© Elisabeth Kessler/MOMENTUM Wien

Remo Baumeler (audienzz), Andreas Grasel (Adform), Matthias Seiringer (ORF-Enterprise), Alexandra Vetrovsky-Brychta (CELUM/DMVÖ), Maresa Wolkenstein (COPE) und Panel-Moderator Stephan Kreissler (Digitalisten)

JETZT SUMMIT: OneDSP zeigt neue Perspektiven für den heimischen Werbemarkt

Die erste Podiumsdiskussion am zweiten Tag des JETZT SUMMIT widmete sich der Schweizer Plattform OneDSP. Branchenvertreter:innen diskutierten, welche Impulse sich daraus für Österreich ableiten lassen.

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Das erste Panel des zweiten Veranstaltungstags des JETZT SUMMIT bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema programmatische Werbung und Marktstrukturen. Unter der Moderation von Stephan Kreissler (Digitalisten) diskutierten Alexandra Vetrovsky-Brychta (CELUM/DMVÖ), Andreas Grasel (Adform), Matthias Seiringer (ORF-Enterprise) und Remo Baumeler (audienzz) über die Potenziale einer gemeinsamen programmatischen Infrastruktur nach Schweizer Vorbild. Ergänzt wurde die Runde durch eine Stimme aus dem Publikum, die aktiv in die Diskussion eingebunden wurde: Maresa Wolkenstein (COPE).

Baumeler erklärt OneDSP aus der Schweiz: „Auch in der Schweiz sind Jobs von 400 Journalist:innen gefährdet. Da soll die OneDSP Abhilfe schaffen. OneDSP ist eine programmatische Buchungsplattform für den Schweizer Werbemarkt. Sie ermöglicht Werbetreibenden einen effizienten und datenschutzkonformen Zugang zu hochwertigem Premium-Inventar führender Schweizer Verlagshäuser. Mit einer direkt adressierbaren Reichweite von über 1,5 Millionen Nutzer:innen bietet sie eine zentrale, transparente und unabhängige Alternative zu internationalen Technologieplattformen.”

Schweizer Modell als mögliche Blaupause

Die Diskussion zeigte, dass OneDSP vor allem durch die Bündelung von Inventar und Daten eine effizientere programmatische Buchung ermöglicht. Gleichzeitig werde sichergestellt, dass Überschneidungen reduziert und Kampagnen gezielter ausgespielt werden können.

Für den österreichischen Markt wurde dieses Modell als potenzielle Blaupause eingeordnet. Derzeit fehle es hierzulande an vergleichbaren Lösungen, die eine derart umfassende, unabhängige und koordinierte Infrastruktur bieten, ist sich das Panel einig. Wolkenstein meinte, dass auch die COPE bereits an einer Lösung gearbeitet hat und diese erfolgreich nutzt.

Herausforderungen für den heimischen Markt

Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Übertragbarkeit auf Österreich mit Herausforderungen verbunden ist. Unterschiedliche Marktstrukturen, Interessenlagen und die Fragmentierung der Publisher-Landschaft erschweren eine gemeinsame Umsetzung. Grasel ging unter anderem auf technische Details ein.

Warum der ORF noch nicht bei der OneDSP dabei ist? Seiringer stimmte zu, dass es bereits mehrere Lösungen in Österreich gibt. „Man sollte einfach mal loslegen. Bei der OneDSP ist besonders hervorzuheben, dass die gesamte Schweiz dabei ist. In Österreich geht es immer um die Frage, wer aller dabei ist und so entfaltet sich dann die Kraft auch zeitverzögert.”

Dennoch herrschte Einigkeit darüber, dass Kooperationen und gemeinsame technologische Ansätze künftig an Bedeutung gewinnen werden, um gegenüber globalen Plattformen wettbewerbsfähig zu bleiben.

Vetrovsky-Brychta: „Es braucht nicht nur die Entscheidung sich zusammenzuschließen, sondern eine europäische Lösung. Österreich möchte aber seine digitale Souveränität hochhalten. Da muss es bei allen um Umdenken geben.” 

Fazit der Diskussion

Die Podiumsdiskussion machte deutlich, dass OneDSP als Beispiel für mehr Unabhängigkeit und Effizienz im programmatischen Werbemarkt wahrgenommen wird. Für Österreich könnte ein ähnliches Modell langfristig neue Perspektiven eröffnen, auch wenn der Weg dorthin noch mit strukturellen Hürden verbunden ist.

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