In der Sendung Guten Morgen Österreich auf kronehit am 21. März haben Anita Ableidinger und Meinrad Knapp ein Experiment gewagt und gingen mit der Kollegin Ki on air. Ki wurde mit ChatGPT und Google Sprachsynthese erschaffen und unterstützte die beiden in der morgendlichen Sendung – mit durchaus zweifelhaftem Erfolg.
Schwer tat sich Ki teilweise mit der Aussprache von englischsprachigen Musiktiteln, aber immerhin klappte es mit dem Sendertitel einwandfrei. Auch wenn Artificial Intelligence und Anwendungen wie ChatGPT die letzten Monate beachtliche Fortschritte gemacht haben, lässt das Einfühlungsvermögen zu wünschen übrig. Als eine Hörerin um Rat fragt, weil sie geghosted wird (Anmerkung: wortloser Kontaktabbruch von Beziehungen und Freundschaften) meint die künstliche Moderatorin Ki salopp: „Vielleicht bist du zu beschäftigt. Du solltest zudem überprüfen, ob es nicht an dir liegt.“
Auch bei der Empathie Wertung gibt es durchaus den einen oder anderen Minuspunkt. Als Julia aus Krems anruft und um Rat fragt, weil sie geghosted – „nicht einmal ignoriert“ – wird, hat die künstliche Kollegin die Antwort parat: „Vielleicht bist du zu beschäftigt. Du solltest zudem überprüfen, ob es nicht an dir liegt.“
„So kann man doch nicht mit Frauen sprechen“ kritisiert Meinrad Knapp, „ich bin weder künstlich noch intelligent, aber ich sage es klipp und klar: Ein Mann, der auf U‑Boot macht, hat Julia gar nicht verdient, so einfach ist das.“ Die kronehit Hörerinnen und Hörer stärken den beiden ModeratorInnen jedenfalls den Rücken. „Ich höre lieber eure erotischen Stimmen in der Früh“ sagt etwa Claudia, die aus Villach anrief.
Weitere Tests sind nicht ausgeschlossen, schließlich schreitet die Forschung im Bereich Artifical Intelligence und Sprachsynthese rasch voran. Aber – und das hat das Experiment klar gezeigt – noch müssen sich ModeratorInnen und andere Kreative nicht davor fürchten, wegautomatisiert zu werden.













