdaten der Nutzerinnen und Nutzer aus – darunter Angaben zur verwendeten Sprache, der Stadt oder dem Land sowie die Interaktionen mit Werbeinhalten und abonnierten Kanälen. Die Inhalte privater Chats sollen davon unberührt bleiben.
Laut Meta-Managerin Nikola Srinivasan beschränke sich die Datennutzung derzeit auf „limitierte Informationen“. Wer seinen WhatsApp-Account jedoch mit einem Facebook- oder Instagram-Konto verbindet, ermöglicht dem Konzern einen erweiterten Datenaustausch zwischen den Plattformen. Die neuen Funktionen sollen weltweit in den kommenden Monaten ausgerollt werden, ein konkreter Starttermin für Deutschland steht noch aus.
Die Entwicklung steht im Kontrast zu früheren Aussagen von Meta. Nach der Übernahme von WhatsApp im Jahr 2014 hatte CEO Mark Zuckerberg noch betont, dass der Dienst werbefrei bleiben werde. Bereits kurz nach dem Kauf war es zum Zerwürfnis mit dem WhatsApp-Gründerteam gekommen – Brian Acton verließ das Unternehmen und unterstützte den alternativen Messenger Signal mit einer Millionenspende.
Datenschutzexpert:innen sehen die aktuellen Pläne kritisch. Der österreichische Aktivist Max Schrems fordert eine genaue Prüfung, ob die Einwilligung zur Datennutzung im Einklang mit europäischem Datenschutzrecht steht. Bereits bei Facebook und Instagram bietet Meta Nutzerinnen und Nutzern in der EU eine werbefreie Nutzung gegen Bezahlung – derzeit ab 5,99 Euro im Monat – an. Es bleibt offen, ob ein ähnliches Modell auch für WhatsApp vorgesehen ist.













