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Ein Drittel der SeniorInnen bemängelt spontan in einer offenen Frage

Silver Surfer: Wie digital sind Österreichs SeniorInnen?

Die Pandemie hat nicht nur die Vorteile, sondern auch die Tücken der Digitalisierung sichtbar gemacht. So haben viele Internet User von diesem Turbo profitiert, aber hat die Generation 60+ ebenso die Vorteile für sich nützen können?

Wie sehr sind die Älteren noch in der Lage, an der Digitalisierung teilzuhaben oder sind sie die stillen VerliererInnen? Diesen und weiteren Fragen ist eine Studie von GfK im Auftrag von A1 nachgegangen.

35 Prozent der 60 bis 65-Jährigen beklagen, dass sie keine Native User sind

Ein Drittel der SeniorInnen bemängelt spontan in einer offenen Frage, dass die derzeit größte Herausforderung die fehlenden Digitalisierung-Grundkenntnisse sind. Erst danach folgen die Themen „zu kompliziert“ (19 Prozent), „die ältere Generation ist nicht damit aufgewachsen“ (14 Prozent), dass „vieles nur noch digital geht“ (11 Prozent), die „Schnelligkeit der Digitalisierung“ (10 Prozent) oder der „Zugang zur Digitalisierung per se“ (10 Prozent).

Ebenso spannend ist, dass 16 Prozent der über 76-Jährigen das „mangelnde Interesse“ ihrer eigenen Peers kritisieren, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. 10 Prozent aller SeniorInnen beklagen „fehlende Schulungen“, 7 Prozent sehen die „Unterstützung durch die eigene Familie als notwendig“ an, je 4 Prozent erkennen „Datenschutz und Sicherheit“ als Herausforderung oder sehen die „Behördengänge nur noch Online“ als kritisch. 7 Prozent der 76 bis 80-Jährigen fühlen sich „altersdiskriminiert und möchten mit Internet und Digitalisierung gar nichts mehr zu tun haben“.

Dazu muss angemerkt werden, dass gerade die Pandemie mit ihren zahlreichen Lock-downs das soziale öffentliche Leben massiv eingeschränkt hat und SeniorInnen so nach wie vor angehalten sind, online- oder digitale Angebote zu nutzen.

Auf die gestützte Frage nach den wichtigen Bereichen in Zusammenhang mit Digitalisierung haben knapp 90 Prozent mit „Sicherheit im Internet“ geantwortet, die Vernetzung diverser Geräte im Haushalt (Smart Home) ist nur für 26 Prozent relevant, hier mehr für Männer (31 Prozent) als für Frauen (22 Prozent).

12 Prozent aller SeniorInnen nutzen Smartwatch & Co

Fast alle Befragten (98 Prozent) verwenden ein Handy oder Smartphone, 56 Prozent Laptop oder Notebook und 14 Prozent der 60 bis 65-Jährigen immerhin noch Smartwatch oder Fitnessband. Das Internet wird von knapp 90 Prozent der Befragten genutzt, wobei 84 Prozent der 60 bis 65-Jährigen über Handy/Smartphone einsteigen und 61 Prozent aller Männer via Laptop oder Notebook.

Video/Filme streamen via TV und Handy Kopf an Kopf

64 Prozent der Internet-User nützen das Handy zum Versenden und Empfangen von E‑Mails, 70 Prozent um Informationen abzurufen, 83 Prozent fotografieren oder nehmen Videos auf, 84 Prozent nützen Kommunikations- oder Nachrichtendienste, immerhin noch 75 Prozent versenden SMS und 52 Prozent nützen Verkehrsnavigation am Handy. 32 Prozent sind auf Social Media am Handy aktiv und 15 Prozent streamen Musik via Handy. Bei der Nutzung von Geräten zum Video-/ Filme Streamen liegen Fernseher (18 Prozent) und Handy (16 Prozent) Kopf an Kopf.

Beim Thema Videocalls geben 69 Prozent der User an, diese schon vor der Pandemie (2020) genutzt zu haben, 29 Prozent erst seit der Pandemie. 89 Prozent der Befragten sind ja bereits in Pension und kennen diese Anwendung daher nicht mehr aus dem Berufsleben. Beinahe zwei Drittel der Internet User haben diverse Anwendungen im Internet zur Unterstützung bei der Kontaktpflege während der Pandemie genutzt.

Online-Shopping: Nie ohne Internetschutz!

Knapp 70 Prozent der Internet-User geben an, schon einmal via Internet eingekauft zu haben, wobei die Online-Käufe überwiegend per Rechnung (76 Prozent) oder Kreditkarte (72 Prozent) bezahlt werden. Immerhin 36 Prozent der 76 bis 80-Jährigen wickeln die Zahlung über ein Paypal Konto ab.
Auf die Frage nach der Sicherheit beim Online Shopping fühlen sich die 60–65-Jährigen Online-KäuferInnen am sichersten. Beim Thema Sicherheit insgesamt zeigt sich, dass besonders Männer Schutzmaßnahmen wie Virenscanner (77 Prozent), Verwendung unterschiedlicher Passwörter (78 Prozent), Firewall (70 Prozent), Datensicherung auf externer Festplatte (62 Prozent) und Software zum Schutz gegen Spyware (60 Prozent) einsetzen. 5 Prozent aller Befragten verzichten gänzlich auf Cyberabwehr.
9 von 10 Personen mit Internet sehen sich selbst in der Pflicht, für ihre eigene Datensicherheit verantwortlich zu sein; 63 Prozent sehen die Verantwortung beim Telekomanbieter und 46 Prozent bei staatlichen Behörden.