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Ist Webanalyse die Wahrheit?

„Nein.“, sagt ganz klar Jan Königstätter, Gast im Studio von UNCRIPTED - der Marketing Podcast. Warum er Webanalysen mit Temperaturmessungen vergleicht und Österreich dabei als Schlusslicht sieht, erfahren Sie in diesem Artikel zum Podcast.

Seit letzten Sommer ist Google Analytics 4 am Start und ab 1. Juli 2023 liefern Universal Analytics Properties keine Daten mehr. Welche Auswirkungen hat das? Wie sieht die Zukunft der Webanalyse aus?

Jan Königstätter hat sich 1992 ins Web verliebt, damals noch im Textbrowser, und klassisch als Tech-Nerd begonnen. Als Onlineveteran freut ihn das Thema besonders. Wer länger dabei ist kann sich noch an die Zeiten der schlechten Datenmessungen erinnern, zum Teil bewegen wir uns ja dahin wieder zurück.

Zu hören ist der Podcast UNCRIPTED auf der Webseite, bei Spotify und Apple Podcasts.

Datenschutz war früher ein höheres Gut als heute. Man erinnere sich an die heiße Diskussion über die Einführung des Fingerabdrucks im Reisepass. Die Wogen gingen hoch, es ging ein großer Aufschrei durch Österreich, es war eine Skandalforderung. Bei der tatsächlichen Einführung allerdings hat niemand mehr etwas dagegen gesagt. Es war nicht mal mehr Thema. Genauso handhaben die meisten User ihre Privatsphäre auch online. Lieber schnell auf „akzeptieren“ oder „OK“ klicken, damit sich das lästige Fenster schließt, als fünf Seiten Datenschutzbestimmungen zu lesen. Verständlich, denn die Bequemlichkeit schlägt oft den Wert der Privatsphäre.

Ursprünglich war der Datenschutz dafür ausgerichtet, die User zu schützen. Gehen die neuen Entwicklungen nicht in die andere richtig? Jan Königstätter meint dazu: „Dass sich die Privatsphäre verschlechtert, würde ich nicht sagen. Es handelt sich eher um eine Verschiebung innerhalb der Werbewirtschaft.“Die Messbarkeit wurde in den letzten Jahren schlechter bzw. auch verfälscht. Einige Browser, übermitteln nicht mehr immer alle Daten. Insbesondere Apple unterbindet teilweise die korrekte Übermittlung des Standorts. User können jetzt z.B. angeben in Dubai zu sitzen, obwohl er im 1. Wiener Gemeindebezirk gemütlich auf seiner Couch sitzt. Durch den Anonymisierungsprozess wird das Tracking also immer komplizierter und ist nurmehr die halbe Wahrheit. Was man allerdings bei einer guten Anzahl an Daten definitiv bestimmen kann, ist die Zielgruppe. Deshalb empfiehlt der Experte, solange wie möglich das „alte“ Google Analytics und die neue Version parallel laufen zu lassen, um anfangs Vergleichszahlen zu haben.

Für viele ist die Webanalyse noch immer die Wahrheit. Stimmt das? „Nein, ist sie nicht.“, erklärt Jan Königstätter. Sie ist wie ein Thermometer. Sind 9 Grad am Außenthermostat jetzt gut oder schlecht? Das hängt wohl von der Location und der Jahreszeit ab. Die Zahlen im Web sind wie bei der Temperaturmessung in Celsius. Wir wissen nicht genau, wie die Definition von Celsius lautet, wie die genaue Kennzahl definiert wurde, doch durch unsere Erfahrungen wissen wir, dass wir bei 9 Grad Celsius lieber mit einem Pulli vor die Tür gehen als in Flipflops. Somit kann man auch mit der Webanalyse Erfahrungen sammeln, die sich interpretieren lassen. Es ist sozusagen eine Momentaufnahme.

Österreich ist sehr langsam in der Umstellung auf Google Analytics 4. Jan Königstätter meint: „Selbst wenn sich alle Firmen, die bis jetzt geschlafen haben, das morgen beauftragen würden, ich glaube nicht, dass es genug Menschen gibt, die es zeitgerecht umsetzen können.“ Aber was passiert, wenn eine Firma nicht umstellt? Die Antwort auf diese und noch viele weitere spannende Fragen zu diesem Thema, hören Sie im Podcast!

Chris Budgen

„Chatter” von Ethan Cross

Der renommierte Psychologe Ethan Kross verschränkt für sein international vielbeachtetes Buch seine eigenen bahnbrechenden Forschungsergebnisse aus Verhaltens- und Hirnforschung mit zahlreichen Fallstudien aus der Praxis.