Am 25. und 26. März 2026 steigt zum sechsten Mal der JETZT SUMMIT rund um digitale Marketing-Themen aus aller Welt. Was hältst du generell von der Idee, eine breitgefächerte Marketing-Fachkonferenz wie diese abzuhalten?
Björn Ognibeni: Ich finde das Format genau richtig – und zwar gerade, weil es breit aufgestellt ist. Die größten blinden Flecken entstehen nicht dort, wo man zu wenig über sein eigenes Fach weiß, sondern dort, wo man aufhört, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Wer heute im Digital Marketing arbeitet, braucht nicht nur Tiefe im eigenen Arbeitsbereich, sondern auch den Blick auf das, was in anderen Disziplinen, Unternehmen und Regionen passiert. Gerade in einer Zeit, in der sich alles rasant schnell verändert, ist es wichtig, einen breiten Überblick zu haben.
Du hältst beim JETZT SUMMIT die Opening Keynote mit dem Titel „Das Funnel-Paradox: Warum Marken die Mitte vergessen – und Digital China genau dort gewinnt“. Was dürfen sich die TeilnehmerInnen von deiner Keynote erwarten?
Ognibeni: Wir reden im Westen oft allein über Upper Funnel und Lower Funnel – über schöne Markenwelten und harte Performance. Aber was dazwischen passiert, fällt meist komplett durchs Raster: die Phase, in der Interesse entsteht, Vertrauen aufgebaut wird und die Kaufentscheidung eigentlich reift. Das ist die Mitte des Funnels – und hier passiert in China sehr viel, von dem wir lernen können. Ich zeige anhand konkreter Beispiele, welche Potenziale hier für Marken liegen und wie chinesische Plattformen diese für ihre Geschäftsmodelle nutzen. Dabei geht es nicht darum, China zu kopieren. Sondern, grundsätzlich neue Ideen als Inspiration für die eigene Arbeit zu erhalten.
Was werden die Key Take Aways für die Audience sein?
Ognibeni: Erstens: Das klassische Funnel-Denken funktioniert noch – aber es hat eine strukturelle Schwäche, die uns teuer zu stehen kommt. Wer die Mitte des Funnels vernachlässigt, verbrennt am oberen Ende Budget und verliert am unteren Ende Marge. Zweitens: In China gibt es längst Geschäftsmodelle, die genau dieses Problem lösen – mit Community-Commerce, Content-getriebener Produktentdeckung und integrierten Plattformökosystemen. Und drittens: Man muss nicht komplett alles wie in China machen, um davon zu profitieren. Es reicht, ein paar ganz konkrete Fragen an die eigene Strategie zu stellen – und über die werden wir sprechen.
Auf welchen Programmpunkt freust du dich am meisten beim diesjährigen JETZT SUMMIT?
Ognibeni: Auf das Panel „JETZT Lernen von den Giganten“ – weil es genau die Frage stellt, die mich seit Jahren beschäftigt: Was machen Temu, TikTok und Co. anders, und was davon ist übertragbar? Ich bin gespannt, wie die Runde das diskutiert – gerade weil es dazu in Österreich und der DACH-Region sowohl Angst als auch Neugier gibt.
Und welche Marketing-Trends darf man als Marketer im Jahr 2026 auf keinen Fall verpassen?
Ognibeni: Drei Dinge, die ich jedem Marketer ans Herz legen würde: Erstens, Community-driven Commerce. Die Zeiten, in denen wir Zielgruppen nur bespielen, gehen zu Ende. In China sehen wir längst, wie Marken mit ihren Kunden gemeinsam Produkte entwickeln, testen und vermarkten – und dadurch eine ganz andere Art von Loyalität schaffen. Zweitens, AI jenseits der Effizienz. Der größte Fehler, den Marketer gerade machen, ist, KI nur als Werkzeug zur Kostensenkung zu betrachten. Die spannendere Frage ist: Welche komplett neuen Formate, Kanäle und Geschäftsmodelle werden dadurch erst möglich? Und drittens: E‑Commerce und Marken zusammen neu denken. Wir optimieren seit 25 Jahren dieselbe Katalog-Logik – Suchen, Finden, Kaufen. Das funktioniert immer schlechter. Plattformen wie Douyin oder Xiaohongshu zeigen, dass es auch anders geht: Entdecken, Erleben, Kaufen. Das ist ein fundamental anderer Ansatz – und er kommt auch zu uns.
Der JETZT SUMMIT findet am 25. und 26. März 2026 im Courtyard Wien Prater/Messe statt. Sichert euch hier euer Ticket für den JETZT SUMMIT 2026!












