Wie so viele Lebensbereiche wird auch das menschliche Kaufverhalten maßgeblich von Künstlicher Intelligenz beeinflusst. Vor allem bei der Suche nach Produkten und Informationen zu diesen spielt KI bereits eine wichtige Rolle, wie eine kürzlich von CELUM und TQS durchgeführte, repräsentative Umfrage ergab. Denn sowohl KI-Chatbots als auch automatisch generierte KI-Zusammenfassungen der Google-Suche werden hierfür von mehr als einem Viertel der Österreicher*innen eingesetzt. Beide Varianten sind bei Frauen beliebter als bei Männern (KI-Chatbot: 30,1 Prozent vs. 23,5 Prozent; KI-Zusammenfassung: 31,3 Prozent vs. 26,8 Prozent).
Junge Menschen suchen diverser
Wenig überraschend ist die KI-Nutzung unter jüngeren Menschen am verbreitetsten. Unter den 16- bis 29-Jährigen suchen jeweils vier von zehn mittels KI-Chatbots (41,9 Prozent) beziehungsweise KI-Zusammenfassungen (39,6 Prozent) nach Produktinformationen. Mit steigendem Alter nimmt die KI-Verwendung in diesem Kontext deutlich ab, wobei Personen ab 40 Jahren eher eine automatische Zusammenfassung lesen als einen Chatbot zu befragen.
Außerdem sucht die jüngste Altersgruppe (16 bis 29 Jahre) in der Regel über die meisten verschiedenen digitalen Kanaltypen – durchschnittlich fast drei pro Person. Mit 70 Prozent holt hier mit Abstand der größte Anteil auch über Social Media Produktinformationen ein. Danach folgen die 30- bis 39-Jährigen mit 49,3 Prozent. Und die klassische Suchmaschine ist nur unter den 50- bis 65-Jährigen noch verbreiteter als in der Gen Z (77,2 Prozent vs. 75,3 Prozent).
„Agentic Commerce“ noch am Anfang
„Wir stehen erst am Beginn der Ära des ‚Agentic Commerce‘, also der kund*innenseitigen Nutzung von KI im Kaufprozess. Aktuell kommt sie vorrangig in der Produktsuche zum Einsatz. In Zukunft ist aber davon auszugehen, dass uns KI-Agenten auch die Entscheidung und den Kauf abnehmen werden“, erklärt Alexandra Vetrovsky-Brychta, Chief Growth Officer von CELUM. Für Unternehmen schlussfolgert sie: „Marken und Händler müssen die Inhalte zu ihren Produkten schon jetzt so aufbereiten, dass diese von der KI gefunden, verstanden und schlussendlich empfohlen beziehungsweise gekauft werden. Wer den Content nicht für Maschinen strukturiert, wird in der Entscheidungslogik der Agenten schlicht nicht mehr stattfinden.“
Osten liest Zusammenfassung, Westen fragt den Bot
Im Bundesländervergleich fällt ein interessantes Muster auf: Während in den östlich und zentral gelegenen Ländern, mit Ausnahme von Niederösterreich, die KI-Zusammenfassungen verbreiteter sind als der Chatbot, ist es in Tirol und Vorarlberg andersherum. Nur in Salzburg ist das Verhältnis ausgeglichen. In Summe sticht das Burgenland als KI-Hochburg heraus: 43,8 Prozent der Menschen nutzen hier KI-Zusammenfassungen, 31,3 Prozent KI-Chatbots. Im Gegensatz dazu steht Kärnten auf dem letzten Platz, wo nur 23,4 Prozent in KI-Zusammenfassungen und 21,9 Prozent mit Hilfe von KI-Chatbots nach Produktinformationen suchen. Die Bundeshauptstadt Wien bleibt, was beide Kanaltypen angeht, mit 28,4 Prozent (KI-Zusammenfassungen) beziehungsweise 22,1 Prozent (KI-Chatbots) unter dem Durchschnitt.
Die Umfrage wurde ebenfalls in Deutschland durchgeführt. Die KI-Nutzung zur Suche ist dort zwar etwas verbreiteter als hierzulande, dafür nutzt der*die Österreicher*in im Schnitt mehr verschiedene Kanaltypen.













