Was sind deine wichtigsten kurzfristigen und mittelfristigen Ziele als neue Präsidentin des IAA Austrian Chapter?
Yvonne Haider-Lenz: Kurzfristig geht es mir darum, die IAA strukturell zu stärken und gezielt neue Impulse zu setzen. Mein Programm basiert auf zwei klaren Säulen: Refresh und Stärkung. Refresh heißt für mich, neue Perspektiven hereinzuholen – etwa durch einen bewusst neu zusammengestellten Vorstand und neue Boards. Ich habe auch Personen eingebunden, die bisher keine aktive IAA-Rolle hatten, um frische Blickwinkel zu ermöglichen, ohne Bewährtes über Bord zu werfen. Die Stärkung betrifft die drei Mitgliedersäulen der IAA – Medien, Agenturen und Auftraggeber:innen. Letztere sind aktuell unterrepräsentiert, und das ist aus meiner Sicht ein strukturelles Thema. Eine starke IAA braucht ein ausgewogenes Verhältnis aller drei Gruppen. Mittelfristig wollen wir die IAA als Netzwerk deutlich wirksamer machen. Konkret arbeiten wir an fünf Schwerpunkten: einer besseren Willkommenskultur für neue Mitglieder, klaren Spielregeln für den Austausch, neuen Strukturen für echtes Netzwerken – etwa über eine digitale Mitgliederplattform –, der gezielten Stärkung der Auftraggeber:innen-Säule sowie der Weiterentwicklung bestehender Boards wie dem Experience Board und einem neu geschaffenen Board für Brand & Impact.
Wie möchtest du das IAA Austrian Chapter unter deiner Führung künftig in der Branche positionieren?
Haider-Lenz: Die IAA soll als offene, hochkarätige Orientierungs- und Dialogplattform wahrgenommen werden, die unterschiedliche Perspektiven zusammenbringt. Unter meiner Präsidentschaft möchte ich die IAA zugänglicher machen, ohne an Qualität zu verlieren – als Ort, an dem Medien, Agenturen und Auftraggeber:innen auf Augenhöhe diskutieren, voneinander lernen und gemeinsam Standards entwickeln. Mir sind dabei Transparenz, klare Strukturen, klare Verantwortlichkeiten und ein respektvoller Umgang besonders wichtig – intern wie extern. Gleichzeitig will ich vorhandene Expertise bewusst weiter nutzen. Deshalb bleibt Sebastian Bayer dem Board künftig als Berater verbunden. Ein funktionierendes, agiles Netzwerk ist das Fundament eines Vereins wie der IAA – genau daran arbeiten wir.
Österreich hat viele Kommunikationsvereine und ‑verbände: Welche Rolle soll das IAA Austrian Chapter in diesem Gesamtkonzert einnehmen?
Haider-Lenz: Die IAA ist die Vereinigung, die branchen- und gattungsübergreifend die gesamte Kommunikationsindustrie vertritt und damit glaubwürdig als deren Sprachrohr auftreten kann – innerhalb der Branche ebenso wie gegenüber politischen Entscheidungsträger:innen und der Gesellschaft. Ihre Stärke liegt in der einzigartigen Dreisäulenstruktur aus Medien, Agenturen und Auftraggeber:innen sowie in ihrer internationalen Verankerung. Die IAA versteht sich nicht als Interessenvertretung einzelner Gruppen, sondern als Plattform mit Blick auf das große Ganze: Sie gibt Orientierung, fördert den Dialog und wirkt dort, wo es um Qualität, Verantwortung und gemeinsame Standards in der Kommunikation geht – national wie international.
Der EFFIE wird vom IAA Austrian Chapter ausgerichtet: Welche besondere Rolle spielt er für dich in der heimischen Award-Landschaft?
Haider-Lenz: Der EFFIE ist für mich einer der wichtigsten Awards der Branche, weil er Wirksamkeit ins Zentrum stellt. Er zeigt, dass Kommunikation nicht nur kreativ, sondern auch strategisch erfolgreich sein muss. Dass der EFFIE vom IAA Austrian Chapter getragen wird, passt sehr gut zum Selbstverständnis der IAA: Qualität, Substanz und nachhaltige Wirkung sichtbar zu machen. Der EFFIE ist ein starkes Aushängeschild – und ein wesentlicher Beitrag der IAA zur heimischen Marketing- und Kommunikationslandschaft.
Woran würdest du in zwei bis drei Jahren festmachen, dass deine Präsidentschaft für das IAA Austrian Chapter erfolgreich war?
Haider-Lenz: Den Erfolg messe ich daran, dass die IAA als lebendiges, relevantes Netzwerk wahrgenommen wird – mit aktiven Mitgliedern aus allen drei Säulen, funktionierenden Boards und einer starken Einbindung neuer Mitglieder. Wenn es uns gelingt, Auftraggeber:innen stärker einzubinden, den Austausch spürbar zu intensivieren, neue Initiativen ins Leben zu rufen und die IAA als Plattform für Orientierung, Qualität und respektvollen Dialog zu etablieren, dann war diese Präsidentschaft erfolgreich.














