Der Digitalisierungs- und Automatisierungsgrad in österreichischen Unternehmen wird von den Befragten insgesamt als solide, aber ausbaufähig eingeschätzt. Rund 60 Prozent bewerten ihr Unternehmen als sehr oder eher weit fortgeschritten. Die Studie „Automatisierung im Unternehmen” wurde von der Österreichischen Post initiiert.
Im Zeitvergleich zeigt sich jedoch eine Stagnation: Der Mittelwert liegt wie bereits im Jahr 2024 bei 2,3 auf einer vierstufigen Skala. Der Anteil jener Unternehmen, die sich als „sehr weit fortgeschritten“ sehen, ist seit 2023 sogar gesunken.
Sicherheit und Kosten als größte Bremsfaktoren
Die größten Herausforderungen liegen weiterhin in klassischen Bereichen. 45 Prozent der Befragten nennen Sicherheitsbedenken rund um Daten als wichtigste Hürde. Auch hohe Investitionskosten (34 Prozent) sowie fehlendes qualifiziertes Personal (31 Prozent) zählen zu den zentralen Barrieren. Zusätzlich wird der hohe Zeitaufwand für Digitalisierungsprojekte von einem Viertel der Unternehmen als Problem gesehen .
KI etabliert sich zunehmend im Unternehmensalltag
Besonders dynamisch entwickelt sich die Nutzung von Künstlicher Intelligenz: 67 Prozent der Unternehmen setzen bereits KI ein, ein deutlicher Anstieg gegenüber 39 Prozent im Jahr 2024 . Weitere 29 Prozent halten den Einsatz zumindest für vorstellbar. Nur fünf Prozent schließen eine Nutzung aktuell aus . Auch die Erwartungen an KI steigen: 61 Prozent gehen davon aus, dass KI ihr Geschäftsmodell in den kommenden fünf Jahren wesentlich verändern wird .
Produktivität und Automatisierung als wichtigste Vorteile
Die größten Potenziale sehen Unternehmen in der Automatisierung komplexer Aufgaben (57 Prozent) sowie in Produktivitätssteigerungen (52 Prozent) . Auch datenbasierte Entscheidungsunterstützung (49 Prozent) gewinnt an Bedeutung. Gleichzeitig sinkt der Anteil jener, die keinen Nutzen in KI sehen, deutlich auf vier Prozent .
Trotz wachsender Nutzung bestehen weiterhin Vorbehalte. Mehr als die Hälfte der Unternehmen betont, dass menschliche Denkprozesse nicht vollständig durch KI ersetzt werden können. Datenschutzbedenken (50 Prozent) und die Sorge vor fehlerhaften Ergebnissen (48 Prozent) zählen ebenfalls zu den häufigsten Kritikpunkten . Auch die korrekte Anwendung der Technologie sowie mögliche Abhängigkeiten werden kritisch gesehen.
Die bisherigen Erfahrungen mit KI fallen überwiegend positiv aus: 64 Prozent berichten von sehr oder eher positiven Ergebnissen . Das Kosten-Nutzen-Verhältnis wird von 42 Prozent als positiv bewertet, während nur sechs Prozent negative Erfahrungen angeben .
KI-Projekte erreichen zunehmend den Produktivbetrieb
Ein Großteil der Unternehmen schafft den Schritt von Pilotprojekten in den operativen Einsatz. 73 Prozent geben an, zumindest einen Teil ihrer KI-Projekte in den Regelbetrieb überführt zu haben. Besonders häufig kommen KI-Anwendungen in der Dokumentenverarbeitung, im Marketing sowie im Kund:innenservice zum Einsatz.
Mensch bleibt zentrale Kontrollinstanz
Trotz zunehmender Automatisierung bleibt der Mensch ein zentraler Faktor. 94 Prozent halten menschliche Kontrolle bei KI-Einführung für wichtig oder sehr wichtig. Auch die Vorstellung, dass KI Führungsaufgaben übernimmt, stößt auf breite Ablehnung: 57 Prozent halten dies für überhaupt nicht vorstellbar.
Die Studie zeigt eine klare Entwicklung: KI hat sich in vielen Unternehmen etabliert und wird zunehmend strategisch eingeplant. Gleichzeitig bestehen strukturelle Herausforderungen – insbesondere in den Bereichen Sicherheit, Kosten und Fachkräfte. Während die operative Nutzung voranschreitet, bleibt die umfassende digitale Transformation vieler Unternehmen weiterhin ein langfristiger Prozess.














