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Lasset die Roboter tanzen!

Albert Sachs
Albert Sachs
Das gerade erst begonnene Jahr 2024 könnte jenes der humanoiden Roboter werden.

Der Roboter Pepper rollte beim Tag der Marktkommunikation der Fachgruppe Werbung und Marketing Wien lustig über die Bühne. Die Sätze, die der putzige Roboter an der Seite von Moderatorin Adriana Zartl, von sich gab, wirkten noch etwas hölzern. Doch Pepper war ohne Zweifel der Star des hochkarätig besetzten Vortragabends. Viele BesucherInnen drängten sich in den Pausen, um ein Selfie mit Pepper zu schießen.

Zum Tag der Marktkommunikation musste Pepper im Oktober des vergangenen Jahres noch extra aus Hamburg nach Wien transportiert werden. In diesem Jahr könnte sich das Szenario drastisch ändern, denn möglicherweise bevölkert bald eine kleine Armada an humanoiden Robotern auch die Donaumetropole und viele andere Teile des Landes.

Pepper und Co. schicken sich gerade an, auf breiter eben ihren Marsch durch Unternehmen, Institutionen und Betriebe anzutreten. 2024 könnte jenes Jahr werden, in dem humanoide Roboter auf breiter Ebene in unser Leben eindringen und vor allem auf große Akzeptanz stoßen. Gerade letzteres scheint einer der zentralen Aspekte zu sein, der unseren maschinellen Begleitern und Helfern den Vormarsch in unsere Mitte erleichtern dürfte.

Um ein neues Phänomen handelt es sich bei der Robotik nicht wirklich. Die moderne industrielle Produktion wäre ohne den flächendeckenden Einsatz von Robotern kaum noch denkbar. Doch werkeln diese Roboter von den Augen der Öffentlichkeit weitgehend verborgen vor sich hin. Ab sofort werden aber die Roboter mehr und mehr in die Mitte unseres Lebens einziehen. Humanoide Roboter werden uns durch ihre neuen Fähigkeiten und ihre vielseitige Einsetzbarkeit unterstützen, entlasten, beeindruckten und vielleicht sogar begeistern. Die Gründe für diese Entwicklung sind vielschichtig.

Die USA, China und auch Japan matchen sich bei der Entwicklung von humanoiden Robotern zunehmend. Längst geht es dabei nicht mehr nur um technische Spielerein, darum mit immer ungewöhnlicheren Fähigkeiten mediales Echo zu erzielen, sondern um einen milliardenschweren Zukunftsmarkt. Es sind auch nicht innovationsfreudige Start-ups, die in diesem Markt für die Entwicklungssprünge und die Schlagzeilen sorgen, sondern viele ganz große Spieler mit klingenden Namen. Samsung, Tesla, Xiaomi, OpenAI zählen zu den führenden Anbietern humanoider Roboter, dazu gesellen sich hochspezialisierte und mit ausreichend Kapital ausgestattet Anbieter.

Die öffentlichkeitswirksamen Innovationssprünge, welche die AI (Artificial Intelligence) im Jahr 2023 vollzogen hat, beschleunigen nicht nur die Innovationen im Robotik-Sektor und die Fähigkeiten der humanoiden Maschinen, sondern auch ihr Akzeptanz bei uns Menschen.

Auch die Lücken in vielen Mangelberufen werden den Einsatz von humanoiden Robotern massiv fördern. Sie werden in Lagern Pakete schlichten und Kisten einräumen, in der Gastronomie Tabletts transportieren und benutztes Geschirr abservieren, in Großküchen Spülmaschine ein- und ausräumen, in Gebäudekomplexen Fenster putzen und Böden wischen, in der Pflege Serviceleistungen übernehmen. Und vieles mehr. Sogar in unseren Haushalten werden wird diverse Tätigkeiten an humanoide Roboter abgeben. Rasenmäh- und Staubsaugroboter sind nur ein Anfang. Dem praktischen Einsatz humanoider Roboter scheinen kaum Grenzen gesetzt.

Auch die Spieleindustrie trägt zur Akzeptanz der Roboter bei. Schon jetzt lassen sich für schlappe zwei oder drei Dutzend Euro unzählige Bausätze für kleine humanoide Roboter bestellen. Zusammengefrimmelt, sind diese dann oft mehr als bloße Gimmicks, sondern übernehmen mitunter auch kleine Aufgaben.

Humanoide Roboter werden still und heimlich in unseren Alltag einziehen, einzelne Aufgaben übernehmen und uns helfen, Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten. Sie treten vielleicht sogar als unsere persönlichen Assistenten auf.

Das Rennen in einem neuen, viele Milliarden schweren Markt ist längst eröffnet. China hat angekündigt, spätestens ab 2025 humanoide Roboter in Massen zu produzieren. Die USA wollen dabei nicht tatenlos zusehen. Viele Unternehmen entwickeln humanoide Roboter, die bereits Serienreife erreicht haben oder kurz davorstehen, kündigen deren Marktstart für die nächsten Monate an.

2024 könnte für den Beginn einer neuen Ära in der Zusammenarbeit von Menschen und Robotern stehen. Wir sollten uns schon einmal an unsere neuen Mitarbeiter und Mitbewohner gewöhnen.

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