Am 27. und 28. Jänner 2026 findet zum ersten Mal die Fachkonferenz JETZT GEO/SEO in Wien statt. Was erwartest du dir persönlich von der Fachkonferenz?
Nino Bergfeld: Ich erwarte mir vor allem einen offenen und praxisnahen Austausch zwischen unterschiedlichen Disziplinen und Branchen – von klassischem SEO über Content, Data und AI bis hin zu Produkt- und Plattformstrategien. GEO betrifft längst nicht mehr nur Marketing, sondern das gesamte digitale Ökosystem eines Unternehmens. Besonders spannend finde ich konkrete Erfahrungsberichte, reale Einsatzmöglichkeiten und unterschiedliche Perspektiven, die zeigen, wie GEO heute schon genutzt wird und wohin sich das Thema entwickelt.
Du wirst am Conference Day die Keynote „Die KI-Souveränität: Wie Marken in einer Welt von LLMs und Shopping-Agents sichtbar bleiben“ halten. Was dürfen sich die TeilnehmerInnen davon erwarten?
Bergfeld: Wir stecken gerade mitten in einem grundlegenden Wandel. „Suche im Internet“ wird in Kürze weniger mit einer Trefferliste verbunden sein, sondern mit direkten, kontextbezogenen Antworten und Handlungen. In meiner Keynote wird es folglich darum gehen, wie Publisher, Agenturen und Werbetreibende sich konkret auf diese neue Form der Suche vorbereiten können und die gezeigten Inhalte so gut wie möglich steuern und beeinflussen können: Welche Fähigkeiten sind intern notwendig, wie verändern sich Prozesse bei den großen Plattformen genauso wie bei der Customer Journey und welche Rolle spielen Inhalte, Daten und Technologie im Zusammenspiel? Dabei wird deutlich werden, dass es nicht um schnelle Tricks geht, sondern um langfristige Strategien, mit denen Unternehmen auch in einer AI-getriebenen Suchwelt relevant bleiben und so dargestellt werden, wie sie sich das wünschen. Dabei ist die Präsenz in LLMs erst der Anfang und entscheidend ist, wo der echte geschäftliche Unterschied zwischen einem einfachen Chatbot und „Agentic Computing” liegt.
Was fasziniert dich an den neuen Möglichkeiten in dem Bereich am meisten?
Bergfeld: Mich fasziniert grundsätzlich die Geschwindigkeit, mit der generative KI unser aller Leben verändert und Unternehmen die neuen Möglichkeiten der agentischen KI für sich nutzen. Wenn man sich zum Beispiel die aktuelle Auswertung zur Cyber Week anschaut, sieht man sehr deutlich, wohin die Reise geht: Rund 20 % aller Käufe wurden durch KI-Agenten beeinflusst – das entspricht 67 Milliarden Dollar Umsatz. Das zeigt: Wir reden hier nicht über Zukunftsmusik, sondern über ein Verhalten, das bereits angekommen ist, das auf Kaufentscheidungen Einfluss nimmt und das Phänomen „Agentic Commerce“ hervorbringt.
Was ist aus deiner Sicht das größte Missverständnis in Zusammenhang mit GEO/SEO?
Bergfeld: Das größte Missverständnis ist aus meiner Sicht: GEO bedeutet nicht, dass SEO obsolet wird. GEO ersetzt SEO nicht – es erweitert es. Ohne saubere technische Grundlagen, strukturierte Inhalte und klare Autorität kann GEO gar nicht funktionieren. Wer glaubt, klassische SEO-Prinzipien ignorieren zu können, wird langfristig an Sichtbarkeit verlieren – auch in generativen Systemen.
Welche Trends erwartest du in den kommenden Jahren im Bereich GEO/SEO?
Bergfeld: 1. Alles auf einer Plattform, ohne Wechsel: Konsument:innen und Nutzer:innen wollen heute alles in einer einzigen Plattform erledigen können, ohne zwischen verschiedenen Tools oder Tabs hin- und herzuschalten. Das zeigt auch die Salesforce-Integration von Agentforce Sales in ChatGPT: Statt zuerst in ChatGPT zu recherchieren, dann im CRM nachzusehen und schließlich wieder irgendwo anders zu handeln, lässt sich direkt im Chat mit den eigenen CRM-Daten arbeiten – z. B. Prioritäten setzen, Deals planen oder Datensätze aktualisieren, ganz ohne Kontext-Wechsel. Damit wird die Suche nicht nur einfacher, sondern direkt handlungsfähig. 2. Agentic Commerce ist ein Riesentrend. KI-Agenten spielen eine immer größere Rolle im Online-Shopping und beeinflussen zunehmend die Entscheidungen von Konsument:innen. Sie vergleichen Angebote, geben Empfehlungen und übernehmen immer öfter ganze Schritte im Kaufprozess. Für Nutzer:innen wird Einkaufen dadurch einfacher und schneller – für Unternehmen bedeutet das, dass Produkte, Inhalte und Angebote so aufbereitet sein müssen, dass sie auch von KI-Agenten gefunden, richtig verstanden und bevorzugt ausgewählt werden. 3. Für Agentic Shopping ist es von entscheidender Bedeutung, den Kontext und das Feedback der Kund:innen zu verstehen, in dem sie die Produkte verwenden. Nur so können mögliche Fragen vorausgedacht und proaktiv beantwortet werden, um ein nahtloses und personalisiertes Einkaufserlebnis zu schaffen.
Anmeldungen zur JETZT GEO/SEO sind hier möglich: https://geo-seo.jetzt-konferenz.at/tickets/. Der Ticketpreis beträgt 390 Euro netto für den Training Day, 290 Euro netto für den Conference Day sowie 490 Euro netto für Training Day und Conference Day.














