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Hannes Wurzwallner, neuer iab austria Präsident

Hannes Wurzwallner, iab austria Präsident: „Wir werden in unserer ersten Vorstandsitzung ein strukturiertes Arbeitsprogramm verabschieden.”

Hannes Wurzwallner ist zuletzt zum neuen iab austria Präsidenten gewählt worden. Im Interview spricht er über seine erste Reaktion zum Wahlergebnis, seine Ziele, seine Kernthemen und, wie er künftig mit den Stakeholdern zusammenarbeiten möchte.

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Wie hast du den Moment erlebt, als du zum neuen Präsidenten des iab austria gewählt wurdest?

Hannes Wurzwallner: Ich hatte gerade einen Termin beim Steuerberater, als ich den Anruf erhalten habe und mit den Worten „Guten Morgen, Herr Präsident“ begrüßt wurde. Es war überraschend, aber ich habe mich wahnsinnig darüber gefreut, dass mir die iab Mitglieder ihr Vertrauen schenken und für mich gewählt haben.

Du bist mit dem Versprechen angetreten, das iab austria als treibende Kraft für Transparenz und als Instanz für hochwertige Weiterbildung zu positionieren: Welche drei konkreten Maßnahmen stehen dafür ganz oben auf deiner Agenda in den ersten zwölf Monaten?

Wurzwallner: Wir werden in unserer ersten Vorstandsitzung ein strukturiertes Arbeitsprogramm verabschieden, das die Bedürfnisse der Mitglieder, aktuelle Marktentwicklungen, wie etwa rund um KI, Retail Media, CTV oder die Auswirkungen neuer EU-Regulierungen, und die vorhandenen Ressourcen bestmöglich zusammenführt. Mir ist wichtig, dass dieser Plan gemeinsam, faktenbasiert und breit abgestützt entsteht. Wir wollen Themen priorisieren, die der Branche Orientierung geben, ohne vorschnell Maßnahmen zu versprechen, bevor sie sauber ausgearbeitet sind. Sobald wir diesen gemeinsamen Fahrplan definiert haben, werde ich die konkreten Schritte transparent kommunizieren.

Du möchtest dich auch für eine Standardisierungen in der Digitalwirtschaft einsetzen – was meinst du damit konkret und wo liegen da die Pain Points?

Wurzwallner: Standardisierung bedeutet für mich vor allem gemeinsame, marktweit akzeptierte Definitionen, etwa bei KPIs, Ad-Formaten, Datenqualitätsstandards oder Kennzeichnungen, wie zum Beispiel bei politischer Werbung (TTPA) und neuen Formaten wie Retail Media Placements oder CTV.

Die Funktionsperiode des Vorstands wurde von zwei auf drei Jahre verlängert. Welche inhaltlichen Projekte lassen sich durch diesen längeren Zeitraum erst sinnvoll anstoßen oder zu Ende bringen?

Wurzwallner: So gut wie alle. Eine längere Periode ermöglicht dem Vorstand, mehrjährige Entwicklungen strategisch zu begleiten, anstatt nur operativ zu reagieren. Wir gewinnen Planungssicherheit und können Projekte auch tatsächlich zu Ende bringen, anstatt sie nur anzustoßen.

Du betonst die Bedeutung von KI, Retail Media und Data in der Weiterbildung: Wo siehst du hier den größten Nachholbedarf in der österreichischen Digitalwirtschaft – und wie will das iab austria diesen Gap schließen?

Wurzwallner: Der größte Nachholbedarf liegt meines Erachtens in der operativen Kompetenz. Viele Unternehmen wissen, dass KI, Retail Media und datengetriebene Kommunikation wichtig sind, aber es fehlt oft das Know-How, wie sie all das messbar und wirtschaftlich sinnvoll einsetzen sollen. Unser Ziel ist es, sowohl Grundlagen zu vermitteln, als auch konkrete Use Cases sichtbar zu machen.

Mit dem neuen, breit aufgestellten Vorstand aus Agenturen, Publishern, Vermarktern, Tech-Dienstleistern und Forschung: Welche Veränderungen im Zusammenspiel der Stakeholder wünscht du dir?

Wurzwallner: Ich wünsche mir eine branchen- und disziplinübergreifende Zusammenarbeit in der wir uns über neue Technologien und Möglichkeiten austauschen können und somit den Markt auch aktiv mitgestalten. Ich bin mir sicher, dass uns das mit dem neuen Vorstand gelingen wird und freue mich auf die kommenden drei Jahre.

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