Wie würden Sie Ihre Rolle als Head of Digital bei BBDO beschreiben?
Alena Spitzer: Als Head of Digital bei BBDO verbinde ich strategische Führung mit operativer Hands-on-Mentalität. Meine Kernkompetenz liegt in der Social Media Strategie und Performance Marketing. Von der plattformspezifischen Content-Strategie über Paid Social bis hin zu InfluencerInnen Marketing und datengetriebenem Reporting. Ich bin bei allen Neugeschäftsprojekten von Anfang an dabei und entscheide, welchen digitalen Weg wir einschlagen und was es braucht, um Kampagnen im digitalen Raum groß zu machen.
Welche Arten von digitalen Projekten setzen Sie um?
Spitzer: Wir decken das gesamte digitale Spektrum ab. Von Always-On-Betreuung mit kontinuierlichem Content bis hin zu großen, eigenständigen Kampagnen. Unsere Stärke liegt dabei in kreativem Guerilla-Marketing und Hybrid-Ansätzen. Ein Beispiel: Für VELO haben wir das Donauinselfest digital gekapert, obwohl die Marke dort gar nicht offiziell präsent war. Wir haben die Community digital und vor Ort aktiviert und so ohne klassisches Sponsoring maximale Brand Presence erzielt. Aktuell arbeiten wir auch an einer großen Winteraktivierung für VELO. Unser Fokus ist immer: Wie schaffen wir echten Mehrwert für Communities und verbinden klassische mit digitalen Touchpoints?
Wie lässt sich Authentizität über verschiedene Kanäle hinweg wahren?
Spitzer: Ein zentrales Stichwort ist Empathie. Sich in Menschen hineinzuversetzen, ist entscheidend. Werbung klingt oft oberflächlich, aber in Wahrheit kommt man Menschen dabei sehr nahe. Wir versuchen, Zielgruppen wirklich zu verstehen, und profitieren dabei von der Vielfalt im Team. Wir haben KollegInnen in unterschiedlichen Altersgruppen und mit unterschiedlichen Hintergründen. Diese Vielfalt ist ein Vorteil, weil man direkt im Team Feedback bekommt. Zusätzlich nutzen wir Social-Listening-Tools, um zu sehen, wie Menschen sprechen und welche Themen sie beschäftigen. Das hilft uns, authentisch zu bleiben.
Welche Herausforderungen treten in der Zusammenarbeit mit KundInnen auf?
Spitzer: Die besten Ergebnisse entstehen, wenn drei Dinge zusammenkommen: Ein gemeinsames Verständnis von Zielen, Geschmack und Relevanz. Wenn wir beide wissen, was „gut” bedeutet und warum, dann können wir konstruktiv arbeiten. Unkonkretes Feedback bringt uns nicht weiter! Da braucht es ehrlichen Dialog und Customer Centricity. Eine realistische Budgetplanung. Natürlich können sich Dinge ändern, und dann finden wir kreative Lösungen. Aber je klarer die Erwartungen von Anfang an, desto besser das Endergebnis. Und klare Prozesse, gerade wenn viele Menschen involviert sind. Struktur schafft Freiraum für Kreativität. Wenn diese drei Dinge stimmen, macht die Zusammenarbeit nicht nur Sinn, sondern auch richtig Spaß.
Wie etabliert ist KI in kreativen Prozessen bereits?
Spitzer: KI spielt mittlerweile eine Rolle im Brainstorming, in der Bilderstellung, im Videobereich und im Motion Design. Sie hilft besonders bei kleineren Budgets, weil man damit effizienter arbeiten kann. Allerdings ist sie in der visuellen Qualität noch nicht auf dem Niveau echter Fotos. Trotzdem ist sie ein wertvolles Werkzeug, um schneller Ergebnisse zu erzielen und Prozesse zu optimieren.
Was raten Sie jungen Menschen, die in die digitale Kommunikationsbranche einsteigen möchten?
Spitzer: Einfach machen! Wenn Begeisterung da ist, ist schon viel gewonnen. Wer Freude am digitalen Arbeiten hat, lernt schnell, weil man ständig Neues ausprobiert. Perfektion ist weniger wichtig als Authentizität. Social Media ist derzeit der authentischste Kommunikationsraum, den wir haben. Wer sich traut, echt zu sein und Dinge auszuprobieren, ist auf dem richtigen Weg. Und ganz wichtig: Sucht den Austausch. Vernetzt euch, redet mit anderen, teilt eure Ideen. Die besten Learnings kommen aus echten Gesprächen.
Internet World Austria berichtet in Kooperation mit dem Studiengang Marketing und Kommunikation der FH St. Pölten. Dieser Artikel wurde von Pia Malang und Philipp Pecolt verfasst.













