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© Pixabay

Stepstone: Jobsharing scheitert am Verwaltungsaufwand

RecruiterInnen sehen großes Potenzial von Jobsharing, setzen es aber nur selten um. Das Problem: Man fürchtet einen zu hohen administrativen Aufwand.

Flexible Arbeitsmodelle sind nicht mehr nur Optionen, sondern Kernbestandteile der modernen Arbeitswelt in Österreich. Sie stärken nicht nur die Mitarbeiterbindung, sondern sind mittlerweile auch entscheidend für das Recruiting neuer Talente. Innovative Konzepte wie Jobsharing bergen enormes Potenzial – wie die aktuelle Studie „Recruiting in Österreich” der Recruiting-Plattform Stepstone Österreich zeigt.

Österreichs HR-ExpertInnen sehen etwa beim Wiedereinstieg nach der Karenz (87 Prozent), in Kombination mit Altersteilzeit und Wissenstransfer (83 Prozent), im Nachfolgeaufbau (58 Prozent), um Frauenkarrieren zu fördern (43 Prozent) sowie bei schwer zu besetzenden Stellen (30 Prozent) die größten Vorteile von Jobsharing. Dennoch setzen nur etwa 10 Prozent der Befragten das Modell tatsächlich um. Der Großteil scheitert schon am befürchteten Verwaltungsaufwand (58 Prozent).

Flexible Arbeitszeitmodelle sind zu einem Muss geworden

Zwei Drittel (65 Prozent) aller befragten Personalverantwortlichen glauben, dass flexible Arbeitsmodelle die Mitarbeiterbindung stärken. Ohne die Aussicht auf flexible Arbeitszeiten oder die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, ist es ihrer Erfahrung nach deutlich schwieriger, Stellen zu besetzen: Für 64 Prozent der Befragten sind flexible Arbeitsmodelle mittlerweile State of the Art und nicht mehr wegzudenken.

„Flexible Arbeitsmodelle sind nicht mehr nur ein Bonus, sondern das Rückgrat der modernen Arbeitskultur in Österreich. Homeoffice, Teilzeit und Gleitzeit haben sich als wirksame Instrumente zur Mitarbeiterbindung erwiesen und sind für die Gewinnung neuer Talente unverzichtbar. Pionierkonzepte wie Jobsharing bieten weitreichende Vorteile von der Förderung der Chancengleichheit bis zum Wissenstransfer und sollten konsequent weiterverfolgt werden,“ Nikolai Dürhammer, Geschäftsführer Stepstone Österreich und Schweiz

Daran scheitert die breitflächige Einführung von Jobsharing:

  1. hoher administrativer Aufwand (keine Systemlösung vorhanden) 58 Prozent
  2. Unternehmen wollen Teilzeitarbeit nicht fördern 34 Prozent
  3. kein mehrheitsfähiges Konzept, zu individuell 34 Prozent
  4. hohe Kosten 31 Prozent
  5. kein Interesse seitens der ArbeitnehmerInnen 20 Prozent
  6. in meiner Branche nicht möglich 11 Prozent

Diese flexiblen Arbeitszeitmodelle werden in Österreichs Unternehmen geboten:

  1. Homeoffice 81 Prozent
  2. Teilzeit 75 Prozent
  3. Gleitzeit mit Kernarbeitszeit 62 Prozent
  4. Vaterschaftsurlaub 54 Prozent
  5. Unbezahlter Urlaub 39 Prozent
  6. Vertrauensarbeitszeit 30 Prozent

Das gibt es nur selten:

  1. 4‑Tage-Woche bei gleichem Lohn 2 Prozent
  2. Jahresarbeitszeit 7 Prozent
  3. Saisonale Arbeitszeitreduktion 7 Prozent
  4. Workation 10 Prozent
  5. Jobsharing 10 Prozent

„Unternehmen, die heute attraktive und moderne Arbeitgeber*innen sein wollen, müssen sich mit neuen Arbeitsmodellen beschäftigen. Wer jetzt umdenkt und neue Modelle wie Jobsharing strategisch und klug einsetzt, hat am Ende bei BewerberInnen und Beschäftigten die Nase vorn,“ so Sigrid Uray-Esterer, Co-Founder, MarCom & Business Development, JobTwins

Tipps für Unternehmen

  1. Jobsharing auf die nächste Stufe heben: Nutzen Sie Jobsharing nicht nur als Option, sondern als strategisches Instrument für den Wissensaustausch, die Förderung von Frauenkarrieren und ein effektives Nachfolgemanagement.
  2. Selbstbestimmung fördern: Geben Sie Ihren MitarbeiterInnen durch Gleitzeit und Vertrauensarbeitszeit mehr Kontrolle über ihre Arbeitszeit. So können Sie Motivation und Produktivität steigern.
  3. Flexibilität zum Standard machen: Machen Sie flexible Arbeitszeitmodelle zum festen Bestandteil Ihrer Unternehmenskultur. Damit senden Sie ein starkes Signal an aktuelle und potenzielle MitarbeiterInnen, dass Sie ihre Bedürfnisse ernst nehmen und bereit sind, sich anzupassen.
Elisa Krisper

Elisa Krisper

Chris Budgen

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