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© Saferinternet.at

Saferinternet.at: Selbstdarstellung und KI als Herausforderungen

Bei der Fachtagung „Aufwachsen in der digitalen Welt“, von der EU-Initiative Saferinternet.at anlässlich des diesjährigen Safer Internet Day veranstaltet, diskutierten Politik, ExpertInnen, PädagogInnen und Interessierten aktuelle Trends und Herausforderungen.

Mit welchen Herausforderungen und Trends sind junge Menschen im Internet konfrontiert? Wie wirken sich Schönheitsideale in sozialen Netzwerken auf ihr Körperbewusstsein aus? Welchen Einfluss haben KI-Tools wie ChatGPT? Und wie kann man Kinder und Jugendliche bei einem verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien unterstützen? Diesen Fragen widmete sich die Fachtagung „Safer Internet – Aufwachsen in der digitalen Welt“, die am 15. Februar in Wien über die Bühne ging. Dabei teilten nicht nur MedienexpertInnen ihr Wissen mit dem Publikum, auch die Jugendlichen selbst kamen zu Wort und luden im Rahmen von selbst gestalteten Themenstationen zur Diskussion. Mit spannenden Vorträgen, Workshops und viel Raum zur Vernetzung bot die Veranstaltung ein abwechslungsreiches Programm.

Die ausgebuchte Fachtagung, an der über 150 Personen teilnahmen, fand bei A1 Telekom Austria, einem langjährigen Partner von Saferinternet.at, statt. „Als Österreichs führender Telekommunikationsanbieter sind wir Wegbegleiter der Digitalisierung. Gerade in Hinblick auf die Jüngsten unserer Gesellschaft gilt es dabei Verantwortung zu übernehmen. Das Workshop-Programm unseres A1 digital.campus umfasst neben Kursen für Kinder auch solche speziell für Pädagoginnen und Pädagogen. Wir gestalten diese Workshops mit unserem langjährigen Partner Saferinternet.at und leisten so gemeinsam einen wichtigen Beitrag zum richtigen und kompetenten Umgang mit digitalen Medien“, so Hausherr Thomas Arnoldner, stellvertretender Vorstandsvorsitzender A1 Telekom Austria Group.

Unterstützt wurde die Fachtagung auch von Vertreterinnen und Vertretern aus der Politik. „Die zwei völlig unterschiedlichen Themen Schönheitsideale und Künstliche Intelligenz liegen mittlerweile ganz nahe beieinander. Bilder von KI-generierten Menschen strömen aktuell in die sozialen Medien. Diese Fake-Menschen haben keine einzige Falte, keine Narben und keine Pickel. Das macht leider etwas mit den jungen Menschen. Sie setzen sie gewaltig unter Druck. Diese Bilder gaukeln eine Realität vor, die es gar nicht gibt. Deshalb mache ich mich als Jugendstaatssekretärin für eine EU-weite Kennzeichnungspflicht für Bilder von Fake-Menschen stark“, so Jugendstaatssekretärin Claudia Plakolm in ihrer Begrüßungsrede.

„Um Schülerinnen und Schüler fit für eine Zukunft zu machen, in der Künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle spielen wird, braucht es umfassende digitale Kompetenzen. Quellenkritik, Informationskompetenz sowie ein verantwortungsvoller Umgang mit digitalen Medien und kritisches Denken sind dabei zentrale Inhalte“, so Bildungsminister Martin Polaschek, der in einer Videobotschaft auch dazu aufruft, den Safer-Internet-Aktionsmonat Februar zum Anlass zu nehmen, um sich mit der reflektierten Nutzung mit digitalen Medien in zahlreichen Unterrichtsfächern auseinanderzusetzen und Bewusstsein zu schaffen.

Zwischen Empowerment und Einengung: Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken

Für die Fachvorträge konnte Saferinternet.at renommierte Referentinnen gewinnen. Die Medienwissenschaftlerin Maya Götz sprach in ihrer Keynote über das Thema Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken. Sie erörterte, welche Möglichkeiten der Selbstinszenierung Social Media Jugendlichen bietet, wie die Anpassung an klischeehafte Schönheitsideale aber zugleich zur Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper führen kann. Im Rahmen ihres Vortrags diskutierte Götz, wie in diesem Zusammenhang Medienkompetenz gefördert und der gängige Schönheitsbegriff erweitert werden kann.

Mythen, Märchen, Möglichkeiten: KI im Bildungssystem

Elke Höfler, Assistenzprofessorin für Mediendidaktik und Sprachendidaktik an der Universität Graz, widmete sich einem weiteren brisanten Thema: In ihrer Keynote setzte sie sich mit Künstlicher Intelligenz im Bildungssystem auseinander und bot einen Einblick in die Möglichkeiten und Herausforderungen, die sich durch den Einsatz neuer Technologien wie ChatGPT im Unterricht ergeben. Dabei hinterfragte sie auch gängige Annahmen in Bezug auf KI und zeigte auf, welche Chancen ein bewusster Einsatz von KI bieten kann.

Jugendliche gestalteten eigene Themenstationen

Einen bedeutenden Teil der Fachtagung nahm der von Jugendlichen selbst gestaltete Programmabschnitt ein. 17 Jugendliche des Saferinternet.at-Youth-Panels luden das Publikum zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch ein und boten als Expertinnen und Experten ihrer eigenen Lebenswelt praxisnahe Einblicke in persönlich relevante digitale Themen. Im Rahmen von vier Tischgruppen sprachen die Jugendlichen mit den Gästen über Schönheitsideale in sozialen Medien, Cybersecurity, Cybermobbing und Peer-Mentoring sowie Künstliche Intelligenz und Fake-News. Die spannenden Erkenntnisse der Diskussionsrunden präsentierten die Jugendlichen abschließend dem gesamten Publikum.

Beeindruckend war, welche Expertise und Aufgeschlossenheit die Jugendlichen digitalen Themen gegenüber mitbrachten. Vom reflektierten Umgang mit Körperbildern und Filtern in sozialen Netzwerken bis zur kompetenten Nutzung von KI-Technologien: Wie wichtig eine aktive Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Herausforderungen im Internet ist, wurde von den Jugendlichen einstimmig betont. Dieses Bewusstsein fordern die jungen Menschen auch von Erwachsenen, denen sie in diesem Zusammenhang mangelndes Wissen attestierten. Das wurde unter anderem beim heiß diskutierten Thema KI deutlich: „Wir wissen zwar, dass man ChatGPT nicht alles glauben darf. Wie man KI-generierte Inhalte überprüft, haben wir uns aber selbst beigebracht.“ Hier würden sich die Jugendlichen mehr Unterstützung von Eltern und Lehrenden wünschen, denn: „KI wird nicht wieder weggehen – daher muss man den Umgang damit lernen!“

Fachtagung im Rahmen des Safer-Internet-Aktionsmonat

Die Fachtagung fand im Safer-Internet-Aktionsmonat Februar statt, den Saferinternet.at gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung auch heuer wieder ausgerufen hat. Damit soll in Österreich nicht nur am Safer Internet Day, sondern den gesamten Februar lang ein Bewusstsein für den sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien geschaffen werden. Insbesondere Schulen und Jugendeinrichtungen sind eingeladen, sich am Aktionsmonat zu beteiligen: Sie haben noch bis 5. März 2024 die Möglichkeit, eigene kreative Projekte rund um die sichere Internet- und Handynutzung durchzuführen und an einer Verlosung mit attraktiven Preisen teilzunehmen.

Picture of Elisa Krisper

Elisa Krisper

Chris Budgen

„Chatter” von Ethan Cross

Der renommierte Psychologe Ethan Kross verschränkt für sein international vielbeachtetes Buch seine eigenen bahnbrechenden Forschungsergebnisse aus Verhaltens- und Hirnforschung mit zahlreichen Fallstudien aus der Praxis.