Am 23. April findet zum ersten Mal in dieser Form das B2B Marketing Forum in Wien statt. Was hältst du von der Idee, eine eigene Konferenz zum Thema B2B Marketing zu lancieren?
Peter Felsbach: Ein kontinuierlicher, offener Austausch ist für B2B-Unternehmen essenziell. Die Rahmenbedingungen verändern sich rasant – wirtschaftlich, politisch und gesellschaftlich. Gerade in herausfordernden Zeiten ist es wichtig, gemeinsam zu reflektieren, voneinander zu lernen und aktuelle Entwicklungen frühzeitig einzuordnen. Eine eigene Fachkonferenz bietet dafür einen passenden Rahmen.
Was ist der Kern deiner Keynote und welche zentrale Erkenntnis sollen die Teilnehmer:innen mitnehmen?
Felsbach: Im Mittelpunkt steht, wie wir die Transformation der voestalpine kommunikativ mitgestalten – konkret am Beispiel von greentec steel. Grüner Stahl darf in der Kommunikation durchaus bunt sein: Neue Kanäle und Formate funktionieren, wenn sie relevante Inhalte klar transportieren. Gleichzeitig ist greentec steel ein kommunikatives Langstreckenprojekt, das einen kontinuierlichen Newsflow über mehrere Jahre erfordert. Eine zentrale Erkenntnis lautet daher: Es gibt keine „one-fits-all“-Strategie. Erfolgreiche Kommunikation entsteht durch Tiefe, Konsistenz und die Fähigkeit, unterschiedliche Zielgruppen mit den passenden Formaten abzuholen.
Welche konkreten Herausforderungen im B2B-Marketing siehst du 2026?
Felsbach: Wir agieren in einer Zeit der Überinformation. Relevanz entsteht daher nicht durch Lautstärke, sondern durch einen echten Mehrwert. Unternehmen müssen deutlich herausarbeiten, wofür sie stehen und was sie einzigartig macht. Für die Konzernkommunikation der voestalpine bedeutet das: tiefgehende Inhalte, hohe fachliche Qualität und ein aktiver Austausch – mit der Öffentlichkeit und auch der Politik. Nur so gelingt es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen und Vertrauen langfristig zu sichern.
Wie kombinierst du in deiner Arbeit technologische Trends mit langfristiger Marken- und Vertrauensbildung?
Felsbach: Technologie verändert unsere Arbeitsweise, aber nicht die Grundlagen strategischer Kommunikation. Reputation entsteht über Jahre hinweg – durch Verlässlichkeit, transparente Prozesse und den offenen Umgang mit Fragen und Herausforderungen. Für uns zählt: Wir sind jederzeit ansprechbar, nehmen Anliegen ernst und kommunizieren klar und faktenbasiert. Neue Tools unterstützen uns dabei, ersetzen aber nicht die langfristige Verantwortung gegenüber unseren Stakeholdern.
Was sind deiner Meinung nach die wichtigsten B2B-Marketing-Trends für 2026 und warum sollten Unternehmen sie jetzt priorisieren?
Felsbach: Aus Sicht der Industrie geht es vor allem darum, dem aktuellen Trend im öffentlichen Sentiment entgegenzutreten, dass produzierende Unternehmen an Bedeutung verlieren und die Abwanderung der Industrie aus Europa unausweichlich ist. Wir müssen stärker sichtbar machen, dass industrielle Wertschöpfung – modern, innovativ und nachhaltig – ein zentraler Bestandteil unseres Wirtschaftsstandorts bleibt. Gut bezahlte Industriejobs sind das Rückgrat unseres Wohlstandes
Das B2B Marketing Forum findet am 23. April im Haus der Ingenieure Wien. Hier geht es zum Ticketshop und hier zum Programm.













