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Anja Höbarth, CSO und Head of SEO bei SlopeLift

JETZT GEO/SEO: Customer Journey 3.0 – Wie GEO Marketing neu definiert

Anja Höbarth von SlopeLift zeigte beim Conference Day der JETZT GEO/SEO, wie KI, GEO und AI Shopping die klassische Customer Journey auflösen und warum Marketer Sichtbarkeit, Messbarkeit und Customer Ownership neu denken müssen.

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In ihrer Keynote im Rahmen der JETZT GEO/SEO skizzierte Anja Höbarth, CSO und Head of SEO bei SlopeLift, einen grundlegenden Paradigmenwechsel: Die Customer Journey ist kein linearer Funnel mehr, sondern ein dynamisches, dialogisches Netz aus Touchpoints. Nutzer:innen bewegen sich parallel zwischen Google, Social Media und KI-Plattformen wie Chatbots, ohne einem festen Ablauf zu folgen.

Generative Engine Optimization, kurz GEO, markiert dabei den Übergang von klassischen Rankings hin zur gezielten Präsenz in KI-generierten Antworten. Sichtbarkeit entsteht nicht mehr nur über Klicks, sondern über Erwähnungen, Empfehlungen und Kontext in dialogbasierten Systemen.

KI als neuer Einstiegspunkt in die Journey

Anhand einer Persona zeigte Höbarth, wie sich Informationssuche, Entscheidungsfindung und Conversion zunehmend in KI-Oberflächen verlagern. KI-gestützte Antworten werden zu eigenständigen Touchpoints, die Recherche, Vergleich und Auswahl bündeln. Nutzer:innen verlassen die Plattform oft nicht mehr, sondern treffen Entscheidungen direkt im Dialog.

Diese Entwicklung wird durch das starke Wachstum von KI-Nutzung in sensiblen Bereichen wie Gesundheit, Finanzen und Recht beschleunigt. Gerade hier wird Vertrauen zum zentralen Faktor, da fehlerhafte oder kontextlose Antworten reale Risiken bergen können.

AI Shopping und der Verlust klassischer Touchpoints

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der sogenannten AI Shopping Revolution. KI-Plattformen entwickeln sich zunehmend zu vollwertigen E‑Commerce-Umgebungen. Produktvergleiche, Preisüberwachung, Zusammenfassungen von Bewertungen und sogar der Checkout finden direkt innerhalb der KI statt. Neue Standards wie agentenbasierte Checkouts reduzieren Reibungsverluste, verschieben aber auch die Kontrolle über den Kaufprozess.

Für Marketer bedeutet das eine reale Gefahr: Die klassische Customer Journey kann vollständig innerhalb der KI stattfinden, ohne direkten Kontakt mit der Markenwebsite. Gleichzeitig entsteht jedoch ein First-Mover-Vorteil für Unternehmen, die ihre Inhalte, Produkte und Marken frühzeitig für diese neuen Umgebungen optimieren.

Von Keywords zu Prompts und latenten Fragen

Höbarth machte deutlich, dass sich der Fokus von Keywords hin zu Prompts verschiebt. Entscheidend ist nicht mehr nur die Suchanfrage, sondern die Kette aus Folgefragen, die Nutzer:innen im Dialog mit KI stellen. Diese sogenannten latenten Fragen orientieren sich am Query-Fan-Out der Systeme und müssen inhaltlich antizipiert werden.

Erfolgreiche GEO-Strategien decken Themen nicht nur breit, sondern auch tief ab. Prägnante, zitierfähige Antworten, klare Strukturen und thematische Autorität erhöhen die Chance, von KI-Systemen aufgegriffen zu werden. Thought Leadership, aktuelle Inhalte und nachvollziehbare Expertise spielen dabei eine zentrale Rolle.

Messbarkeit und neue Erfolgskennzahlen

Abschließend thematisierte Höbarth die Herausforderung der Messbarkeit. Klassische KPIs wie Klicks verlieren an Aussagekraft. Stattdessen rücken Share of Voice in KI-Antworten, Anzahl und Qualität von Zitierungen sowie die Präsenz bei definierten Fokus-Prompts in den Vordergrund. GEO erfordert damit neue Reporting-Ansätze und eine engere Verzahnung von SEO, Content, PR und Technik.

Fazit: Die Customer Journey endet nicht, sie verändert sich

Die zentrale Botschaft der Keynote: Die Customer Journey verschwindet nicht, sondern durchläuft eine Metamorphose. Marken müssen lernen, ihren Einfluss auch dort zu messen, wo keine Klicks mehr stattfinden, und dort präsent zu sein, wo der Dialog geführt wird. Zukunftsfähig sind hybride Strategien, die technische Exzellenz, Omnichannel-Präsenz und Vertrauensaufbau konsequent verbinden.

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