Es kommt nicht so oft vor, dass jemand spätnachts in der ZiB 2 sitzt und von Armin Wolf zu seinem neuen Job befragt wird. Bei Politikerinnen und Politikern vielleicht. Nach Wahlen oder dem Wechsel an der Spitze eines Ministeriums. Oder wenn ein bekannter Fußballer zu einem prominenten Verein ins Ausland wechselt. Dass ein Techniker im Studio der ORF-Spätnachrichten sitzt und zu seinem neuen Job befragt wird, ist eher die Ausnahme. Möglicherweise war das zum letzten Mal so, als Franz Viehböck zum Austronauten berufen wurde, also zum ersten Österreicher, der in den Weltraum geschossen wurde.
Am Abend des diesjährigen Faschingsmontags war es wieder so weit. Peter Steinberger stand Wolf zu seinem neuen Job Rede und Antwort. Ein junger Techniker und Forscher, den zwei Wochen zuvor auch in seinem Heimatland Österreich kaum jemand kannte. Vor fünf Jahren hatte Steinberger für eine durchaus beachtliche Summe ein Start-up verkauft. Seither genoss der Techniker weitgehend sein Leben, beschäftigte sich eher nebenbei mit neuen Lösungen. Und entwickelte aus einer Spiellaune heraus, wie er selbst erklärt, einen KI-Agenten, dessen Fähigkeiten seit wenigen Wochen die Branche und den Rest der Welt faszinieren. OpenClaw kann, was die großen TechGiganten, von Apple über Google bis Microsoft, seit langem ankündigen, aber bei der Entwicklung eines eigenen KI-Agenten bisher nicht wirklich vorankamen.
Steinberger galt seit der Präsentation seines KI-Agenten als die heißeste Aktie auf dem einschlägigen Personalmarkt. Millionengagen standen im Raum. Jetzt hat sich der Österreicher für OpenAI entschieden. Geld war dabei nicht der entscheidende Faktor, meinte Steinberger selbst.
Die Tageszeitungen und Nachrichtenportale feiern ihn heute (17. Februar) beinahe ausnahmslos als das „Genie aus Österreich“. Also solches hatte OpenAI-Gründer Sam Altman Steinberger schon bisher tituliert. Nun hat er sich die Expertise des Österreichers gesichert.
Was genau Steinberger bei OpenAI machen wird, ist offen, lässt sich vermutlich auch nicht wirklich beschreiben. In Kalifornien wird er jedenfalls auf ein hochkarätiges Team aus Enthusiasten und Entwicklern treffen und maßgeblich mitbestimmen, in welche Richtung sich die Künstliche Intelligenz in Zukunft entwickeln wird.
Natürlich basieren der Erfolg und der nunmehr vielfach beklatschte Job von Steinberger in erste Linie auf dessen persönlicher Begabung und Expertise. Es zeigt aber auch, welche Qualität das österreichische Schul- und Bildungssystem – Steinberger ist Absolvent der HTL Braunau – hat, welche Spitzenkräfte es immer wieder hervorbringt. Sie brauchen aber mehr Anerkennung, weniger Skepsis gegenüber Wissenschaft und Forschung, generell ein positiveres Klima im Land.
Dann sitzen nicht nur wechselwillige Ministerinnen und Spitzenpolitiker, hochbegabte Kicker, sondern auch öfter hochkarätige Techniker bei Armin Wolf in der ZiB 2.












