Am vorletzten Tag des Cannes Lions International Festival of Creativity wurden die Gewinner in den Kategorien Creative Business Transformation, Creative Effectiveness, Creative Strategy, Luxury, Brand Experience & Activation, Creative Commerce und Innovation bekannt gegeben. Besonders bemerkenswert war dabei der erste Grand Prix in der Geschichte Griechenlands, der in der Kategorie Creative Business Transformation vergeben wurde. Kanada sicherte sich mit dem Grand Prix in der Kategorie Innovation bereits die zweite höchste Auszeichnung der Festivalwoche.
Simon Cook, CEO von LIONS, betonte die Bedeutung der prämierten Arbeiten: „Unsere Jurys haben Kampagnen ausgezeichnet, die eindrucksvoll zeigen, wie Kreativität Unternehmen nachhaltig verändern und deren wirtschaftlichen Erfolg fördern kann. Herzlichen Glückwunsch an Griechenland zum ersten Grand Prix des Landes – eine herausragende Leistung, die neue Maßstäbe für kreative Exzellenz weltweit setzt.“
In der Kategorie Creative Business Transformation, die kreative Lösungen zur nachhaltigen Weiterentwicklung von Unternehmen auszeichnet, erhielt die Kampagne „The Wedding Rice“ für Wikifarmer, entwickelt von McCann Athens, den Grand Prix. Die Idee bestand darin, nicht essbaren Reis, der traditionell bei Hochzeiten geworfen wird, direkt an Hochzeitsplaner zu verkaufen. Dadurch entstand für Landwirte eine neue, nachhaltige Einnahmequelle, die sowohl messbare wirtschaftliche Erfolge als auch langfristige Verhaltensänderungen bewirkte. Jurypräsidentin Gugu Mthembu würdigte insbesondere die Einfachheit und Skalierbarkeit der Idee, die ohne neue Infrastruktur oder große Investitionen auskam und dennoch eine nachhaltige Transformation ermöglichte.
Der Grand Prix der Creative Effectiveness Lions ging an „Three Words“ für AXA France, entwickelt von Publicis Conseil Paris. Die Kampagne integrierte eine lebensrettende Drei-Wort-Klausel für Betroffene häuslicher Gewalt in Hausratversicherungsverträge und erzielte damit sowohl gesellschaftliche Wirkung als auch nachweisbare wirtschaftliche Erfolge für das Unternehmen. Jurypräsidentin Bertille Toledano bezeichnete die Arbeit als außergewöhnlich persönlich und zugleich gesellschaftlich wie kulturell hochrelevant.
In der Kategorie Creative Strategy wurde „The Pub that Refused to Die“ für Heineken, entwickelt von LePub Mailand und Publicis Dublin, mit dem Grand Prix ausgezeichnet. Die Kampagne griff die wahre Geschichte eines irischen Dorfpubs auf und entwickelte daraus ein Modell, das Gemeinden dabei unterstützt, ihre Pubs gemeinschaftlich zu übernehmen und zu erhalten. Jurypräsidentin Sarah Lemarié hob hervor, dass die Kampagne ein gesellschaftliches Problem durch eine kreative, kulturell tief verankerte Lösung adressiere und Heineken damit einen besonderen Platz in den Herzen der Menschen verschafft habe.
Den Grand Prix der Luxury Lions erhielt „Warmer Together“ für Moncler, entwickelt von Wesayhi. Die Kampagne setzte auf eindrucksvolle Kurzfilme und emotionale Bildwelten, die das Markenversprechen von Wärme und menschlicher Verbundenheit in den Mittelpunkt stellten. Jurypräsidentin Pum Lefebure erklärte, die Arbeit habe Luxus auf seine stärkste Wahrheit reduziert: menschliche Nähe. Besonders die Begegnung der Schauspiellegenden Al Pacino und Robert De Niro habe einen ebenso schlichten wie unvergesslichen Moment geschaffen.
In der Kategorie Brand Experience & Activation wurde „Expedition Impossible“ für Columbia Sportswear, entwickelt von adam&eveDDB/TBWA London, mit dem Grand Prix ausgezeichnet. Columbia versprach, das Unternehmen an jede Person zu verschenken, die beweisen könne, dass die Erde flach sei. Mit dieser provokanten Aktion gelang es der Marke, weltweit Aufmerksamkeit zu erzeugen und gleichzeitig wissenschaftliche Fakten in den Mittelpunkt der öffentlichen Diskussion zu rücken. Jurypräsident Rafael Pitanguy bezeichnete die Kampagne als ein herausragendes Beispiel dafür, wie klassische Verkaufsförderung mit höchster kreativer Qualität und gesellschaftlicher Aktualität verbunden werden könne.
Der Grand Prix der Creative Commerce Lions ging an „Lucky Fan Index“ für den Fußballverein Wisła Kraków, entwickelt von VML Warschau. Mithilfe eines KI-gestützten Systems, das Datenanalyse mit der emotionalen Bindung der Fans verknüpfte, gelang es, die Beziehung zwischen Verein und Anhängerschaft nachhaltig zu stärken und zugleich den wirtschaftlichen Erfolg des Clubs zu steigern. Jurypräsident Phil Camarota hob hervor, dass die Kampagne den Begriff des Mehrwerts im Creative Commerce grundlegend neu definiert habe.
In der Kategorie Innovation Lions erhielt „Supernova Adaptive“ für adidas, entwickelt von TBWA\Canada, den Grand Prix. Der gemeinsam mit Menschen aus der Down-Syndrom-Community entwickelte Laufschuh erweitert die Möglichkeiten sportlicher Teilhabe und steht beispielhaft für Innovation mit gesellschaftlicher Wirkung. Jurypräsident Kazuhiro Shimura erklärte, Innovation bedeute heute nicht mehr nur den Nachweis einer technischen Idee, sondern den tatsächlichen Beweis gesellschaftlicher Veränderung.
Darüber hinaus wurden die Regional Networks of the Year ausgezeichnet. In Asien, Lateinamerika und Nordamerika ging die Auszeichnung an Ogilvy, in Europa an TBWA Worldwide, im Nahen Osten und Nordafrika an McCann sowie im Pazifik und in Subsahara-Afrika an Leo.
Alle Shortlists und Gewinner sind auf der Plattform „The Work“ verfügbar.














