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Kathrin Hirczy (IPG Mediabrands)

Kathrin Hirczy, iab austria: „Nachfrage aus der  Digitalwirtschaft ist hoch.”

Im Interview liefert Kathrin Hirczy, iab-austria-Vorstandsmitglied und Leiterin der Arbeitsgruppe Ausbildung im iab austria, spannende Insights in das "Digital Marketing"-Zertifikat, das der iab mit Deutschland und der Schweiz auf den Markt gebracht hat.

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Frau Hirczy, iab Austria, iab Switzerland und der BVDW in Deutschland haben zusammen das „Digital Marketing“-Zertifikat ins Leben gerufen. Was hat es konkret damit auf sich?

Kathrin Hirczy: Der „Digital Marketing – Grundkurs DACH“ hat sich binnen drei Jahren als einheitlicher Kompetenz- und Ausbildungsstandard in der gesamten Region etabliert. Anfänglich waren es noch überwiegend Mitglieder des iab austria und unserer Schwesterorganisationen, die das multinationale Ausbildungsangebot absolvierten. Mittlerweile ist die Nachfrage aus der gesamten Digitalwirtschaft hoch. Die Hybrid- und Digitalveranstaltungen haben die ortsunabhängige Teilnahme massiv gefördert. In der Pandemie setzten viele Menschen auf Fortbildung und Kompetenzerweiterung. Die Nachfrage ist auch nach der Pandemie sehr hoch, weil digitale Weiterbildung ein Muss in der Arbeitswelt ist. Die länderübergreifende Ausbildung, die mit einer Prüfung und einem Praxisworkshop abschließt, ist für viele im Digitalmarketing die Grundlage für eine Karriere und bescheinigt ihre Fähigkeiten mit einem anerkannten Abschluss. Mit dem Zertifikat möchten wir nun allen, die bereits Praxiserfahrung gesammelt haben, die Möglichkeit bieten, ihre Kompetenzen ohne Kursteilnahme unter Beweis zu stellen und sich beruflich zu verbessern.

Welche Inhalte beinhalten die acht Themen-Module?

Hirczy: Die vermittelten Kompetenzen umfassen neben den Grundlagen im Digitalmarketing im ersten Modul die Bereiche Displaywerbung, Search Advertising, Mobile und Video Marketing, Online-Mediaplanung, Social Media, Performance- und E‑Mail-Marketing sowie Website-Marketing und SEO. Am Ende folgt eine Multiple-Choice-Prüfung. Der „Digital Marketing – Grundkurs DACH“ liefert das Rüstzeug, um sich in der Digitalwirtschaft zu entwickeln.

Das Zertifikat setzte bis vor Kurzem acht Präsenzmodule voraus, nun kann man das Zertifikat auch ohne die Präsenzmodule abschließen. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Hirczy: Das interactive advertising bureau hat historisch schon immer einheitliche Branchenstandards auf der Agenda. Die Idee zur „Prüfung Only“-Variante kam vom BVDW in Deutschland, um die Marktdurchdringung des Zertifikates zu erhöhen, und damit auch die Standardisierung der Fähigkeiten. Diese Idee wurde dann gemeinsam besprochen und umgesetzt. Das Zertifikat des „Digital Marketing – Grundkurs DACH“ wird schon vielen HR-Spezialistinnen und ‑Spezialisten geschätzt, weil es einen verlässlichen Aufschluss über Qualifikationen gibt. Für viele Positionen ist es nicht entscheidend, ob ein Kurs besucht wurde, sondern ob das Know-how vorhanden ist. Das lässt sich jetzt leicht mit dem Zertifikat nachweisen. Zudem wachsen die Märkte der deutschsprachigen Region stärker zusammen. Der einheitliche Standard sorgt für eine deutliche Vereinfachung und gibt dem HR Orientierung.

Welche allgemeinen Vorteile dürfen sich Marketer mit dem Zertifikat erhoffen?

Hirczy: Der Vorteil für Personalverantwortliche ist ganz klar die transparente Bescheinigung der Fähigkeiten, die potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mitbringen, die das Zertifikat erworben haben. Jobwechsel über die Landesgrenzen hinaus werden einfacher. In Teams kann man von einem einheitlichen Wissensstand ausgehen. Damit vereinfacht sich auch die multinationale digitale Zusammenarbeit, wenn vergleichbare Qualifikationen vorhanden sind.

Wie genau sieht die Prüfung für das Digital Marketing-Zertifikat aus?

Hirczy: Aus den acht Modulen werden nach dem Zufallsprinzip 72 Multiple-Choice-Fragen ermittelt, die von den Prüflingen in 40 Minuten beantwortet werden müssen. Um das Zertifikat zu erhalten, müssen mindestens 75 Prozent der Fragen korrekt beantwortet werden. Eine einmalige Wiederholung der Prüfung ist nach 48 Stunden möglich.

Planen Sie heuer noch weitere Weiterbildungsangebote beim iab austria? Wenn ja, welche?

Hirczy: Die Weiterbildungsangebote haben in den letzten Jahren pandemiebedingt eine Pause einlegen müssen. In diesem Jahr möchten wir mit fünf Modulen wieder einen tiefen Einblick in Kernthemen schaffen. Die Kurse umfassen „Do‘s and Dont‘s für DSGVO-konformes Marketing“, „Content Marketing und Native Ads“, Suchmaschinenmarketing, einen Programmatic Deepdive und einen Lehrgang vom Online-Vermarkterkreis zum österreichischen Werbemarkt. Wir versuchen damit, ein Gleichgewicht zwischen internationalen und lokalen Themen zu bieten. Die Module können gemeinsam oder einzeln gebucht werden und finden voraussichtlich in Präsenz statt. Wir prüfen auch hybride Angebote, um dem hohen Interesse und Zuspruch aus den Bundesländern gerecht zu werden. Wir haben sehr positive Erfahrungen in den letzten zwei Jahren in der Digitalisierung unserer Ausbildungsangebote gesammelt, auf die wir jedenfalls weiter aufbauen werden.

Alle Weiterbildungsangebote können hier im Detail nachgelesen und gebucht werden: https://www.iab-austria.at/iab-weiterbildungskurse-2022/

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