„Wie Digtalisierung und KI die Welt verändern und was das für uns bedeutet” – mit diesem verheißungsvollen Titel eröffnete der deutsche Top-Speaker Sascha Lobo die 30. Auflage der Österreichischen Medientage. Der Übertitel seines Slots lautete „Gesellschaft im Wandel” und genau darum ging es da auch. Gleich zu Beginn hat Lobo ein paar „Gastgeschenke” mitgebracht und die Excel-Kenntnisse und die Inserate-Korruption in der heimischen Politik humorvoll betrachtet – das auch als Replik auf die Eingangsworte von EU- und Verfassungsministerin Karoline Edtstadler.
Lobo plädierte in seiner Opening Keynote dafür, ein Gespür für die kommende KI-Transformation zu entwickeln. Daran mangle es nämlich noch in hohem Maße. Die generelle Sichtweise sei da noch viel zu konservativ. Die KI werde ganze Branchen fundamental verändern. „Nicht Technologie verändert die Welt, sondern die Veränderung der Verhaltensweisen durch Technologie”, so Lobo. Und Lobo räumte damit auf, dass Angst vor dem Absaugen von Daten durch die großen Plattformen die Menschen beherrscht: Das genaue Gegenteil sei der Fall, wenn man sich Plattformen wie Facebook, Instagram oder auch Hula ansehe, wo Menschen Daten mit anderen Menschen teilen, die so intim seien, wie nur möglich.
Natürliche Intelligenz hilft künstlicher Intelligenz nur bedingt
„Der Mensch neigt dazu, sich und den Wert seiner eigenen Erfahrung zu überschätzen,” meint Lobo und macht dabei den Punkt, das KIs, die auf keinen menschlichen Erfahrungen basieren und damit auf keiner „natürlichen Intelligenz” von Menschen, viel intelligenter sind als der Mensch per se.
Was in Zusammenhang mit KI Lobo sehr gefällt, ist der chinesische Ansatz, den Umgang mit KI auch an Schulen zu lehren – eine Idee, die dort übrigens 2018 geboren wurde. Was ihm nicht so gefällt, ist der Umstand, dass man die Möglichkeiten von KI in Europa komplett unterschätzt: „KI wird Bereiche erobern, die wir uns heute noch nicht vorstellen können.” Auch der „Kreativitätsbereich”, wie es Lobo nennt, sei nicht den Menschen vorbehalten. Das hätten Studien an der University von Montana gezeigt, wo KI im Rahmen einer Studie weit kreativer war als die meisten Studierenden: „KI war in diesem Testsetting unter den Top 1 Prozent der kreativsten Studenten.”
Aber natürlich sei KI wie etwa Chat GPT heute teilweise noch konfus und erfinde Tatsachen: „Das sind bewältigbare Schwierigkeiten. Das sind Kinderkrankheiten”, beruhigt Lobo. Seine Schlusserkenntnis: „Die schlechten Entwicklungen einer Technologie kommen von ganz alleine. Für die guten Entwicklungen muss man hingegen lange und hart arbeiten.”












