In ihrer gemeinsamen Keynote beim Conference Day der JETZT GEO/SEO machten Carina Engel und Stefan Kern deutlich, dass klassische PR-Kennzahlen wie Reichweite und Abdrucke allein nicht mehr ausreichen. Mit dem Aufkommen generativer Suchsysteme und KI-gestützter Antworten verschiebt sich der Fokus der Sichtbarkeit hin zur Relevanz in Antwortsystemen.
Presseaussendungen werden zunehmend nicht mehr nur von Journalist:innen gelesen, sondern auch von KI-Systemen analysiert, zusammengefasst und zitiert. Damit entwickeln sie sich zu einer zentralen Datenquelle für generative Suchmaschinen.
GEO als neue Disziplin in der PR
Die beiden Vortragenden ordneten Generative Engine Optimization als logische Weiterentwicklung klassischer PR-Arbeit ein. Während SEO bislang vor allem auf Websites abzielte, rücken Presseaussendungen als strukturierte, vertrauenswürdige Inhalte stärker in den Fokus von KI-Systemen.
GEO bedeute für PR, Inhalte so aufzubereiten, dass sie maschinell leicht erfassbar, klar strukturiert und inhaltlich eindeutig sind. KI-Systeme bevorzugen Informationen, die präzise formuliert sind, Kontext liefern und als verlässliche Quelle dienen können.
Was KI-lesbare Presseaussendungen ausmacht
Engel und Kern zeigten, dass sich Anforderungen an Presseaussendungen spürbar verändern. Klare Kernaussagen zu Beginn, eindeutige Einordnung von Zahlen und Fakten sowie eine saubere inhaltliche Struktur erhöhen die Wahrscheinlichkeit, von KI-Systemen korrekt interpretiert zu werden.
Besondere Bedeutung kommt dabei der Zitierfähigkeit zu. KI-Modelle greifen bevorzugt auf Aussagen zurück, die prägnant formuliert sind, eine klare Autorität erkennen lassen und keinen Interpretationsspielraum offenlassen.
Vertrauen, Quelle und Kontext als Erfolgsfaktoren
Ein zentrales Thema der Keynote war das Zusammenspiel von Vertrauen und Quelle. Inhalte aus etablierten Medienumfeldern und von bekannten Absender:innen genießen bei KI-Systemen eine höhere Glaubwürdigkeit. Presseaussendungen können damit gezielt dazu beitragen, Marken, Organisationen und Personen als vertrauenswürdige Referenzen im digitalen Raum zu positionieren.
Gleichzeitig wurde betont, dass Kontext entscheidend ist: Aussagen müssen nachvollziehbar eingeordnet sein, um Fehlinterpretationen durch KI zu vermeiden.
PR und SEO wachsen zusammen
Abschließend machten Engel und Kern klar, dass sich die Grenzen zwischen PR, SEO und GEO zunehmend auflösen. Erfolgreiche Kommunikation im KI-Zeitalter erfordert eine enge Abstimmung zwischen Redaktion, PR und Digital-Teams. Presseaussendungen sind nicht mehr nur Kommunikationsinstrumente für Medien, sondern ein strategischer Baustein für Sichtbarkeit in Such- und Antwortsystemen.
Fazit: Presseaussendungen werden KI-relevant
Die Keynote zeigte, dass Presseaussendungen im KI-Zeitalter an strategischer Bedeutung gewinnen. Wer PR-Inhalte gezielt für GEO optimiert, erhöht nicht nur die mediale Reichweite, sondern auch die Chance, in KI-Antworten als verlässliche Quelle präsent zu sein. Damit wird Pressearbeit zu einem zentralen Hebel für digitale Sichtbarkeit.













