„Alle reden über KI. Heute redet sie über uns“, eröffnete die Journalistin und Autorin Anitra Eggler ihre Keynote am zweiten Tag des JETZT SUMMIT 2026. Sie gilt als eine der pointiertesten Stimme zu Digitalisierung und vor allem auch zu Digital Detox. „KI unzensiert – ChatGPT über die Zukunft von Marketing, Medien und Agenturen – ein Mensch-Maschine-Schlagabtausch“, lautete der Titel ihres Vortrags.
Dann startete Eggler einen Talk mit ChatGPT: „Ich bin immer bereit, das ist mein Geschäftsmodell“, meinte das KI-Modell. Nach einem kurzen Rap ließ sie ChatCPT zu bestimmten Schlagworten wie „Offline-Communities“ reflektiere. ChatCPT als ihr Gegenüber präsentierte Eggler nicht als Tech-Demo, sondern als „radikalen Spiegel für eine Branche im Umbruch“. Zum Mensch-Maschine-Abtausch meinte sie: „2029 wird der Bot-Traffic im Internet den Human-Traffic übrholen.“
Learnig by suffering
„Wir leben in so krassen Zeiten, dass wird hoffen: ‚Möge die Macht mit uns sein‘“, so Eggler. Gerade in Zeiten der KI müssen wir für andere Menschen spannend und erlebbar bleiben, um uns von Bots und ähnlichem zu unterscheiden. Die KI sieht sie ein Instrument, dass immer wieder und unendlich oft erlaubt, etwas Neues auszuprobieren. „Learnig by suffering“, nennt Eggler das.
Ist Kreativität im KI-Zeitalter noch ein Wettbewerbsvorteil, lautete eine ihrer Fragestellungen. Ihr sei es egal, so Eggler, ob jemand mit oder ohne KI schreibt: „Es geht um die Inhalte. Ob jemand etwas zu sagen hat, was wertvoll ist und was andere berührt.“
ChatGPT antwortet nicht diplomatisch
Wie sieht das Marketing der Zukunft aus, fragte Eggler, „braucht es Agenturen überhaupt noch – oder nur noch Menschen, die Verantwortung übernehmen, wenn KI längst schneller, billiger und skalierbarer arbeitet?“ Auch hierzu entschied sich Eggler weder für Mensch noch für Maschine, sondern für „die Relevanz“. ChatGPT antwortet nicht diplomatisch, „nicht auf Agentur-Pitch-Level“, betonte Eggler: „Die Maschine antwortet herzlos ehrlich, irritierend menschlich und überraschend humorvoll.“ Schließlich das Fazit der Vordenkerin im digitalen Markt: „Weil das Marketing immer digitaler, datengetriebener und virtueller wird, sind Fleisch-und-Blut-Events wichtiger denn je: Hier trifft echtes Menschsein auf neue, ziemlich reale Fake-Realitäten.“ Und: „Lasst euch nicht wuschig machen von den vielen KI-Trends. Trends lenken von der Realität ab. Genau deshalb ist die Realität der größte Trend.“
Dann noch die Antwort von ChatCPT zur Frage, nach der Wahrheit: „Wahrheit ist das, was am besten klickt.”














