
Jan Michalko/re:publica
Mittwochabend mündete die dreizehnte re:publica in Berlin nach über 1000 Programmpunkten von hunderten Speakern mit der Abschlusszeremonie und der Afterparty. Insgesamt 25.000 Menschen besuchten Europas größtes Digitalfestival an drei Tagen. „Die re:publica ist der zentrale Ort in Deutschland, wo die wichtigen Fragestellungen einer sich entwickelnden digitalen Gesellschaft diskutiert und verhandelt werden. Wir freuen uns auch über das große Interesse aus der Politik, sich bei uns diesen Debatten zu stellen, denn der gesellschaftliche Dialog dazu ist wichtig”, fasst re:publica-Mitgründer Markus Beckedahl das Eventzusammen.
Zu den Highlights des dritten Tages gehörten der Talk mit EU-Wettbewerbskomissarin Margarete Vestager, eine Präsentation der taiwanesischen Digitalministerin und die Abschlusssession zum Thema Raumfahrt mit dem deutschen Astronauten Alexdander Gerst.
Digitale soziale Innovation
Das Ziel des taiwanesischen Innovationsansatzes liegt laut der Hackerin Audrey Tang darin, „die Technologie in den Lebensraum der Menschen zu bringen, anstatt zu verlangen, dass die Menschen in den Raum der Technologie eintreten”. In ihrer Keynote wird sie die Bedeutung von Zusammenarbeit, Partnerschaft und Innovation für Taiwans Weg zu einer pluralistischen ökologischen Demokratie erläutern, in der Innovation nicht nur möglich ist, sondern auch Spaß macht.
Im Jahr 2012 gründete Sie mit anderen Aktivisten die Plattform freie Bürgerbeteiligungsplattform g0v, die staatliche Aktivitäten und Budgets transparent für Bürgerinnen und Bürger darstellt und so eine Diskussion von unten ermöglicht. Seit 2016 schreitet sie diesen Weg als Digitalministerin von Taiwan radikal fort. Das Projekt g0v ist mittlerweile auch in Italien und andren Ländern gestartet.
Raumfahrt und Gesellschaft – wohin geht die Reise?
Der deutsche Astronauten Alexander Gerst kehrte nicht nur kürzlich von seiner zweiten Mission auf der ISS zurück, sondern auch zur re:publica. Nach seiner ersten Teilnahme im Jahr 2015 sprach “Astro-Alex” heuer mit ESA-Chef Jan Wörner und der Präsidentin der portugiesischen Raumfahrtagentur Chiara Manfletti über die Zukunft der Weltraumexploration, ihren Nutzen für die Gesellschaft und interstellaren Umweltschutz.
Der launige Vortrag setzte auf beeindruckende Bilder und viel Witz. Unter anderem wurde das „Lunar Orbital Platform-Gateway” vorgestellt, eine Nachfolgestation der ISS, die um den Mond kreist und als Zwischenstation für weitere Explorationen dienen soll. Gerst ließ es sich auch nicht nehmen, mehrfach die Mädchen und Jungen im völlig überfüllten Saal zu ermutigen ihre Träume zu verfolgen. Astronauten seien keine Superhelden. Er selbst habe damals geglaubt, dass eine Verwechslung vorliege und die ESA die Bewerbungsdokumente vertauscht hatte.

Jan Michalko/re:publica













