Laut aktueller Studie „Street Smart: Putting the Citizen at the Center of Smart City Initiatives”, für die Capgemini 10.000 Bürger und über 300 städtische Beamte in zehn Ländern befragte, sehen Bürger in einer Smart City und den entsprechenden Maßnahmen folgende Vorteile: Mehr als die Hälfte halten Smart Cities für nachhaltig (58 Prozent) und meinen, dass deren städtischen Leistungen ein höhere Qualität besitzen (57 Prozent). Ein Drittel ist daher bereit, für Mehrwerte im urbanen Raum auch mehr zu bezahlen. Zugleich nennen städtische Führungskräfte insbesondere Fragen zur Finanzierung und Datennutzung als gravierende Hemmnisse bei der Einführung neuer digitaler Leistungen. Nur jeder zehnte von ihnen attestiert seiner Stadt bei der Umsetzung eines umfassenden Smart-City-Konzeptes ein fortgeschrittenes Stadium. Knapp ein Viertel (22 Prozent) weltweit hat überhaupt erst mit der Einführung von Smart-City-Maßnahmen begonnen. Der Bedarf an intelligenten Maßnahmen spiegelt sich im Interesse der Bürger und der Einschätzung wider, dass die Anzahl an Megastädten mit über 10 Millionen Einwohnern bis 2030 von 33 auf 43 steigt und zwei Drittel der Weltbevölkerung im Jahr 2050 in einer Stadt leben werden.
Finanzierung und technologische Basis sind Hemmnisse
Die Finanzierung stellt laut 70 Prozent der Führungskräfte städtischer Verwaltungen eine Herausforderung dar. Für 68 Prozent ist es schwierig, die nötigen digitalen Plattformen für Smart-City-Initiativen auszubauen oder Zugang zu ihnen zu erhalten. Hinzu kommt, dass 63 Prozent der Bürger den Schutz persönlicher Daten höher gewichten als verbesserte städtische Leistungen. 54 Prozent von ihnen meinen zudem, dass die großen Technologiekonzerne im Vergleich bessere Services als die aktuell verfügbaren zu bieten haben.
Städter legen zunehmend Wert auf Nachhaltigkeit
Für die urbane Gesellschaft gewinnt Nachhaltigkeit an Bedeutung: 42 Prozent der Bürger nennen die aus der Umweltverschmutzung entstehenden Herausforderungen als ein wesentliches Problem, 36 Prozent die geringe Anzahl an Nachhaltigkeitsinitiativen. Unter den städtischen Beamten erkennen 42 Prozent einen Mangel an Nachhaltigkeitsmaßnahmen innerhalb der letzten drei Jahre. Wenn die Einführung digitaler Technologien ausbleibt fürchten 41 Prozent von ihnen zudem, dass ihre Stadt in den nächsten fünf bis zehn Jahren weniger nachhaltig sein wird. Smart-City-Maßnahmen führen laut der Studie nicht nur zur messbaren Ergebnissen, sondern auch zu einer größeren Zufriedenheit der Stadtbewohner mit ihrem Lebensumfeld. Demnach sind beispielsweise 73 Prozent der Bürger, die auf Smart-City-Angebote zurückgreifen, zufriedener mit ihrer Lebensqualität in Hinblick auf gesundheitlich relevante Faktoren wie der Luftqualität; bei denjenigen, die solche Angebote nicht nutzen, sind es 56 Prozent.
Smart-City-Strategie und ‑Umsetzung erfordert Zusammenarbeit der Hauptakteure
Für die Umsetzung innovativer Technologien ist die Zusammenarbeit zentraler Akteure wie der lokalen Verwaltung, den Bürgern sowie Dritten, einschließlich Start-Ups, Bildungseinrichtungen und Risikokapital-Fonds, wichtig. Hierzu empfiehlt Capgemini städtischen Verwaltungen ein drei-stufiges Vorgehen: Die Erstellung eins umfassenden Smart-City-Konzeptes, basierend auf den Eckpfeilern Nachhaltigkeit und Resilienz, sowie die Befähigung der städtischen Beamten als Entrepreneure zu agieren und gleichzeitig das Vertrauen und den Datenschutz sicherzustellen. Und: Eine Kultur für Innovation und Zusammenarbeit mit Bürgern und externen Organisationen zu schaffen.
Hier geht’s zur Studie.













