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Österreich plant Social-Media-Altersgrenze ab 14 Jahren

Österreich prüft ein nationales Social-Media-Verbot für Kinder unter 14 Jahren. Digitalstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) strebt eine Umsetzung noch im laufenden Jahr an. Innerhalb der Koalition besteht grundsätzlich Zustimmung, Details sind aber noch offen.

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Der Vorstoß reiht sich in eine internationale Entwicklung ein. Nach Australien, das seit Ende 2025 soziale Netzwerke erst ab 16 erlaubt, arbeiten auch mehrere europäische Staaten an strengeren Altersgrenzen. Frankreich plant ein Verbot unter 15 Jahren, Großbritannien diskutiert eine Grenze von 16.

Orientierung am australischen Modell

Pröll erklärte im Ö1-Morgenjournal, Ziel sei es, mit Beginn des kommenden Schuljahres konkrete Regelungen zu schaffen. Als Vorbild nannte er Australien, wo Plattformen für die Altersprüfung verantwortlich sind. Dort kommen Ausweis-Uploads, biometrische Verfahren und Nutzungsanalysen zum Einsatz. Bei Verstößen drohen hohe Geldstrafen.

Auch in Österreich sollen nun Fachleute gemeinsam mit den Parlamentsparteien an einem Umsetzungsmodell arbeiten. Ob die Verantwortung bei den Plattformen liegt oder eine staatliche Lösung kommt, ist noch offen.

Koalition uneins bei Umsetzung

Während ÖVP und SPÖ ein rasches Vorgehen befürworten, warnt NEOS vor umfassender Datensammlung. Die Partei plädiert für eine europäische eID-Lösung als Weiterentwicklung der ID Austria, die jedoch frühestens 2027 einsatzbereit wäre. Pröll hingegen spricht sich für ein paralleles Vorgehen aus, um nicht auf EU-Prozesse warten zu müssen.

Die Altersgrenze von 14 Jahren ist ebenfalls noch nicht fix. Sie orientiert sich an der österreichischen Regelung zur Geschäftsfähigkeit sowie an der Datenschutz-Grundverordnung, die nationale Abweichungen zwischen 13 und 16 Jahren erlaubt.

Europäischer Kontext und Kritik

Auf EU-Ebene wächst der Druck. Das Europäische Parlament forderte bereits ein Mindestalter von 13 Jahren für soziale Netzwerke und KI-Dienste, die EU-Kommission soll bis Ende 2026 konkrete Vorschläge vorlegen. Einzelne Mitgliedstaaten treiben nationale Lösungen dennoch voran.

Kritik kommt unter anderem von der FPÖ, die Zensurvorwürfe erhebt, sowie von Digitalexpert:innen wie Ingrid Brodnig. Sie sieht Altersverbote nur als Teil einer umfassenderen Regulierung und fordert zusätzlich mehr Medien- und Digitalkompetenz.

Ob Österreich tatsächlich noch 2026 eine verbindliche Altersgrenze einführt, hängt nun von der Einigung innerhalb der Koalition und von der Wahl des technischen Modells ab.

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