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Albert Sachs
Warum Start-ups lieber einen Kommunikations-Profi anheuern sollten, als einen zweiten Techniker zu engagieren.

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Kim Kardashian ist zwar ein bisschen aus den Schlagzeilen verschwunden, doch sie braucht weitere Publizität auch nicht wirklich, um ihren Ruhm und ihr Vermögen zu mehren. Man muss Kim Kardashian auch nicht lieben, ja sie nicht einmal mögen, um sie für eine einzigartige Leitung zu bewundern. Die US-amerikanische Reality-Show-Teilnehmerin, Schauspielerin, Influencerin, Tänzerin, Unternehmerin, Sängerin, Mode-Ikone – Was ist sie eigentlich wirklich? – hat es geschafft, zwar weltberühmt, aber nicht wirklich für etwas Konkretes be- und gerühmt zu sein.

Den beinahe einzigartigen Ruhm verdankt Kardashian ausschließlich ihrem Umgang mit den Medien. Sie kennt die Mechanismen der medialen Gesellschaft ganz genau und weiß sich derer auch zu bedienen. Im medialen Spiel ist die US-Amerikanerin eine wahre Meisterin.

Ein bisschen etwas vom medialen Urinstinkt der Kardashian würde ich jeder Start-up-Gründerin und jedem ‑Gründer wünschen. Die Erfahrungen sind meist andere. Gründer und Jungunternehmerinnen sind in medialen Dingen derart unbedarft, dass diese Unkenntnis nicht nur erstaunt, sondern sogar erschreckt. Das gilt nicht nur für die mediale Eigeninszenierung, sondern auch für das mediale Verkaufen und Präsentieren von Produkten, Leistungen, Services, Ideen und Erfolgen.

Doch damit Letzteres gelingt, ist zumindest ein Mindestmaß an medialem Verständnis von Nöten. Basiswissen. Nicht mehr! Grundkenntnisse zur Medienlandschaft, zu Funktionsweisen und Zielgruppen von Medien, zu deren Arbeitsweise und ihrer Rolle im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen System. Ein bisschen Menschenkenntnis im Umgang mit JournalistInnen kann auch nicht schaden.

Zum Erfolg eines Unternehmens, auch eines Menschen trägt wesentlich auch eine gewisse Kommunikationsfreude und ‑fähigkeit bei. Der Historiker und Soziologe Rainer Zitelmann hat dazu ein wunderbares Buch geschrieben: „Die Kunst, berühmt zu werden: Genies der Selbstvermarktung von Albert Einstein bis Kim Kardashian“ (‎FinanzBuch Verlag, ISBN 978–3‑95972–350‑3). „Besondere Leistungen sind nur ein Aspekt, warum jemand berühmt wird. Ein anderer Faktor ist wichtiger, nämlich die Fähigkeit, sich selbst zu vermarken“, formuliert Zitelmann darin. Der Autor weiter: „Wenn Sie nicht in der Lage sind, Ihre Leistungen ins rechte Licht zu rücken und dafür zu sorgen, dass die für Sie relevanten Zielgruppen davon erfahren, dann werden andere an Ihnen vorbei-ziehen, die es besser verstehen, sich selbst zu vermarkten.“

Sein Kapitel über Kardashian überschreibt Zitelmann mit einem Titel, der es längst zur allgemeingültigen Phrase geschafft hat: „Famous for being famous.“

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