© Screenshot/Tante Emma YouTube

Schauspielerin Susanna Wiegand

Kampagne von Tante Emma für Hemayat rückt Flucht und Trauma in den Fokus

Ein neuer ORF-Social-Spot für Hemayat thematisiert gängige Klischees über Geflüchtete – und kontert mit eindringlichen Bildern der Realität von Krieg und Trauma.

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Der aktuelle TV-Spot für Hemayat, das Betreuungszentrum für Folter- und Kriegsüberlebende, nutzt eine vermeintlich alltägliche Szene, um stereotype Narrative über Geflüchtete kritisch zu hinterfragen. In einem österreichischen Wirtshaus äußern Gäste am Stammtisch Phrasen, wie sie in Debatten über Migration häufig zu hören sind. Doch schon bald wechselt die Perspektive – und macht sichtbar, was hinter Flucht wirklich steckt: Krieg, Gewalt, Verfolgung und das Ringen um ein würdevolles Leben in Sicherheit.

Die Kampagne wurde von der Wiener Agentur Tante Emma konzipiert und gemeinsam mit Frames.Network und Forafilm realisiert. Die gesamte Produktion erfolgte pro bono. Der Spot läuft derzeit als Social Spot im Programm des ORF. Ziel ist es, Vorurteile aufzubrechen und das öffentliche Bewusstsein für die Schicksale Geflüchteter zu schärfen.

Das Besondere an der Umsetzung ist der bewusste Einsatz eines Ensembles, das alltägliche Wirtshausgäste verkörpert. Unterstützt wurde das Projekt zudem von prominenten Persönlichkeiten aus dem österreichischen Theater- und Filmschaffen, darunter Susanna Wiegand vom Theater in der Josefstadt. Die Nähe zur Lebensrealität verleiht dem Spot zusätzliche Authentizität.

Cecilia Heiss, Geschäftsführerin von Hemayat, unterstreicht die Bedeutung der Initiative: Die Klientinnen und Klienten der Organisation seien schwer traumatisierte Menschen, für deren Stabilisierung therapeutische Hilfe essenziell sei. Der Spot ermögliche es, ihre Erfahrungen öffentlich sichtbar zu machen und damit einen Beitrag zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema zu leisten.

Auch die Kreativen hinter dem Projekt sehen darin mehr als nur eine Werbemaßnahme. Stefan Lippert, Kreativgeschäftsführer von Tante Emma, beschreibt den Spot als bewusste Konfrontation mit gängigen Vorurteilen, die durch einen Perspektivwechsel korrigiert werden. Gianna Schöneich, CEO der Agentur, betont das breite ehrenamtliche Engagement hinter dem Projekt – von Schauspielerinnen über Produktionsfirmen bis hin zum Wirtshaus, das seine Räume zur Verfügung stellte.

Der Spot versteht sich als stilles, aber eindrucksvolles Plädoyer für Menschlichkeit, Empathie und konkrete Hilfe.

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