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Integral-Studie: Die homogene GenZ ist ein Mythos

„Wir verstehen die GenZ nicht“ – ein oft gehörter Stoßseufzer von HR-Verantwortlichen. Aber: Alle jungen Menschen über einen Kamm zu scheren, greift zu kurz - die „GenZ“ möchte in ihrer Vielfalt verstanden und angesprochen werden.

Der „War for Talents“ stellt HR-Abteilungen zunehmend vor Herausforderungen. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, sind die Gewinnung und das Halten junger Talente entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Dabei gilt es nicht nur, Generationenunterschiede zu berücksichtigen, sondern vor allem, die jeweilige Zielgruppe in ihrer Vielfalt zu verstehen und optimal anzusprechen.

Alle sprechen von Work-Life-Balance?

Von jungen Menschen hört man oft den Wunsch nach einer ausgeprägten Work-Life-Balance. Tatsächlich legt fast die Hälfte Wert darauf, dass der Arbeitgeber deren Bedeutung versteht und unterstützt. Jedoch existiert die „Generation Work-Life-Balance“ genauso wenig als homogene Gruppe wie die „GenZ“. Wenngleich ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Leben hohe Bedeutung genießt, wird dieses sehr unterschiedlich ausgelegt. „Progressive Realisten – das Milieu, das gesellschaftliche Veränderungen antreibt – und Hedonisten – die Mainstreamverweigerer auf der Suche nach kurzfristigem Spaß und Konsum – streben eine planbare Arbeitszeit an, während karriereorientierte Milieus zwar ihren Anspruch der Work-Life-Balance hervorstreichen, gleichzeitig aber durchaus bereit sind, Überstunden zu leisten, wenn es der Karriere oder dem Einkommen dient.“, so Martin Mayr, Mitglied der Geschäftsleitung von INTEGRAL.

Einzelne Jugendmilieus haben sehr unterschiedliche Zugänge zu Diversität

Das Thema Diversität bringt sehr deutlich zum Ausdruck, wie unterschiedlich Erwartungen an einen Arbeitsplatz ausgeprägt sein können. Ein Drittel (34 Prozent) der jungen Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren begeistert sich für die Arbeit in Teams mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen. Damit ist das Thema deutlich wichtiger als innerhalb der Gesamtbevölkerung, die nur zu 24 Prozent Wert auf interkulturelle Teams legt. Doch gilt das für alle jungen Menschen gleichermaßen? Auch dabei hilft der Blick in die Lebenswelten. Innerhalb der Progressiven Realisten legt mehr als die Hälfte (51 Prozent) Wert auf gemischte Kollegenschaft. Unter den Hedonisten sind es nur 26 Prozent und damit ähnlich wenige wie in der Gesamtbevölkerung.

Von wegen „Irgendwas mit Kindern“ – junge Menschen wissen genau, was sie wollen

Die junge Zielgruppe ist in ihren Berufsvorstellungen durchaus ambitioniert. So möchten 39 Prozent beruflich führen und entscheiden. Doch auch von dieser Aussicht lässt sich nicht jedes Talent locken. Hedonisten und Progressive Realisten streben nur zu weniger als 30 Prozent eine tragende Rolle an, die erfolgs- und karriereorientierten Performer dagegen zu 50 Prozent.

Die Studie zeigt noch weitere milieuspezifische Tätigkeitspräferenzen auf: Progressive Realisten möchten überdurchschnittlich häufig gerne mit Tieren arbeiten bzw. in kreativen oder sozialen Berufsfeldern tätig sein. Der moderne Mainstream – das Milieu der Adaptiv-Pragmatischen Mitte – ist hingegen am meisten an handwerklichen Tätigkeiten interessiert. Bei den Hedonisten sind IT-Tätigkeiten wie Programmieren am höchsten angeschrieben.

Integral-Studie: Die homogene GenZ ist ein Mythos

Wie also junge Menschen für das Unternehmen begeistern?

Die beiden Co-Autoren Martin Mayr und Peter Dollack, Geschäftsführer von Walnuss Consulting, erläutern, was diese Befunde für das Recruiting bedeuten. „Progressive Realisten fühlen sich in ihrem Job wohl, wenn flache Hierarchien, Nachhaltigkeit und Kollegialität gelebt werden. Die wichtigste Botschaft ist hier, dass sie eine sinnstiftende Tätigkeit erwartet und im Unternehmen Diskriminierung und sorgloser Umgang mit den Ressourcen keinen Platz finden.“, so Mayr. „Möchte ich hingegen Hedonisten gewinnen, gilt es einen Arbeitsplatz ohne Stress in Aussicht zu stellen und ihnen den Freiraum zu geben, den sie zur Ausführung ihrer Arbeit benötigen.“ 

Dollack erläutert weiter: „Die differenzierte Wahrnehmung der Zielgruppe macht den Unterschied. So können HR-Verantwortliche spezifische Arbeitsplatz-Angebote optimieren und die Gesprächsführung bei Einstellungsprozessen verbessern. Führungskräfte können ihren mitarbeiterorientierten Ansatz sowie die generationenübergreifende Zusammenarbeit im Team fördern. Somit besteht der Nutzen für das Unternehmen nicht nur in einer noch zielgerichteteren Ansprache potenzieller Arbeitskräfte, sondern auch in einer verbesserten Mitarbeiterbindung und damit Verringerung der Fluktuation.“ 

Elisa Krisper

Elisa Krisper

Chris Budgen

„Be Useful” von Arnold Schwarzenegger

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