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Annett Polaszewski-Plath, Managing Director DACH bei Mollie

Fünf E‑Commerce-Trends, die den Handel 2026 grundlegend verändern

KI-Agenten, vernetzte Zahlungsdaten und neue Konsummuster treiben den E-Commerce in eine neue Phase. Laut Einschätzungen von Mollie prägen fünf Entwicklungen die Handelslandschaft ab 2026 besonders stark.

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Ab 2026 verlagern sich Kaufentscheidungen zunehmend vom sichtbaren Frontend in automatisierte Backend-Prozesse. KI-Agenten und digitale Assistenten übernehmen immer häufiger Produktauswahl, Kauf und Bezahlung im Auftrag der Kund:innen. Nach Einschätzung von Annett Polaszewski-Plath, Managing Director DACH bei Mollie, werden Transaktionen dabei primär über API-Aufrufe abgewickelt. Händler:innen stehen vor der Aufgabe, ihre Systeme auf Headless-Commerce-Architekturen und API-first-Strategien auszurichten, um in diesen neuen Kaufprozessen überhaupt berücksichtigt zu werden.

Zahlungsdaten ersetzen klassische Kundenprogramme

Parallel dazu gewinnen Payment-Daten an strategischer Bedeutung. Mithilfe der sogenannten Payment Account Reference, kurz PAR, lassen sich Kund:innen kanalübergreifend identifizieren, ohne zusätzliche Logins oder physische Kundenkarten. Damit wird es möglich, das tatsächliche Kaufverhalten über alle Touchpoints hinweg zu erfassen. Händler:innen, die weiterhin in isolierten Kanälen denken, riskieren laut Polaszewski-Plath, den realen Wert ihrer Kund:innen nicht mehr korrekt einschätzen zu können.

KI-gestützte Rückerstattungen verändern das Retourenmanagement

Ein weiterer Wandel betrifft den Umgang mit Retouren. Steigende Kosten für Rückversand, Lagerung und Verarbeitung führen dazu, dass KI-Systeme künftig entscheiden, ob eine Rücksendung wirtschaftlich sinnvoll ist. In bestimmten Fällen erhalten Kund:innen sofort ihr Geld zurück und behalten die Ware. Diese sogenannten Smart Refunds reduzieren operative Kosten, senken Umweltbelastungen und können gleichzeitig die Zufriedenheit der Kund:innen erhöhen.

Digitale Produktpässe werden zum neuen Touchpoint

Mit den kommenden EU-Vorgaben zu digitalen Produktpässen entsteht ein neuer Standard für Transparenz im Handel. Über QR-Codes erhalten Konsument:innen detaillierte Informationen zur Herkunft, Materialzusammensetzung, Reparierbarkeit und Nachhaltigkeit eines Produkts. Was zunächst als regulatorische Pflicht beginnt, entwickelt sich laut Mollie zu einem Verkaufsargument. Händler:innen können die zugrunde liegenden Daten für Authentifizierung, Re-Commerce-Modelle oder exklusive Inhalte zur Kund:innenbindung nutzen und damit neue Umsatzpotenziale erschließen.

„Treatonomics“ fördern Impulskäufe im Mobile Commerce

Schließlich verändert auch das Konsumverhalten die Anforderungen an den E‑Commerce. In wirtschaftlich angespannten Zeiten verzichten viele Kund:innen auf große Anschaffungen, gönnen sich aber bewusst kleinere Luxusmomente. Diese spontanen Kaufentscheidungen erfolgen häufig mobil. Für Händler:innen rücken daher schnelle, reibungslose Checkouts in den Fokus. One-Click-Zahlungen und bevorzugte Wallets tragen dazu bei, Kaufabbrüche zu reduzieren und Impulskäufe erfolgreich abzuschließen.

Insgesamt zeigt sich: Der E‑Commerce der kommenden Jahre wird weniger sichtbar, stärker automatisiert und datengetriebener. Händler:innen, die frühzeitig in flexible, KI-fähige Infrastrukturen investieren, schaffen die Voraussetzungen, um auch 2026 wettbewerbsfähig zu bleiben.

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