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Univ.-Prof. Dr. Thomas Foscht, Institutsvorstand am Institut für Marketing der Universität Graz

Thomas Foscht, Jurypräsident Staatspreis Marketing: „Erfolgreiche Einreichungen zeichnen sich durch Klarheit, Stringenz und Glaubwürdigkeit aus.”

Prof. Dr. Thomas Foscht ist Jurypräsident des Staatspreis Marketing 2026. Im Interview spricht er über die verschiedenen Kategorien, seine Bewertungskriterien und seine persönlichen Erwartungen an die Einreichungen.

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Im Gegensatz zum Staatspreis Marketing 2024 wurden für den Staatspreis Marketing 2026 die Einreichkategorien abgeändert. Was hat es damit auf sich?

Thomas Foscht: Die neue Gliederung der Kategorien beim Staatspreis Marketing 2026 verfolgt das Ziel, Marketingleistungen noch klarer, transparenter und vergleichbarer zu machen. Marketing findet heute in sehr unterschiedlichen Kontexten statt – im Konsumgüterbereich anders als im Investitionsgüter- oder Dienstleistungsmarketing, im Handel anders als im Non-Profit- oder internen Marketing. Mit den sechs Hauptkategorien orientieren wir uns stärker an unterschiedlichen Markt- und Wertschöpfungslogiken und schaffen damit eine faire Bewertungsbasis für alle Einreichungen.

Welche Hauptkategorien gibt es konkret, und worin unterscheiden sie sich in Anspruch und Zielsetzung?

Foscht: Die sechs Hauptkategorien bilden das Herzstück des Staatspreis Marketing:

  • Konsumgüter-Marketing
  • Investitionsgüter-Marketing
  • Dienstleistungs-Marketing
  • Marketing im Handel und E‑Commerce
  • Not for Profit Marketing
  • Internal Marketing und Employer Branding

In diesen Kategorien werden die Nominierten, Finalisten und schlussendlich der Staatspreissieger ermittelt.

Neben den sechs Hauptkategorien können Unternehmen und Institutionen auch in drei Sonderkategorien einreichen …

Foscht: So ist es. Die Sonderkategorien zeichnen besondere methodische oder thematische Exzellenz aus. Sie ergänzen die Hauptkategorien und machen sichtbar, wo Marketing neue Wege geht – etwa durch innovative Events, konsequente Datennutzung oder unternehmerischen Mut junger Unternehmen.  Die drei Sonderkategorien sind:

  • Live Marketing & Event Marketing
  • Data Driven Marketing
  • Young Businesses

Diese Kategorien tragen aktuellen Entwicklungen Rechnung. Live- und Event-Marketing sowie datengetriebenes Marketing sind heute zentrale Treiber moderner Marketingstrategien – unabhängig von Branche oder Unternehmensgröße.Mit der Kategorie Young Businesses schaffen wir erstmals eine eigene Bühne für Start-ups und junge Unternehmen, deren Marketingleistungen oft besonders innovativ sind, aber unter anderen Rahmenbedingungen entstehen.

Warum war es wichtig und relevant, im Rahmen des Staatspreis Marketing junge Unternehmen gesondert zu berücksichtigen?

Foscht: Junge Unternehmen und Start-ups agieren unter ganz anderen Voraussetzungen als etablierte Organisationen: kürzere Markthistorie, kleinere Budgets, hohe Unsicherheit – aber oft enorme Innovationskraft. Mit der Sonderkategorie Young Businesses wollen wir diese Leistungen kontextgerecht bewerten und bewusst sichtbar machen. Die reduzierte Einreichgebühr unterstreicht zudem, dass wir junge Unternehmen ausdrücklich zur Teilnahme ermutigen wollen.

Neu ist beim Staatspreis Marketing 2026 die Würdigung der besten Einreichung pro Bundesland. Welcher Überlegung folgt dieser Schritt?

Foscht: Der Staatspreis Marketing ist eine Auszeichnung für das gesamte Bundesgebiet. Mit der erstmaligen Würdigung der besten Einreichung pro Bundesland machen wir sichtbar, dass exzellentes Marketing nicht nur in wirtschaftlichen Ballungsräumen entsteht. Damit stärken wir die regionale Vielfalt und zeigen, wie unterschiedlich und leistungsfähig Marketing in ganz Österreich umgesetzt wird.

Wie wird sich die Jury zusammensetzen und welche fachlichen Perspektiven sollen durch die Zusammensetzung abgedeckt werden?

Foscht: Die Jury setzt sich aus renommierten Marketingexpertinnen und ‑experten aus Wirtschaft und Wissenschaft aus ganz Österreich zusammen. Ziel ist es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen: strategisches Marketing, betriebswirtschaftliche Bewertung, Innovationsmanagement, Digitalisierung und Branchen-Knowhow. Diese Vielfalt stellt sicher, dass jede Einreichung kompetent, differenziert und ausgewogen beurteilt wird.

Nach welchen Bewertungskriterien beurteilt die Jury die Einreichungen, und welche Faktoren geben letztlich den Ausschlag für eine Auszeichnung?

Foscht: Entscheidend sind vier zentrale Kriterien: Qualität, betriebswirtschaftliche Relevanz, Innovationsgrad und Markterfolg. Die Jury bewertet die Einreichungen ganzheitlich: von der strategischen Ausgangslage über die kreative und operative Umsetzung bis hin zu messbaren Erfolgen. Ausschlaggebend ist, ob Marketing nachweislich einen signifikanten Beitrag zur Unternehmens- oder Organisationsentwicklung geleistet hat – unabhängig von Branche, Unternehmensgröße oder Budgethöhe. Erfolgreiche Einreichungen zeichnen sich durch Klarheit, Stringenz und Glaubwürdigkeit aus. Wer seine Ausgangssituation verständlich darstellt, die strategischen Entscheidungen nachvollziehbar begründet und die erzielten Erfolge belegt, hat beste Chancen. Kurz gesagt: Marketing, das wirkt – und dessen Wirkung überzeugend dargestellt wird.

Jetzt hier für den Staatspreis Marketing einreichen – und zwar noch bis zum 6. März 2026.

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