Der Hype um OpenClaw und endlich ein „Guter“ aus Braunau

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Albert Sachs
OpenClaw soll angeblich die KI revolutionieren. Österreich würde damit zu einem dicken, fetten Punkt auf der KI-Weltkarte. Und die Stadt Braunau könnte so ganz nebenbei ihr riesengroßes Imageproblem lösen.

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Kaum hat sich die KI in der Mitte unserer Gesellschaft festgesetzt, wird jetzt ihr kompletter Umbruch ausgerufen. Der soll ausgerechnet von Österreich ausgehen. Ein einzelner Tüftler soll geschafft haben, woran Apple, Google und Microsoft bisher gescheitert sind. Trotz vollmundiger, gegenteiliger Ankündigungen. Ein junger Österreicher zeigt ihnen nun im Alleingang, wie es geht. Mehr so nebenbei und in Minimalzeit hat er seinen KI-Agenten entwickelt, der derzeit weltweit für Aufsehen sorgt.

OpenClaw heißt das Zauberwerk, das magische Tool, das nicht nur die ganze Welt verzückt, sondern noch mehr nach Science-Fiction klingt, als alles andere, was wir bisher über die Fähigkeiten der Künstliche Intelligenz gehört haben und die Zukunft unserer Gesellschaft maßgeblich bestimmen soll.

Laienhaft ausgedrückt verbirgt sich hinter OpenClaw eine Art Super-Chatbot, der am liebsten mit sich selbst kommuniziert und auf eine Interaktion mit einem Menschen am liebsten verzichtet. OpenClaw führt nicht nur Aufgaben aus, es schreibt sich diese auch selbst. Das Tool liest Dateien, schreibt sich dann eigene Prompts, greift auf Websites, Social Media, Apps und Messenger-Services zu, um dann selbstständig eine Handlungskette auszulösen und gewisse Aufgaben auszuführen.

„The AI that actually does things“, prangt direkt unter dem Unternehmens- und Produktnamen auf der Website von OpenClaw. Das lässt sich mit „Die KI, die wirklich etwas erledigt“ übersetzen. Im Original heißt es in dieser Selbstbeschreibung weiter: „Clears your inbox, sends emails, manages your calendar, checks you in for flights.“ Oder Theater- und Kinokarten. 

Ob OpenClaw tatsächlich die KI revolutioniert, ob der vermeintliche KI-Superagent mehr Fluch oder Segen ist, lässt sich nicht abschätzen, sei hier einmal dahingestellt. Jedenfalls überbieten sich zwischen New York und Sydney die namhaftesten Medien mit ihren Schlagzeilen zu dem KI-Modell aus Österreich. Die Fachwelt staunt und zeigt sich ebenfalls begeistert. Und die TechGiganten treten der Reihe nach mit ihren hochdotierten Übernahmeangeboten an.

Hinter OpenClaw, das auf einem Open-Source-Modell basiert, steht Peter Steinberger. Ein junger Techniker und Software-Entwickler, zu dem es nicht einmal einen ordentlichen Wikipedia-Eintrag gibt. Der Programmierer, in der heimischen Szene gut verankert, hat das nun gehypte KI-Modell mittels Vibe Coding entwickelt und damit Österreich dick und fett auf die internationale KI-Landkarte gebracht.

So ganz nebenbei könnte Steinberger noch ein Problem lösen, das so ganz und gar nichts mit KI zu tun hat. Der Oberösterreicher ist Absolvent der HTL Braunau. Die oberösterreichisch-bayerischen Kleinstadt kämpft seit vielen Jahrzehnten mit einem nachhaltigen Imageproblem, ist sie doch weltweit vor allem als Geburtsort eines gewissen Adolf Hitler bekannt. Mit Peter Steinberger könnte sich die Innstadt nun endlich mit einem „guten Braunauer“ schmücken.

Beides bleibt abzuwarten. Ob das offizielle Braunau den Namen Peter Steinberger für sich nutzen kann. Und was OpenClaw für die KI und die Zukunft unserer Gesellschaft wirklich bedeutet.

Anmerkung des Verfassers: Ich kenne Peter Steinberger zwar nicht persönlich, wie er habe ich aber – vermutlich einige Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte vor ihm – die HTL Braunau absolviert. Abgesehen von Innovationsgeist und  freude, die an dieser höheren technischen Schule heute herrschen, halte ich die Schulform HTL für ein höchste zentrales Element, um dem Standort Österreich Fortschrittsglaube und Zukunftsfitness einzuhauchen.

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