Was motiviert Sie morgens, in die Agentur zu gehen?
Melanie Fischer: Mich motiviert die Tatsache, dass ich mit meinem Verhalten und meiner Arbeit wirklich etwas bewirken kann. Wir als Agentur haben die Möglichkeit, Marken so zu gestalten, dass sie einen positiven Einfluss auf Menschen und Gesellschaft haben. Das bedeutet für mich, Haltung zeigen, nach innen wie nach außen. Mit Strategien, die den KundInnen präsentiert werden, kann schon der erste Baustein gelegt werden, die Welt in eine bessere Richtung zu leiten. Das gelte auch für den Umgang innerhalb der Agentur, wo wir uns als Vorreiter in der Branche sehen.
Wie erfolgreich ist Ihr Modell der Customized Teams?
Fischer: Großartig, mit dem Modell der Customized Teams haben wir ein System geschaffen, das den Bedarf der KundInnen ins Zentrum rückt. Mitarbeiter werden speziell für unterschiedliche Aufträge und dessen Umfang zusammengestellt, sodass sehr gut auf die individuellen Problemstellungen eingegangen werden kann. Wir können große Etats bedienen, aber auch kleine Projekte effizient umsetzen. Zudem arbeiten Diego del Pozo und ich stetig dabei Verbesserung und Weiterentwicklung in die Agentur zu bringen, denn aufhören sich weiterzuentwickeln wäre der Anfang vom Ende.
Welche Kampagnen spiegeln LWNDs Haltung besonders wider?
Fischer: LWND arbeitet mit Unternehmen zusammen, die gesellschaftliche Verantwortung übernehmen. Für uns ist Werbung mehr als Produktverkauf, sie kann Aufklärungsarbeit leisten und gesellschaftliche Themen sichtbar machen. Besonders Kampagnen für Allianz rund um Themen, wie Inklusion oder Gleichberechtigung, sei es das Pride Movement, die Paralympics oder Female Empowerment, genauso wie die Arbeiten für öGIG im Bereich der digitalen Teilhabe oder die Zusammenarbeit mit oekostrom für eine saubere Energiezukunft sind dafür beispielhaft.
Können Sie noch ein Beispiel für eine erfolgreiche 360 Grad Kampagne nennen? Was hat sie besonders gemacht?
Fischer: Ein Paradebeispiel ist die im Frühjahr gelaunchte Kampagne für win2day, die unter dem Kampagnenclaim „Es lebe Fairplay“ ein Zeichen für mehr Gleichberechtigung im österreichischen Sport setzt. Gleichstellung im Sport ist für win2day keine kurzfristige Initiative, sondern eine Haltung, die seit Jahren aus Überzeugung gelebt wird. Win2day setzt sich langfristig dafür ein, dass alle Sportlerinnen und Sportler, unabhängig von Geschlecht oder körperlichen Voraussetzungen, die gleichen Chancen und die Anerkennung erhalten, die sie verdienen. Genau diesen Spirit haben wir in der Kampagne transportiert und allen SportlerInnen die gleiche Bühne gegeben. Unser Ziel war es, Vorurteilen zu brechen und wachzurütteln, denn es spielt keine Rolle, ob ein Mann oder eine Frau am Court steht, ob die Person im Rollstuhl sitzt oder geht, alle bringen dieselbe Leidenschaft aufs Feld und feiern ihre Triumphe gleich.
Welche Trends des Digitalen Marketings, besonders in der DACH-Region sind Ihrer Meinung nach aktuell stark überschätzt und welche unterschätzt?
Fischer: Das Thema KI ist wahrlich das Thema der Stunde, wobei der ersten Euphorie nun vor allem Fragen nach einem zielgerichteten und vor allem sicheren Einsatz folgen. Der Gegentrend sei bereits spürbar, denn das Internet wird von AI-Content gerade überflutet und KundInnen und Marken erkennen wieder stärker die Wichtigkeit von Authentizität und Menschlichkeit. Sie wollen wieder echte, menschliche Inhalte, keine KI-Ästhetik. In unserer Agentur wird KI gezielt genutzt, um Prozesse zu vereinfachen und Routine-Tätigkeiten zu erledigen, nicht um Ideen zu generieren. Die gewonnene Zeit kann wiederum für die Entwicklung neuer Ideen verwendet werden. Die menschliche Fähigkeit zu fühlen, bleibt unersetzbar. Wir spüren, was Menschen bewegt, das kann keine Maschine. Zumindest noch nicht.
Internet World Austria berichtet in Zusammenarbeit mit dem Studiengang Marketing und Kommunikation der FH St. Pölten. Dieser Artikel wurde von Simone Wageneder und Amra Dzilic verfasst.












